Die Projektleitung «Zukunft der Gemeinden im mittleren Fricktal» hat sich am Mittwoch zusammengesetzt, um das weitere Vorgehen im Fusionsvorhaben zu besprechen. Während Stein, Mumpf und Schupfart ganz klar einen Zusammenschluss befürworten, klinkte sich Obermumpf kurz vor der Gemeindeversammlung vom 6. Juni aus dem Vorhaben aus. Die Kleeblatt-Fusion schien mit dem Entscheid des Obermumpfer Gemeinderats beerdigt zu sein.

Schien: Denn die Obermumpfer zeigten sich der ablehnenden Haltung ihrer Behörde gegenüber einem Zusammenschluss nicht einfach einverstanden. An der Gemeindeversammlung vor zwei Wochen wurde der Gemeinderat denn auch beauftragt, dem Stimmvolk baldmöglichst weitere Entscheidungsgrundlagen zu unterbreiten. Nicht nur im Zusammenhang mit einer möglichen Fusion, sondern auch hinsichtlich einer vertiefteren Zusammenarbeit unter den Gemeinden. Wie die Projektleitung in einer Mitteilung nun schreibt, werden die Bedenken des Gemeinderates und der Bevölkerung von Obermumpf ernst genommen. Die weiteren Schritte wurden am Mittwoch beschlossen.

Steuerfuss von 98 Prozent

Einer der Gründe, sich vom Fusionsvorhaben zu distanzieren war für den Obermumpfer Gemeinderat die seiner Meinung nach unsichere Finanzplanung. So sei ein Steuerfuss von 98 Prozent bei einer zusammengeschlossenen Gemeinde über mehrere Jahre hinweg nicht realisierbar. «Wir lassen die finanzielle Tragbarkeit nun von einer spezialisierten Firma, – Hüsser und Gmür in Zusammenarbeit mit Markus Urech – überprüfen», so Projektleiter Markus Leimbacher.

Bereich Schule

Dass der Bereich Schule im Vertrag ausgeklammert wird, war von Obermumpf ebenfalls beanstandet worden. Dazu führt Leimbacher aus, dass die Projektleitung für den Zusammenschlussvertrag eine Bestimmung für den Schulbereich ausarbeiten werde, welche das Mindestangebot in den Ortsteilen definiere. Die zusätzlich getätigten Abklärungen werden anschliessend in den Schlussbericht der Projektleitung einfliessen.

Dieser Bericht wird Mitte August den vier Gemeindebehörden zugestellt. Dass sich nun wieder etwas in einem bereits als gescheitert erklärtem Fusionsvorhaben tut, Obermumpf doch noch mitdiskutiert, veranlasst Markus Leimbacher zur Bemerkung: «Es ist ein konstruktiver Versuch, aus der verfahrenen Situation herauszukommen.» In welche Richtung es für die vier Gemeinden nun gehen wird, entscheidet sich in den nächsten Wochen.

Infoveranstaltung im August

Bereits an der Gemeindeversammlung von Obermumpf hatte Frau Gemeindeammann Eva Frei angekündigt, dass es möglicherweise eine ausserordentliche Gmeind zum Projekt Gemeinden des Mittleren Fricktal geben werde. Auf diese Versammlung nimmt die Projektleitung in ihrer Mitteilung Bezug. Sollten sich die Obermumpfer dort entscheiden, das Projekt in Richtung Zusammenschluss weiter zu verfolgen, so wird der Fusionsvertrag an den Versammlungen in allen vier Gemeinden im Frühjahr 2015 zur Beschlussfassung vorgelegt. Wird «nur» eine vertieftere Zusammenarbeit angestrebt oder der Ist-Zustand befürwortet, wird das Projekt Zukunft Gemeinden Mittleres Fricktal abgeschlossen.

«Direkt nach den Sommerferien landen wir zu einer Informations- und Diskussionsveranstaltung ein», so Markus Leimbacher. Der Anlass wird in Obermumpf stattfinden. «Eingeladen ist die Bevölkerung aller vier beteiligten Gemeinden.»