Reicht es oder reicht es nicht? Kann das Fricktal die 80 000er-Marke knacken? Dies ist aus regionaler Sicht die grosse Frage, wenn der Kanton voraussichtlich nächste Woche die Bevölkerungszahlen per Ende 2017 bekannt gibt.

Die AZ hat mithilfe der Gemeinden bereits nachgerechnet. Es sollte ein Fotofinish werden. Bis zum Sonntag hatten 28 der 32 Gemeinden die AZ-Umfrage beantwortet. 72 588 Einwohner lautete das Zwischenergebnis; noch fehlten allerdings die Gemeinden Laufenburg, Mumpf, Olsberg und Wallbach.

Dann, kurz nach 15 Uhr, liegt am Montag das nichtamtliche Endergebnis vor: 79 973 – die 80 000er-Marke war also Ende 2017 noch nicht geknackt.

Inzwischen dürfte sie es sein. Bei Olsberg floss infolge Ferienabwesenheit der Gemeindeschreiberin die Einwohnerzahl von Mitte 2017 in die Fricktal-Bilanz ein. Doch selbst wenn die 360-Seelen-Gemeinde gewachsen ist – ob sie gleich um 27 Personen oder 7,5 Prozent zugelegt hat, ist fraglich.

Ein Blick auf die Zahlen zeigt folgende 14 Fakten:

1. Wittnau ist Wachstumskönig.

Den grössten prozentualen Zuwachs an Einwohnern verzeichnete Wittnau: Hier stieg die Bevölkerungszahl im letzten Jahr um sechs Prozent.

Wohnten Ende 2016 1251 Personen im Dorf, waren es Ende 2017 1326. Auf Wachstums-Rang 2 folgt Zeihen mit einem Plus von 5,02, auf Rang drei Oeschgen mit einem solchen von 4,77 Prozent.

2. Hellikon schrumpft am stärksten.

Neun Gemeinden verzeichneten Ende 2017 weniger Einwohner als ein Jahr zuvor. In Hellikon sank die Einwohnerzahl innert Jahresfrist um 20 auf 782 Personen – das entspricht einem Minus von 2,49 Prozent. Ebenfalls mehr als ein Prozent im Minus lagen Hornussen (–2,19 Prozent) und Schwaderloch (–1,62).

Allerdings kann dieses Minus in der offiziellen Bevölkerungsstatistik des Kantones, die nächste Woche erscheint, etwas höher oder auch etwas niedriger ausfallen.

Denn: «Die Statistik per 31. Dezember ist immer unterschiedlich je nach Datum, an dem man eine Auswertung macht», hält Caroline Liechti, Leiterin Einwohnerdienste in Frick, fest. Dies deshalb, weil sich nicht alle Personen, die weg- oder zuziehen, fristgerecht an- oder abmelden.

3. Das obere Fricktal wächst stärker.

Der Bauboom in Frick und den umliegenden Gemeinden hat massgeblich dazu beigetragen, dass der Bezirk Laufenburg mit einem Plus von 2,01 Prozent prozentual deutlich stärker gewachsen ist als das untere Fricktal mit einem Plus von 0,55 Prozent.

Auch in absoluten Zahlen legt das obere Fricktal mit einem Plus von 634 Einwohnern klar stärker zu als das untere mit einem Plus von 260 Personen.

4. Rheinfelden bleibt unangefochten auf Platz 1.

Die grösste Gemeinde ist nach wie vor Rheinfelden mit 13 364 Einwohnern. Etwas dichter auf die Fersen gerückt ist dem Zähringerstädtchen Möhlin mit 11 004 Einwohnern. Nach wie vor auf Rang 3 ist Kaiseraugst mit 5615 Einwohnern.

Allerdings wird der Roche-Standort immer stärker von Frick bedrängt, das im letzten Jahr 3,05 Prozent zulegte und nun auf 5466 Einwohner kommt.

5. Olsberg bleibt die kleinste Gemeinde.

Bei den kleinen Gemeinden hat sich an der Reihenfolge nichts geändert, auch deshalb, weil von den vier kleinsten Gemeinden drei – Oberhof, Schwaderloch und Hellikon – im letzten Jahr ein Minus verzeichneten.

