Am WPZ ist die Einwohnergemeinde mit 49 Prozent beteiligt. Die übrigen 51 Prozent hält die private Firma Seniocare AG, respektive Tertianum AG. Vom Aktienkapital – insgesamt eine Million Franken – stammen also 490 000 Franken aus der Kasse der Stadt. Ausserdem hat sie dem WPZ für die Aufbauphase ein Aktionärsdarlehen von fast zwei Millionen Franken gewährt.

Alles andere als ein Traumstart

So weit, so gut. Nur: Das Zentrum hat seit seiner Eröffnung Anfang 2016 nicht gerade einen Traumstart hingelegt. Erst konnte es nur mit einigen Monaten Verspätung fertig gestellt werden, dann klagten bald Mitarbeiter anonym über angeblich schlechte Arbeitsbedingungen und schliesslich, im Mai 2016, musste die Geschäftsführerin gehen. «Gewisse Prozesse und Abläufe sind noch nicht so weit, wie wir uns das vorstellen», hiess es damals vonseiten des Verwaltungsrates.

Ende des Jahres gab es die Quittung, ein Defizit in der Höhe von rund 2,5 Millionen Franken. Aufgrund des suboptimalen Geschäftsverlaufs unterzeichneten die beiden Aktionäre eine Rangrücktrittserklärung. Damit verzichten sie vorerst auf ihre Forderung, um eine Überschuldung des Unternehmens zu verhindern. Das soll dem WPZ die nötige Zeit für den Aufbau eines ordentlichen Betriebs verschaffen.

Die Geschichte rief nun an der Versammlung die Geschäftsprüfungs- und Finanzkommission auf den Plan. Sie bemängelte, dass die entsprechende Wertberichtigung des Darlehens und der Beteiligung nicht in die Rechnung 2016 eingeflossen ist. Die Stadt wird das 2017 nachholen müssen.

SP fordert einen Heimrat

Aber auch von den Ortsparteien von SP und CVP kommt Kritik. «Es geht hier um das Wohl der Bewohner und Mitarbeitenden. Einsparungen dürfen nicht auf ihrem Rücken vorgenommen werden», sagt SP-Präsidentin Claudia Rohrer. Sie fordert einerseits eine offenere Kommunikation des Unternehmens – schliesslich sei die öffentliche Hand beteiligt. Und andererseits auch die Einsetzung eines Heimrates. Ein Gremium, bestehend aus Vertretern des Unternehmens, der Stadt sowie von Institutionen, das regelmässig tagt.

Der Stadtrat hatte bereits einmal die Einsetzung eines Heimrates in Aussicht gestellt, umgesetzt wurde die Idee bis anhin aber nicht. Nun muss er an der nächsten Gemeindeversammlung über das weitere Vorgehen informieren. So lautete der deutlich angenommene Antrag der SP. Und auch die CVP kam mit einem Antrag durch: So soll der Stadtrat im Winter wieder genau über die finanzielle Situation des WPZ informieren.

Beim Stadtrat stiessen die Forderungen auf offene Ohren. Ammann Franco Mazzi verwies auf die «schwierige Aufbauphase», in der «sicher auch Fehler passiert» seien. Nun aber sei das WPZ auf einem guten Weg. «Wir dürfen zuversichtlich sein», so Mazzi.