Laufenburg
Das Hoch «Hannah» sorgte für einen grenzenlosen Kulturgenuss

Wer die Wahl hat, hat die Qual: Das galt insbesondere für die 9. Laufenburger Kulturnacht. Denn das Angebot auf beiden Seiten des Rheins war derart gross, dass ein guter Plan nötig war.

Peter Schütz
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Lichtspiel: Werke von Samuel Ernst bei Hedra Brandenburger.

Lichtspiel: Werke von Samuel Ernst bei Hedra Brandenburger.

«Alles anzuschauen ist fast nicht möglich, man muss sich entscheiden», sagte Ulrich Krieger, Bürgermeister der deutschen Stadt Laufenburg, an der offiziellen Eröffnung in der Taverne zum Schiff.

Kulturnacht ein Jahr vor Jubiläum

Die Kulturnacht biete Einblicke in alle erdenklichen Sparten, so Krieger. Michael Swientek, er vertrat Tilman Bollacher, Landrat des Landkreises Waldshut, ergänzte, dass Kunst und Kultur sich noch nie um Landesgrenzen geschert hätten. Laufenburgs Stadtammann Rudolf Lüscher bezeichnete die Kulturnacht als «menschenverbindend». Kultur sei zwar nicht alles, sagte er, «aber ohne Kultur ist alles nichts». Die Veranstaltung sei mit Hand, Herz und Bauch in Szene gesetzt, «sie erfasst uns als ganzheitliches Erlebnis», bemerkte Lüscher.

Schliesslich Meinrad Schraner, der die Kulturnacht zusammen mit Alois Schmelzer, Roland Kaufmann, Ursula Jutzi, Brigitte Chymo und Monika Wissler organisiert hatte: «In einem Jahr feiern wir die 10. Kulturnacht, wir machen uns heute schon Gedanken.» Doch zuerst galt es, die 9. Kulturnacht zu geniessen. Das Wetter spielte mit, das anrollende Tief «Nandor» liess sich Zeit und das Hoch «Hannah» gab sein Bestes – und so blieben die Füsse beim Begehen der 20 Stationen in den Altstädten beider Laufenburg trocken. Das war auch auf der Fähre «MS Stadt Laufenburg» so, die pausenlos auf dem Rhein zwischen Parkhaus, Codmananlage und Badstube fuhr.

Indianer am Laufenplatz

Den akustischen Auftakt machten die Kinder der Musikschule Blauen am Laufenplatz mit Liedern aus «De flinki Pfil und sis Pony». Sie sangen «Wir sind Indianer» und hatten sofort die Sympathien auf ihrer Seite. Nebenan gab es Handwerk und Kunst um «Augenblick», 20 Meter weiter spielte Gino Suter, «de Hans mit de Giige», mit Roland Kröll im Druidenhaus auf. Zwischendurch beschallten die Stadttambouren die Gassen mit Trommelkunst vom Feinsten, bezauberte das Duo Tomawho-Blondie die Zuhörer im Schlössle, erfreute im Rehmann Museum «Last Sorrow and Undervillage», entführte WIWA in kurzen Szenen in die Welt des Theaters.

Etwas leiser war es im Rathaus auf deutscher Seite, wo der Wunschbaum für den Weltfrieden mit Zetteln behängt wurde. Und die bildende Kunst? Gab es in grosser Vielfalt. Samuel Ernst stellte bei Hedra Brandenburger aus, Rose Schmid präsentierte Werke bei Edita Soldati. Silvia Gillardon, Simone Urbanke, Markus Olivieri, Christine Gelderblom, Lisa Brutschi sowie Ulrike Marquart zeigten ihr kreatives Potenzial. Alles in allem eine gelungene Kulturnacht und ein echtes Aushängeschild für Laufenburg.

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