Frick

Das Forschungsinstitut für biologischen Landbau erhält ein neues Herzstück

Auf der Wiese unterhalb des bestehenden Restaurants soll das Gebäude mit der Aula entstehen.

Das Baugesuch für ein Büro- und ein Empfangsgebäude ist eingereicht. Ein Pächter für den Hof ist auch gefunden.

Das Forschungsinstitut für biologischen Landbau (FiBL) realisiert in Frick einen Campus. In mehreren Etappen werden die Pläne umgesetzt. Ein Prunkstück des Campus – das moderne Gewächshaus mit Klimakammern und Labors – wurde bereits im Mai eingeweiht.
Nun stehen weitere Etappen an. Ab dem kommenden Freitag liegt auf der Fricker Bauverwaltung das Baugesuch für ein Empfangsgebäude und ein Bürogebäude auf.

Letzteres wird parallel zum ehemaligen Schulgebäude zu stehen kommen, wie FiBL-Direktor Urs Niggli sagt. Ersteres bilde künftig das Herzstück des neuen Campus, so Niggli weiter. Es rage vom Platz mit den zwei Kastanienbäumen «wie eine Zunge fast bis zum Bauernhof hinunter».

Campus kostet total 30 Millionen Franken

Es enthält eine grosse Aula, verschiedene Sitzungs- und Kurszimmer, ein Restaurant und die ganze technische Infrastruktur. Für die beiden Gebäude sind insgesamt rund 14 Millionen Franken veranschlagt. Diese Summe entspricht fast der Hälfte der Gesamtinvestitionen in den Campus, für den mittlerweile 30 Millionen Franken «geplant und auch gesichert» sind.

Zum Zeitplan für die Bauarbeiten sagt der FiBL-Direktor: «Wir wären froh, wenn wir Anfang 2020 mit den Bauten beginnen können. Dann wäre es möglich, alles bis Mitte 2021 abzuschliessen.»

Bereits im Sommer lag ein Baugesuch zum Umbau des Hofs auf dem FiBL-Areal auf. Für dieses Projekt hoffte Niggli damals auf einen Baustart im September – eine Hoffnung, die sich nicht erfüllte. «Der Kanton hatte beim Hühnerstall Bedenken wegen der Zonenkonformität», erklärt Niggli.

Und zwar, weil eine gemischte Nutzung vorgesehen war. Der Hühnerstall sollte nämlich teilweise zur Produktion von Eiern und Fleisch dienen und teilweise für Versuche zur artgerechten Haltung oder der ökologischen Fütterung. «Forschung, auch wenn sie in einem Praxisstall erfolgt, hatte aus der Sicht des Kantons nichts in der Landwirtschaftszone zu suchen», führt Niggli aus.

Erfahrene Bauernfamilie pachtet den Hof

«Wir haben sofort reagiert, und den Bau des Hühnerstalls aus dem Programm gestrichen», so der Direktor weiter. Die geplanten Versuche mit Hühnern werde man nun auf Praxisbetrieben in verschiedenen Regionen der Schweiz machen. «Das ist aufwendiger als in Frick, aber es ist kurzfristig die einzige Lösung.»

Jetzt hofft Niggli, «dass wir rasch mit dem Kuhstall anfangen können. Bis zum 1. April, wenn der neue Pächter mit seiner Kuhherde kommt, muss alles fertig sein.»
Damit ist auch bereits klar, dass das Forschungsinstitut neue Pächter gefunden hat. Gerhard und Anna Hofstetter werden mit ihren drei Kindern auf Anfang April nach Frick ziehen.

«Gerhard Hofstetter ist ein exzellenter Fleckviehzüchter und sie teilen mit dem FiBL die Leidenschaft, möglichst viel Milch nur mit Gras und ohne Kraftfutter zu produzieren», schwärmt Niggli. «Sie machen auch heute schon im Programm der AntibiotikaReduzierung mit.» Die Familie habe früher den Betrieb an der landwirtschaftlichen Schule Hondrich im Kanton Bern geführt und bewirtschafte nun seit vielen Jahren einen grösseren Betrieb im Engadin als Pächter.

Autor

Marc Fischer

Marc Fischer

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