Noch sitzen sie als Gäste hier, schon bald aber werden sie das «Fabriggli» in Wallbach selber führen: Koch Simon Hauri (29) und Service-Fachangestellte Evelien Reukers (31) übernehmen das Lokal ab kommendem Jahr als Pächter von Willi und Anna Kaufmann, die ihr Bistro auf den 21. Dezember verlassen. «Es ist ein spezielles Gefühl», sagt Reukers und lässt den Blick über die volle Gaststube schweifen. «Es ist schön, zu sehen, dass so viele Gäste hier sind. Das steigert unsere Vorfreude noch mehr.»

Je zehn Jahre Berufserfahrung

Ein eigenes Lokal zu übernehmen – für das junge Paar ist das ein Lebenstraum. «Die Idee hatten wir schon lange im Hinterkopf», sagt Hauri und fügt mit einem Lachen an: «Dass es nun so schnell gehen würde, hätten wir aber nicht gedacht.» Erst im Sommer wurden sie von einem auf Gastronomie spezialisierten Treuhandbüro kontaktiert, das im Namen von Kaufmanns einen Pächter suchte. Wenige Wochen später mussten sie sich entscheiden – und sie taten das für das «Fabriggli». «Es hat vom ersten Moment an alles gepasst: die Lokalität, die Lage am Rhein, die Gespräche mit Willi und Anna Kaufmann», sagt Reukers.

Trotzdem sei die Entscheidung nicht einfach gewesen. «Es ist ein grosser Schritt. Ein Schritt aus dem gewohnten und geschätzten Umfeld in ein neues Leben, eine auch etwas ungewisse Zukunft», sagt Hauri. Vor der neuen Aufgabe haben sie Respekt, ja klar. «Ich glaube, es wäre komisch, wenn es nicht so wäre», sagt Reukers. Gleichzeitig wissen die beiden um ihr Können. «Wir verfügen je über rund zehn Jahre Berufserfahrung», sagt Hauri.

Reukers stammt aus den Niederlanden und hat in Den Haag die Hotelfachschule absolviert. Heute arbeitet sie als stellvertretende Chef de Service im Hotel Des Balances in Luzern. Hauri war über sechs Jahre im Hotel Schweizerhof in Luzern tätig, als Koch und Junior Sous Chef. Auf Ende November hat er gekündigt, um sich auf den neuen Lebensabschnitt vorzubereiten. Reukers hat ihren letzten Arbeitstag im Hotel Des Balances am 31. Dezember.

Den künftigen Wirten ist die Vorfreude auf das neue Kapitel anzumerken. Der 8. Januar ist Zügeltag. Dann beziehen sie die Wohnung im ersten Stock des «Fabrigglis» – und können in ihrem neuen Lokal richtig loslegen. Wobei: Allzu viel soll sich erst einmal nicht verändern. «Wir werden nicht alles auf den Kopf stellen», sagt Hauri. Die neuen Wirte möchten sich zuerst an ihr Lokal und die neuen Stammgäste gewöhnen können – und umgekehrt.

Wie im eigenen Wohnzimmer

Einige Ideen möchten die Wirte aber nach und nach umsetzen. So soll mit dem Wirtewechsel auch etwas holländisches Flair ins «Fabriggli» einziehen, vor allem in der Einrichtung. Hauri und Reukers erzählen von Ferien in den Niederlanden und davon, wie «heimelig» die Restaurants dort seien. «Wir fühlen uns dort wie im eigenen Wohnzimmer. So sollen sich auch die Gäste im ‹Fabriggli› fühlen.» Und auch auf der Speisekarte wird sich neben gutbürgerlicher Küche die eine oder andere holländische Spezialität finden. Etwa «Stamppot», ein Eintopfgericht aus gestampften Kartoffeln und anderem Gemüse. Am 1. Februar eröffnen Hauri und Reukers ihr Lokal, unter einem (nicht ganz) neuen Namen: «Gasthof Fabriggli».