Rheinfelden

«Das Fricktal hat an Einfluss gewonnen»: Daniel Vulliamy tritt nach 14 Jahren im Grossen Rat zurück

«Ich werde mit grosser Zufriedenheit und etwas Stolz zurückzuschauen»: Daniel Vulliamy (SVP) hört Ende Jahr als Grossrat auf.

«Ich werde mit grosser Zufriedenheit und etwas Stolz zurückzuschauen»: Daniel Vulliamy (SVP) hört Ende Jahr als Grossrat auf.

Der Rheinfelder SVP-Grossrat blickt in elf Stichworten auf seine Zeit im Aargauer Kantonsparlament zurück.

Daniel Vulliamy (SVP) tritt auf Ende Jahr als Grossrat zurück. Der 63-Jährige sitzt seit Dezember 2005 in der Legislative; hier löste er damals Roland Häusel ab. Vulliamy, ein Konsenspolitiker und Macher, macht sich im Grossrat für die Anliegen des Fricktals stark und bewahrt dabei immer auch das Übergeordnete im Blick.

Als Grossrat gelte es, in erster Linie weitsichtige und nachhaltige Beschlüsse zu erarbeiten und «zum Wohle des Kantons Aargau» zu entscheiden, sagt der Rheinfelder. In den 14 Jahren im Grossrat habe er den Kanton mit all seinen Facetten und vielfältigen Regionen kennen und lieben gelernt. «Hier geht es um mehr als ‹weisse Socken› und ‹Durchfahrtskanton›.»

Zwischen den Zentren Basel, Bern und Zürich behaupte sich der Aargau «als starker und innovativer Wirtschaftskanton, dem aber auch Bereiche wie Bildung und Kultur zum Wohle seiner Bevölkerung nahe stehen».

Er habe mit vielen Menschen im Kanton gute Diskussionen geführt und mit ihnen eine spannende Streitkultur über die Parteigrenzen hinaus austragen dürfen. «Grossrat im wunderschönen Kanton Aargau sein zu dürfen, ist eine herausfordernde und spannende Aufgabe, die mich mit Stolz erfüllt hat und die ich als Lebensabschnitt nicht missen möchte», bilanziert Vulliamy. In der AZ zieht Vulliamy eine Bilanz in elf Stichworten.

Mein erster Tag als Grossrat

Er war geprägt von etwas Nervosität und Stolz bei der Vereidigung, als die Blicke von 5 Regierungsräten und 139 Parlamentariern auf mich gerichtet waren, als die Gelöbnisformel vorgelesen wurde. Unvergesslich.

Meine Sitznachbarn

Meine Sitznachbarn in den 14 Jahren waren Fredy Böni, Brunette Lüscher, Désirée Stutz und Kathrin Hasler. Wir hatten ein sehr schönes Einvernehmen, ich fühlte mich sehr wohl.

Meine Fraktion

Die Schwierigkeit war zu Beginn, bis ich nur schon bei 46 Kolleginnen und Kollegen alle (Vor-)Namen kannte. Ich fühlte mich sehr gut aufgehoben und akzeptiert in der Fraktion. In den letzten Jahren war ich innerhalb der Fraktion der «Kultur- und Sportminister».

Mein grösster Erfolg

Es gibt nicht «den» grössten Erfolg. Ich hatte in meinen Bereichen «Bildung, Kultur und Sport» innerhalb der Fraktion etliche Geschäfte vorzustellen und dann im Parlament zu beantragen. Die SVP ist nun mal kritisch.

Aber es ist mir offenbar immer gelungen, Anträge sachlich, kompetent und verständlich parteiübergreifend rüberzubringen. Das hätte ich mir in der Zeit vor der grossrätlichen Tätigkeit so nicht unbedingt zugetraut. Ich bin in der Aufgabe gewachsen, das war mein «grösster Erfolg».

Meine grösste Niederlage

Es gibt für mich nicht «eine grosse Niederlage». Im Parlament geht es oft bei Sachvorlagen nach dem Motto «Alle gegen die SVP». Da kann man sich in der Sache noch so gut und fundiert vorbereiten – in der Schlussabstimmung reicht es nicht. Diese Zusammenhänge zu verstehen, ist mir immer schwergefallen und ich hatte einige Male den Eindruck, dass es nicht um die Sache ging, sondern um Partei-Geplänkel.

Mein schönstes Erlebnis

Die interessanten Begegnungen bei zahlreichen Anlässen, zu denen ich als Grossrat eingeladen war und dabei höchst interessanten Menschen, auch ausserhalb der Politik oder unserer Fraktion, begegnen durfte. Und dass ich als Grossrat in den letzten 14 Jahren den schönen Aargau kennen lernen durfte und in mein Herz aufgenommen habe.

Mein lustigstes Erlebnis

Es ging in der Budgetberatung um den Betrag für Blumensträusse des Kantons bei 100-jährigen Menschen, die im Kanton Aargau wohnen. Ich war mächtig stolz, dass ich bei dieser Budgetposition das Parlament gewinnen konnte und der Kredit im Budget verblieb. Dies zeigt, auch Kleinigkeiten haben im Grossrat eine Bedeutung.

Mein Eindruck der Fricktaler Delegation im Grossrat

Bei Geschäften, bei denen das Fricktal im Fokus stand – unter anderem der Tarifverbund, der Halbstundentakt bei der S1 zwischen Stein und Laufenburg – war es sehr beeindruckend, wie die Grossrätinnen und Grossräte aus dem Fricktal, gleich welcher Couleur, für die Vorlage kämpften und damit auch meistens Erfolg hatten.

Mein Wunsch für das Fricktal

Das Fricktal hat an Einfluss gegenüber anderen Regionen im Kanton Aargau und an Bedeutung gewonnen. Wirtschaftlich boomt die Region, die Bevölkerungszahlen wachsen. Der Zusammenhalt unter allen Grossrätinnen und Grossräten zum Wohl des Fricktals muss weiterhin hochgehalten werden – dann wird der Einfluss des Fricktals weiter wachsen.

Mein Wunsch an meinen Nachfolger

Ich wünsche Andy Steinacher einen guten Einstieg, dass er sich Zeit nimmt, die Abläufe im Parlament kennen zu lernen, Einsitz in einer auf seine Fähigkeiten zugeschnittenen Kommission nimmt und möglichst bald die Akzeptanz in der Fraktion und im Parlament findet.

Mein letzter Tag im Grossrat

Ich werde mir sicher während der Debatte Zeit nehmen, zu reflektieren. Und durchaus mit grosser Zufriedenheit und etwas Stolz zurückzuschauen. Und ich werde mich bei meiner Fraktion und bei zahlreichen Grossrätinnen und Grossräten parteiübergreifend verabschieden.

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Autor

Thomas Wehrli

Thomas Wehrli

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