Mettauertal

Das Ende der Ortsbürgergemeinde? Gemeinderat schlägt Fusion mit Einwohnergemeinde vor

In Mettauertal geht es um die Zukunft der Ortsbürgergemeinde.

In Mettauertal geht es um die Zukunft der Ortsbürgergemeinde.

An den Mettauertaler Versammlungen von Einwohnern und Ortsbürgern am 18. November geht es um die Zukunft einer Institution: der Ortsbürgergemeinde. Der Gemeinderat schlägt vor, diese auf den 1. Januar 2022 mit der Einwohner­gemeinde zu fusionieren und somit aufzulösen.

Das geht aus der Botschaft für die beiden Versammlungen, die direkt nacheinander stattfinden, hervor. Den Anstoss dazu, diesen Vorschlag nun vor die Gemeindeversammlungen zu bringen, habe die Arbeit am neuen Leitbild Wald gegeben, sagt Ge­meindepräsident Peter Weber. Dieses wurde im vergangenen Jahr überarbeitet – in Zusammenarbeit mit den Einwohnerinnen und Einwohnern. «Da zeigte sich deutlich, wie gross ihr Interesse am Wald und dessen Nutzung ist», sagt Weber.

«Der Wald ist nicht nur Wasserspeicher, Sauerstoffspender und Lebensraum vieler Lebewesen, sondern auch ein Naherholungsgebiet mit vielen verschiedenen Anspruchsgruppen», sagt Weber. Er nennt Biker, Reiter, Pilzsammler, Wanderer oder Hunde­besitzer als Beispiele, aber eben auch Jäger oder den Forstbetrieb. «Vor diesem Hintergrund erscheint es uns nur als fair und richtig, dass die Gesamtbevölkerung mitentscheiden darf, wenn es um die Gestaltung und Verwaltung des Waldes geht», sagt Weber. Das sei letztlich das Ziel der Auflösung der Ortsbürgergemeinde. Zu deren Kernaufgaben gehört schliesslich der kommunale Forstbetrieb.

Ganz neu sei die Idee derweil nicht, sagt Weber weiter. «Sie wurde in den vergangenen Jahren immer wieder an verschiedenen Anlässen und Versammlungen angesprochen und war auch in der Ortsbürgerkommission bereits Thema.» Dabei sei der Vorschlag nicht nur auf Gegenliebe gestossen, gibt der Gemeindepräsident offen zu. «Es gab kritische Stimmen.»

Forstreserve soll weiter für den Wald gebraucht werden

Einige der Kritiker wünschten sich, dass die traditionelle Institution erhalten bleibt. Andere befürchteten, die Gemeinde wolle sich die finanziellen Reserven der Ortsbürgergemeinde – das Eigenkapital beträgt per Rechnungsabschluss 2019 gut neun Millionen Franken – einverleiben, um sie für eigene Projekte zu verwenden. «Das wird nicht passieren», sagt Weber. In Zusammenhang mit der beantragten Vereinigung der Gemeinden soll ein Waldfonds eingerichtet werden. «Zweck ist es, dass die bestehenden Mittel aus der Forstreserve sowie die zukünftig erzielten Überschüsse der Waldbewirtschaftung zweckgebunden für die Forstwirtschaft eingesetzt werden», erklärt Weber. Der Waldfonds ist an den Gemeindeversammlungen ebenfalls traktandiert.

Der Gemeinderat hält sich zum jetzigen Zeitpunkt allerdings vor, die beiden Traktanden kurzfristig an eine nächste Versammlung zu verschieben. «Wir wünschen uns eine rege Diskussion, wissen aber nicht, ob das angesichts der Umstände möglich sein wird», sagt Weber. Klar ist hingegen schon jetzt: Nach den Versammlungs- entscheiden gibt es auch eine Urnenabstimmung zur möglichen Fusion. Das schreibt die Gemeindegesetzgebung so vor.

Autor

Nadine Böni

Nadine Böni

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