Bei Olsberg fehlt die Angabe. Dennoch ist klar: Das Dörfchen oberhalb von Magden bleibt mit Abstand die kleinste Kommune im Fricktal; Oberhof, die zweitkleinste Gemeinde, ist rund 1,7-mal grösser.

6. Stein hat den höchsten Ausländeranteil.

Mit Abstand den höchsten Ausländeranteil hat Stein: Hier ist gut jeder Dritte Einwohner – genau: 39,31 Prozent – ein Ausländer. Den zweithöchsten Ausländeranteil hat Münchwilen mit 36,83 Prozent.Ebenfalls über 30 Prozent liegt der Ausländeranteil in Laufenburg (32,75), Rheinfelden (31,79) und Mumpf 31,40). In absoluten Zahlen leben die meisten Ausländer in Rheinfelden (4249), gefolgt von Möhlin (2781) und Kaiseraugst (1626).

7. Am wenigsten Ausländer leben in Hellikon.

In Hellikon sind nur 5,63 Prozent der Einwohner Ausländer. Das ist der klar tiefste Wert. Ebenfalls einen Ausländeranteil von unter zehn Prozent haben Wölflinswil (8,69 Prozent) und Gansingen (8,83).

Auch in absoluten Zahlen leben in Hellikon am wenigsten Ausländer (44), gefolgt von Oberhof (72) und und Wölflinswil (91). Es fehlt allerdings in der Auflistung Olsberg, wo Mitte 2017 46 Ausländer gelebt haben.

8. Der Grossteil der Ausländer lebt im unteren Fricktal.

Der Ausländeranteil variiert nicht nur nach Gemeinde, sondern auch nach Bezirk. Im oberen Fricktal sind 19,82 Prozent der Einwohner Ausländer; im unteren Fricktal 26,18 Prozent. Im Schnitt liegt der Ausländeranteil im Fricktal bei 23,61 Prozent. Der Ausländeranteil stieg somit in beiden Bezirken leicht an: im unteren Fricktal um 0,91 Prozent und im oberen um 0,82 Prozent.

9. Die Frauen bilden im unteren Fricktal die Mehrheit.

Im Bezirk Rheinfelden haben die Frauen das Sagen: 52,5 Prozent der Einwohner sind weiblich. Im oberen Fricktal liegt dagegen der Frauenanteil «nur» bei 46,15 Prozent. Damit ergibt sich über das gesamte Fricktal gesehen eine Fast-Parität: 49,94 Prozent sind Frauen, 50,06 Prozent damit Männer.

10. Frauenpower in Magden.

Mit Abstand den höchsten Frauenanteil hat Magden (59,20 Prozent), gefolgt von Mettauertal (57,43) und Hellikon (50,90). Ebenfalls über 50 Prozent Frauenpower haben Zeiningen, Rheinfelden, Zuzgen und Wegenstetten.

11. Frick bildet das Frauen-Schlusslicht.

Mit Abstand den niedrigsten Frauenanteil hat Frick (35,88 Prozent). Die Gemeinde ist die einzige Kommune mit einem Frauenanteil unter 40 Prozent. Es folgen Zeihen (40,73), Herznach (40,77) und Schwaderloch (46,12).

12. Kinderhochburg ist Zeihen.

Den höchsten Anteil an Kindern und Jugendlichen hat Oberhof: Hier sind 144 der 602 unter 18. Das entspricht 23,92 Prozent. Ebenfalls kinderreich sind Oeschgen (20,59 Prozent) und Ueken (20,02 Prozent).

13. Schwaderloch hat am wenigsten Minderjährige.

Nur gerade jeder siebte Einwohner in Schwaderloch ist unter 18. Damit hat die Gemeinde den niedrigsten U18-Anteil im Fricktal. Es folgen Obermumpf (15,74 Prozent) und Mettauertal (15,77).

14. Mehr Zuzüge als Wegzüge.

Insgesamt zogen pro Bezirk rund 300 Personen mehr zu als weg. Den höchsten positiven Saldo hat Frick mit einem Zuzugsplus von 107, gefolgt von Möhlin (86) und Kaisten (49). Mehr Weg- als Zuzüge verzeichnete Rheinfelden (–107), gefolgt von Kaiseraugst (–37) und Stein (–36).

Infogram: Fricktaler Einwohnerzahlen