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Das Fricktal im grossen Google-Test: Das fällt bei den besten 20 Suchergebnissen auf

Was spuckt die Suchmaschine aus, wenn man Fricktaler Gemeinden eingibt?

Thomas Wehrli
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Anflug auf Frick. Auf der Homepage der Gemeinde lernen wir, dass bei vielen Besuchern der Eindruck bestehe, Frick sei Hauptort und damit Auskunftsstelle des Fricktals. «Das ist nicht zutreffend.»

Anflug auf Frick. Auf der Homepage der Gemeinde lernen wir, dass bei vielen Besuchern der Eindruck bestehe, Frick sei Hauptort und damit Auskunftsstelle des Fricktals. «Das ist nicht zutreffend.»

Gerry Thönen

Die Welt googelt sich durch. Ein Problem mit dem Handy? Google weiss Rat. Eine Frage, o Schreck!, zum ersten grauen Haar? Google fragen.

Gut, denken wir uns, dann googeln wir mal eben das Fricktal kurz durch. In die Suchmaske tippen wir den jeweiligen Gemeindenamen ein, gefolgt von einem «fricktal» (sonst wäre es für die Gemeinde Stein beispielsweise recht unfair) – und, schwups, innert Sekunden tauchen die Top 10 auf. Wir sind mal noch etwas fairer, denken wir, und analysieren die besten 20 Suchergebnisse. 14 Dinge, die uns dabei aufgefallen sind.

1. Frick ist Ergebnis-Meister.

Wer nun erwartet, dass der grösste Ort im Fricktal, Rheinfelden, die meisten Ergebnisse generiert, wird getäuscht. Mit 145 000 Ergebnissen schafft es das Zähringerstädtchen zwar auf Rang 2, wird aber von Frick getoppt (siehe Tabelle).

2. Frick ist nicht der Hauptort.

Frick, durchaus selbstbewusst, hält gleich selber fest: «Wegen des Ortsnamens besteht bei vielen Besuchern der Eindruck, Frick sei Hauptort und damit Auskunftsstelle des Fricktals. Das ist nicht zutreffend.» Aha.

3. Wer hat in Gipf-Oberfrick die meisten Top-20-Nennungen?

Wir hören es bis auf die Redaktion, das Fletschen der Zähne und die «ou nei!»-Rufe. Vergebens, denn Nancy Holten, für viele Gipf-Oberfricker ein dunkelrotes Tuch, schafft es nicht auf die Top-Position.

Ihr Name taucht in den Top 20 dann aber doch noch auf – auf Position 10. Auf die Frage, die die AZ im besagten Artikel vom April 2017 als Titel stellte, hätte wohl der eine oder andere Gipf-Oberfricker gerne ein Ja gehört: Verlässt Nancy Holten Gipf-Oberfrick?

4. Das Duell zwischen Wikipedia und den Gemeinde-Homepages.

Wohin verlinken die meisten Top-Treffer? Das Rennen geht klar zugunsten der Gemeindeseiten auf. 15 Gemeinden tauchen mit einer eigenen Seite an der ersten Position auf, bei neun Gemeinden führt der erste Eintrag auf Wikipedia.

5. Die Sache mit der Mundart.

Es ist so eine Sache, wenn Deutsche Mundart reden. Das tönt dann oft recht schräg. Dank Wikipedia können sie nun üben: Bei vielen Gemeinden ist die Mundart-Sprechweise vermerkt. Man lernt hier etwa, dass man «’gansige» sagt.

6. Das Blaulicht-Blitz-Gewitter.

Frick sei die gefährlichste Gemeinde der Schweiz, titelte der «Blick» einst. Ui, dachten wir Fricker – und getrauten uns kaum mehr und wenn nur noch bibbernd aus dem Haus.

Die Schlagzeile verpuffte allerdings fast ebenso schnell, wie sie geschrieben war; schuld an der Anzeigenflut war der (für Leib und Leben ungefährliche) ASE-Fall. Aber, klar: Was mit Blaulicht angeschrieben ist, läuft gut – und taucht auch auf Google prominent auf. So etwa, dass ein 68-Jähriger mit 132 km/h durch Schwaderloch gerast ist.

7. Wir haben schlaue Tiere.

«Schlaue Sauen in Hellikon», titelte ein Lokalblatt jüngst und meinte dies nicht eben positiv. Denn die Wildschweine verursachen im Fricktal viele Schäden in der Landwirtschaft. Manch ein Landwirt mag sich da wünschen, dass die Tiere vom Erdboden verschwinden. Die Löcher dazu hätte Hellikon ja ...

8. Und wir haben Einhörner

«Im Fricktal lebt ein Einhorn», titelte die AZ im Januar 2016. Kein Witz, wie das Foto belegt. Es ist zwar kein Fabelwesen, aber doch eine Gämse mit nur einem Horn in der Mitte der Stirn.

9. Das schönste Dorf der Schweiz.

Im Fricktal? Wir wussten es ja! Aber, gemach: Es geht auf der Seite nur um die Ausschreibung für das schönste Dorf der Schweiz 2015. Hier kam Hornussen in die Kränze. Ganz geschafft hat es «die Weinperle aus dem Oberen Fricktal», wie es im Blogeintrag heisst, dann doch nicht. Gewonnen hat 2015 Soglio im Bergell.

10. Präsenzfrühstück.

Hungrig sollte man nicht nach «Laufenburg» googlen, denn hier taucht der «Präsenzfrühstück»-Eintrag des Rotary-Clubs auf – und das gleich 11 Mal.

11. Berge und Ferien-Destination.

Zwei Begriffe erstaunen uns dann doch: Wenn im Bezug auf das Fricktal von Bergen die Rede ist – und von «Urlaub». Beides gibt es aber. Das eine löst sich in Minne auf: Es geht um das Bergturnfest im Mettauertal. Das Zweite ist ein Eintrag von «Bergfex» zu «Urlaub Zeihen – Reisen Zeihen». Bevor Sie nun an Ihren PC eilen: Buchen kann man allerdings nix.

12. Die Star-Parade im Fricktal.

Wir haben ja auch den einen oder anderen Promi im Fricktal. Wir zählen nun nicht auf – sonst vergessen wir noch einen und er ist beleidigt. Einer taucht allerdings sogar in einer der Top 20 auf: Simply-Red-Star Roman Roth wohnt in Möhlin. «Simply Fricktal!», titelt der Blick. Da rufen wir Fricktaler zurück: «Yeaaah!»

13. Der Rundum-Blick.

Sie ist meine Entdeckung: Die 360°-Livecam auf dem Flugplatz Schupfart. Hören Sie? Ist da nicht ein Summen der Motoren und eine Stimme, die haucht: «Wind: Nordost, Startbahn: null drei»? Ach nein, es ist das Radio, das Reinhard May spielt.

14. Die kryptische Krux.

Wissen Sie, was «NL.A-0001/0001/07» ist? Nicht? Keine Angst, wir auch erst dank Google. Dahinter verbirgt sich ein Eintrag im Online-Inventar des Staatsarchivs zu einem Volkskunde-Heft.

Ach ja. Das erste graue Haar. Top-Treffer ist hier ein Link zu einem Forum und der brisanten Frage: «Wann habt ihr bei euch das erste graue Haar entdeckt?»

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