Irene Wiestner ist den Kunstschaffenden in der Region ein Begriff. Zwölf Jahre lang war sie in der Kulturkommission Mühle in Kaisten tätig, lange Jahre als Präsidentin. In dieser Funktion hat sie jedes Jahr drei Ausstellungen organisiert und sich so über die Jahre ein breites Netzwerk geschaffen. Im November organisierte sie in der Galerie Mühle jedoch zum letzten Mal eine Ausstellung, denn die vier Kommissionsmitglieder hatten entschieden, in globo zurückzutreten. Schon damals kündigte Wiestner an, dass sie der Fricktaler Kulturszene erhalten bleibe und künftig in der Fricker Galerie Artune wirken werde.

«Die Kaister ‹Mühle› hatte einen guten Ruf», sagt Peter Stocker, Inhaber und Bewohner der Galerie Artune. Deshalb habe er Wiestner bei Bekanntwerden ihres «Mühle»-Abgangs angefragt, ob sie sich eine Zusammenarbeit vorstellen könne. «Ich konnte mir das sehr gut vorstellen», sagt Wiestner lachend, beim Gespräch an ihrer neuen Wirkungsstätte. «Wir haben uns getroffen und festgestellt, dass es sehr viele Parallelen gibt und sich unsere Ansichten häufig decken», sagt sie. Sowohl Peter Stocker als auch ihr liege es am Herzen, die Kunst und die Künstler in den Mittelpunkt zu stellen. «Wir wollen uns für die Kultur in der Region einsetzen», so Stocker und Wiestner unisono.

Austausch mit den Künstlern

Am bisherigen Konzept wollen Wiestner und Stocker im Grossen und Ganzen festhalten. «Jährlich soll es vier bis fünf Ausstellungen und drei, vier Konzerte geben», so Stocker. Wichtig ist ihm auch, dass es bei den drei Veranstaltungsabenden – Vernissagen, Führung mit den Künstlern und Finissage – bleibt. «Gerade die Führungen bewirken, dass sich die Künstler selber reflektieren», so Stocker. Deshalb komme es oft zu guten und anregenden Gesprächen zwischen Künstlern und Besuchern.

Mit Irene Wiestner soll aber das Spektrum der präsentierten Kunst breiter werden. «Es ist mir ein Anliegen, Abwechslung zu bieten», so Wiestner. In der ersten von ihr organisierten Ausstellung, deren Vernissage am 7. März stattfindet, werden etwa Bilder gemeinsam mit Schals und Schmuck einer Goldschmiedin gezeigt. So entstünden Interaktionen zwischen den Werken, den Kunstschaffenden, aber auch zwischen den Besuchern, sagt Wiestner. «Es ist dann jeweils spannend, zu sehen, was passiert.» Während die Künstler in der ersten Ausstellung eher aus der weiteren Region – Basel und Lenzburg – stammen, stehen im weiteren Verlauf von 2019 mit Daniel Schwarz, Franziska Gloor oder Mathies Schwarze auch bekannte Namen aus dem Fricktal auf dem «Artune»Programm.