Möhlin
Das Cup-Spiel gegen Basel ist die Feuertaufe für den Senkrechtstarter

Mischa Wirthlin hat sich auf Anhieb in der NLB-Equipe des TV Möhlin etabliert. Am Dienstag steht im Cup gegen den RTV Basel das bisher grösste Spiel in der Karriere des 18-Jährigen an.

Fabio Baranzini
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Mischa Wirthlin (18) ist im Schnellzug-Tempo auf dem Weg nach oben. Fabio Baranzini

Mischa Wirthlin (18) ist im Schnellzug-Tempo auf dem Weg nach oben. Fabio Baranzini

Fabio Baranzini

Soll er in der U19-Mannschaft bleiben oder doch bereits den Sprung in die Nationalliga B wagen, wo die erste Mannschaft des TV Möhlin auf Punktejagd geht? Mit dieser Frage sah sich Mischa Wirthlin im letzten Sommer konfrontiert.

Entweder bei seinen langjährigen Kollegen in der Elite-Spielklasse eine tragende Rolle übernehmen oder in die erste Mannschaft wechseln und das Risiko eingehen, vorwiegend auf der Ersatzbank zu schmoren.

Schwierige Entscheidung

«Das war echt eine schwierige Entscheidung», so der 18-Jährige. Nach reiflichen Überlegungen und einem Gespräch mit Zoltan Cordas, der seit dieser Saison Trainer der ersten Mannschaft des TV Möhlin ist, entschied sich Wirthlin für die risikobehaftete Variante. Ein Entscheid, den der Zimmermann-Lehrling bisher in keiner Weise bereut.

Denn heute, knapp sechs Monate später, sind die Sorgen, dass er in der ersten Mannschaft nicht zum Spielen kommt, längst verflogen. In allen Meisterschaftsspielen, in denen er fit war, durfte der Youngster ran und hat dabei 18 Tore erzielt.

Als linker Flügel hat Wirthlin dabei vor allem in der Defensive eine gute Figur abgegeben. «Mischa spielt unheimlich frech auf und hat mich sehr positiv überrascht. Innerhalb kurzer Zeit hat er sich zum Leistungsträger entwickelt. Das hat man so nicht erwarten dürfen», lobt Zoltan Cordas seinen Schützling in den höchsten Tönen.

Extrem nervös beim Debüt

Und der weiss gar nicht so recht, wie ihm geschieht. «Ich hätte nie damit gerechnet, dass ich so viel spielen darf. Ich wollte ja erst gar nicht in die erste Mannschaft wechseln», meint er.

Und so war Mischa Wirthlin vor seinem ersten Ernstkampf in der zweithöchsten Schweizer Spielkasse denn auch sehr angespannt. «Ich war schon beim Einlaufen extrem nervös. Als ich dann ins Spiel kam, habe ich sogar schon bei einem einfachen Pass gezittert», erinnert er sich und muss schmunzeln.

Dieses Spiel scheint schon lange zurückzuliegen. In der Zwischenzeit hat sich Mischa Wirthlin längst an den höheren Spielrhythmus, die intensiveren Zweikämpfe und den grösseren Druck gewöhnt. So schnell kann sich die Situation ändern.

Am nächsten Dienstag steht nun aber die Feuertaufe für den Senkrechtstarter auf dem Programm. Dann nämlich trifft der TV Möhlin im Achtelfinal des Schweizer Cups zu Hause auf den NLA-Vertreter RTV Basel (20 Uhr, Steinli, Möhlin).

Es ist das erste Mal, dass Mischa Wirthlin gegen ein NLA-Team auflaufen darf. Und das erst noch in einem Cupspiel, das zugleich auch noch ein Derby ist. «Das ist mein bisher grösstes Spiel. Ich werde sicher wieder richtig nervös sein, denn dieses Duell wird viele Zuschauer in die Halle locken und die Stimmung wird garantiert grossartig sein.»

Trotzdem überwiegt bei Mischa Wirthlin die Vorfreude auf das grosse Duell gegen den RTV Basel. Und der Youngster sieht sein Team keineswegs chancenlos. «Natürlich ist Basel der Favorit und hat die grössere individuelle Klasse. Aber wenn wir gut verteidigen und das Spiel lange offen halten können, ist eine Überraschung möglich», glaubt er.

Der erste Sieg gegen ein NLA-Team wäre der nächste Meilenstein in der Karriere des 18-jährigen Mischa Wirthlin, die derzeit nur eine Richtung kennt: nach oben. Und zwar steil.

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