Während andere Gemeinden Mühe haben, alle Gemeinderatssitze zu besetzen, kommt es in Stein zu einer Kampfwahl. In einer Woche stehen sich im zweiten Wahlgang für die Nachfolge von FDP-Gemeinderat Werner Schneider Kurt Hofmann (SVP) und Beat Käser (FDP) gegenüber. Die beiden Kandidaten also, die sich schon Ende Februar im ersten Wahlgang duellierten. Damals hatte Hofmann mit 311 Stimmen die Nase um fünf Stimmen vorne. Beide Kandidaten erwarten deshalb auch jetzt wieder ein offenes, enges Rennen.

Fairer Wahlkampf

Haben die Kandidaten deshalb einen besonderen Endspurt geplant? «Nein», so Hofmann, «die Flyer sind verteilt und ich glaube, dass die Meinung bei den meisten Stimmberechtigten gemacht ist.» Und Käser sagt: «Vermutlich haben viele schon gewählt oder ihren Wahlentscheid schon gefasst. Ohne besondere Vorkommnisse geht es ohne eigentlichen Endspurt über die Ziellinie.» Solche besonderen Vorkommnisse würden überraschen. «Meines Erachtens bemühten sich seit dem ersten Wahlgang beide Seiten um eine faire Ausmarchung», blickt Käser auf die letzten Wochen zurück. Gegenkandidat Hofmann sagt dazu: «Ich habe ein gutes Verhältnis zu Beat Käser und wir haben uns auch gegenseitig nicht in die Pfanne gehauen.» Auch die Leserbriefschreiber hätte jeweils die Stärken ihres Favoriten herausgestrichen, aber nicht den anderen Kandidaten angegriffen, so Hofmann.

Neue Herausforderung

«Ich würde mich auf die Herausforderung freuen, die eine Wahl mit sich bringt», schaut Hofmann voraus. Gerade weil er sich gegen eine Fusion mit Mumpf, Obermumpf und Schupfart ausgesprochen habe, wolle er jetzt Verantwortung in Stein übernehmen. Auch Käser würde sich über die «spannende Herausforderung» freuen.

Und wenns mit der Wahl nicht klappt? «Auch wenn ich mich über eine Wahl natürlich sehr freuen würde, bräche für mich bei einer Nichtwahl keine Welt zusammen», so Käser. «Ob ich bei einer nächsten Vakanz nochmals antreten würde, lasse ich offen.» Auch Hofmann hat sich schon Gedanken gemacht: «Bei der nächsten Vakanz im Herbst würde ich tendenziell nicht antreten», sagt er, «das würde die Leute wohl eher nerven.» Eine erneute Kandidatur zu einem späteren Zeitpunkt schliesst er dagegen nicht aus.