Das Konzert stand unter dem Thema «Helden». Helden, die energisch und imposant daherkommen, die jedoch auch leise, tiefe Emotionen auslösen können. So wie bei den drei ausgewählten Werken. Beeindruckend, wie die 60 jungen Künstlerinnen und Künstler in der gut besuchten katholischen Kirche mit hinreissendem Elan und viel Spielfreude ihre mitgebrachten Perlen der Musik zum Funkeln brachten.

Der Finne Jean Sibelius (1865 bis 1957) repräsentiert in seinem Schaffen vom Übergang der Spätromantik zur Moderne einen Stil, den er selbst beschreibt, er sei wie klares, kaltes Wasser. Zu Karelien hatte er immer eine besondere, tiefe Beziehung, war Unterstützer der nationalen Renaissance Finnlands, die lokale Volksmusik inspirierte ihn stets. Die Karelia-Suite op.11 gehört zu seinen populärsten Werken mit jeder Menge folkloristischer Authentizität und einem Stück nationaler Geschichte. Flott der harmonische Auftakt, marschähnlich die Melodie, die übergeht in eine poesievolle liebliche Ballade vom schwedischen König Karl VIII., der sich, umgeben von Minnesängern an vergangenen Zeiten erinnert. Berauschend farbig im dritten Satz das fröhlich Fest der einfachen Leute.

Ein festliches Finale

Mit seinem Trompetenkonzert, 1950 entstanden, machte sich der armenische Komponist Alexander Arutjunjan (1920 bis 2012) international einen Namen. Wichtig war auch ihm die Volksmusik seiner Heimat, die er mit einem gewissen Pathos in seine Stücke einbrachte und mit westeuropäischen Traditionen verband. Sein Trompetenkonzert gehört zu den Bekanntesten und meistgespielten für dieses Blasinstrument, ist eine Synthese armenischer Klänge und expressiver barocker sowie neoklassizistischer Musik.

An diesem Abend brillant vorgetragen vom renommierten Schweizer Solotrompeter Immanuel Richter. Aus einem kraftvoll eigensinnigen Andante zu Beginn formte er exzellent das Hauptthema heraus, wechselte zu einem lyrisch einfühlsamen zweiten über, führte einen lebhaft sprühenden Dialog mit dem Orchester, endete mit einer prachtvoll übermütigen Solokadenz. Die Zuhörer waren so begeistert, dass sie mit nicht enden wollenden Applaus herzlich dankten.

Der Abend endete mit der bekannten 5. Sinfonie, der sogenannten Schicksalssinfonie, von Ludwig van Beethoven (1770 bis 1827). Sie entstand 1808, in einer Zeit, als sich Beethovens schlimme Taubheit unabwendbar manifestierte. Wuchtig monumental jene vier prägnanten Anfangsakkorde: das Schicksal klopft an die Tür! Kraftvoll rhythmisch beginnt eine Erzählung von Niederlagen, Leid und Erlösung. Aus einem zarten Rauschen malte das Ensemble im zweiten Satz einen hellen, strahlenden Notenreigen, energisch deuteten die Pauken das Hauptthema an, triumphal das Zusammenspiel aller Instrumente, um dann im Finale das Werk festlich bewegend ausklingen zu lassen.