Oberhalb der Wittnauer Weinhänge wird es am Wochenende bunt. Oder besser gesagt: «lila». So heisst das erste Kulturfestival für Lesben, Schwule, Bisexuelle und Transgender (LGBT) in der Schweiz. Die LGBT-Organisation Milchjugend stemmt das dreitägige Festival mit drei Bühnen sowie 23 nationalen und internationalen Künstlern. «Mit ‹lila›  schaffen wir einen Raum, in dem Jugendliche neue Kontakte knüpfen und sich austauschen können. Es geht darum, zu feiern, Spass zu haben und einfach sich selbst zu sein», sagt OK-Präsident Florian Vock.

Vergangene Woche hat der Gemeinderat die definitive Bewilligung für die Durchführung des Jugendfestivals erteilt. Dabei stand mitunter das Sicherheitskonzept der Veranstaltung im Fokus. «Wir haben den Gemeinderat und die Regionalpolizei Oberes Fricktal darüber orientiert, dass Übergriffe mit homophoben Hintergrund nicht wahrscheinlich, aber auch nicht auszuschliessen sind», sagt Vock.

Erhöhtes Sicherheitsbedürfnis

Per se ist die sexuelle Orientierung der Festival-Besucher für den Gemeinderat kein Grund, die Sicherheitsvorgaben für das Festival zu verschärfen. Dennoch hat der Gemeinderat an die Organisatoren die Auflage gestellt, neben professionellen Sicherheitskräften, die vor Ort sein werden, zwei bis drei weitere auf Abruf bereit zu halten. «Grund hierfür war, dass wir bei den Veranstaltern ein erhöhtes Bedürfnis nach Sicherheit wahrgenommen haben», sagt Gemeinderätin Gertrud Häseli.

Für Werner Bertschi, Chef der Polizei Oberes Fricktal, ist klar, dass man am Milchjugend-Festival Präsenz zeigen werde, «jedoch nicht mehr oder weniger als an jedem anderen Festival auch».

Eine weitere Auflage der Gemeinde ist, dass maximal 500 Besucher pro Tag auf das Festivalgelände dürfen. Bisher hat die Milchjugend rund 250 Tickets verkauft. Vock geht davon aus, dass rund 300 Besucher an allen drei Tagen teilnehmen werden. Dazu kommen diejenigen, die sich spontan für einen Besuch entscheiden. Wie viel dies jedoch sein werden, ist für Vock nur schwer abzuschätzen. Klar hingegen ist, dass man sich an die Begrenzung der Gemeinde halten werde: «Ab dem 500. Besucher lassen wir niemanden mehr auf das Festgelände», sagt er.

Überfüllung verhindern

Um zu verhindern, dass die Jugendlichen bei einem vollen Festgelände umsonst nach Wittnau anreisen, verfolgen die Organisatoren zwei Strategien. So werde man erstens die Community umgehend über die sozialen Medien informieren, sobald die 500er-Marke erreicht ist. Und zweitens werde man Personal an den Bahnhof nach Frick schicken, um die Jugendlichen bereits dort abzufangen, erklärt Vock.