Kaisten
Das Gegensätzliche ihres Kunschaffens ist das verbindende Gemeinsame

Martin Hagmanns aus Frick und Carmen Hirt aus Olsberg stellen zurzeit in der Mühle Kaisten aus. Während Hagmanns Bilder farbgewaltig daherkommen, präsentieren sich Carmen Hirts Skulpturen reduziert auf Weiss- und Grautone.

Susanne Hörth
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Die künstlerischen Wege von Martin Hagmann und Carmen Hirt kreuzen sich in der Mühle Kaisten. sh

Die künstlerischen Wege von Martin Hagmann und Carmen Hirt kreuzen sich in der Mühle Kaisten. sh

Susanne Hörth

Bis zur Anfrage der Kulturkommission Kaisten für eine gemeinsame Ausstellung sind sich Martin Hagmann aus Frick und Carmen Hirt aus Olsberg nie begegnet, jedenfalls nicht bewusst. Trotz unterschiedlicher Ausdrucksformen, Techniken und Werkmaterialien verbindet die beiden Kunstschaffenden eines: der Mensch steht im Mittelpunkt ihrer Arbeiten. Bei Martin Hagmann sind es Gesichter. Farbintensive Gesichter, die nach intuitiv gezogenen Linien auf den Malflächen entstehen.

Je mehr der Betrachter sich in einem Bild widmet, desto mehr Gesichter entdeckt er. Hagmanns «Faces» treten untereinander wie auch mit ihren Betrachtern in Dialog. Und dieser wird in der am Samstagabend eröffneten Ausstellung in der Kaister Mühle auch fortgesetzt mit den Skulpturen von Carmen Hirt.

Gesichter und Komplizen

Auf Kuben, langen Stelen, auf Bücherkanten und -rücken oder herauswachsend aus einer Leinwand sitzen oder stehen die kleinen Menschen von Carmen Hirt. «Es sind meine Komplizen», so die Künstlerin zu ihren Geschöpfen.

Gesichter sind, wenn überhaupt nur angedeutet. Während bei Martin Hagmann die grosse Bandbreite der verschiedensten Regungen in einem Gesicht in Kombination mit kräftigen Farben eine ganz eine Sprache spricht, sind es bei Carmen Hirt die Körperhaltungen ihrer Menschen, die zum Nachdenken anregen. Die kleinen Personengruppen wie auch die Einzeldarsteller sind Weiss, Grau oder Anthrazit. Damit treten sie nicht in Konkurrenz zu Hagmanns farbintensiven Werken, sondern harmonisieren perfekt dazu.

Diese harmonische Verbindung hob auch Sybille Krauer-Büttiker in ihrer Laudatio am Samstagabend hervor. Zuvor hatte sie die ausstellenden Künstler kurz vorgestellt. Redete dabei vom künstlerischen Stelldichein eines Profis und einer Quereinsteigerin. Ob auf direktem Weg wie bei Martin Hagmann oder auf Umwegen wie bei Carmen Hirt, Ziel der beiden Fricktaler ist das Gleiche: den eigenen Ideen, dem Gesehenen, Erlebten, dem Intuitiven eine künstlerische Ausdrucksform zu geben. Das mit grossem Können, wie die Ausstellung in der Mühle beweist.

Die Kunstschaffenden

Martin Hagmann unterrichtet als Zeichenlehrer an der Schule Frick. Er hat seine umfassende Ausbildung am Zeichenlehrerseminar, an der Uni Bern, an der Hochschule für Gestaltung Bern und Zürich wie auch an der Schule für Gestaltung Basel und Zürich absolviert. Hagmanns unverkennbare künstlerische Handschrift ist im öffentlichen Raum bereits vielfach zu bewundern. Seit vielen Jahren stellt er regelmässig im In- und Ausland aus.

Carmen Hirt ist schon seit frühster Kindheit vom Gestalten begeistert. Sie hat sich in dern Bereichen Zeichnen, Malen, Modellieren und Bildhauern regelmässig schulen lassen. Sich aber umfassend dem Kunstschaffen zugewendet hat sich erst vor circa fünf Jahren. Für ihre Skulpturen arbeitet sie mit Gips, Putz, Sand, Modelliermasse, Draht und vielem mehr.

Corinne Stark und Yanick Loher sorgten an der Vernissage mit ihrem Violinen- und Pianospiel für die perfekte musikalische Umrahmung. Die Ausstellung in der Mühle ist bis 30 März jeweils sonntags von 14 bis 17 Uhr geöffnet.