Weinbau
Das bisherige Wetter lässt die Fricktaler Produzenten auf eine gute Lese hoffen

Viel Sonne, warme Temperaturen, trotzdem genug Regen – aber kein Frost und kaum Hagel. Roland Schraner ist zufrieden mit dem bisherigen Jahresverlauf. «Es sieht sehr gut aus», sagt der Weinproduzent aus Kaisten. Für eine Prognose sei es zwar noch etwas früh, aber: «Geht es so weiter, wird 2018 ein super Weinjahr.»

Nadine Böni
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Alice und Peter Gutzwiller kontrollieren ihre Rebstöcke oberhalb von Magden auf Krankheiten – und sind zufrieden: «Die Pflanzen sind gesund.» Nadine Böni

Alice und Peter Gutzwiller kontrollieren ihre Rebstöcke oberhalb von Magden auf Krankheiten – und sind zufrieden: «Die Pflanzen sind gesund.» Nadine Böni

Nadine Böni

Viel Sonne, warme Temperaturen, trotzdem genug Regen – aber kein Frost und kaum Hagel. Roland Schraner ist zufrieden mit dem bisherigen Jahresverlauf. «Es sieht sehr gut aus», sagt der Weinproduzent aus Kaisten. Für eine Prognose sei es zwar noch etwas früh, aber: «Geht es so weiter, wird 2018 ein super Weinjahr.»

Bei anderen Produzenten in der Region ist die Stimmung ebenfalls positiv. «Das Jahr läuft bis jetzt perfekt», sagt Peter Gutzwiller, der gemeinsam mit Frau Alice in Magden Wein anbaut. «Das Wetter ist gut und wir haben kaum Krankheiten im Rebberg.» Ebenfalls zufrieden ist Rahel Buchmann vom Weingut «Im Wygarte» in Wittnau. Ein Wermutstropfen war lediglich ein Hagelzug vor einigen Wochen.

Es drohen noch Gefahren

Aber Glück im Unglück: Die Trauben blieben grösstenteils unversehrt. Mehr erwischt hat es das Gehölz – und das beschert den Weinbauern nun mehr Arbeit. «Die abgebrochenen Triebspitzen wachsen sehr buschig nach. Deshalb haben wir derzeit einen grösseren Aufwand bei der Laubarbeit», sagt Buchmann. «Aber wir sind dankbar, dass es den Trauben nicht mehr gemacht hat.»

Auch Roland Schraner und die Gutzwillers sind derzeit in den Rebbergen unterwegs und entfernen Blätter von den Rebstöcken. So erhalten die Trauben mehr Sonnenlicht – und das Pflanzenschutzmittel lässt sich besser verteilen. Für den weiteren Verlauf des Jahres kann dies entscheidend sein. Denn bis zur Lese im Herbst gibt es noch einige Gefahren für die Trauben. «Neben Pilzkrankheiten gehört auch Hagel dazu», sagt Schraner.

Mehrere Fricktaler Weinbauern schützen ihre Rebberge deshalb mit Hagelnetzen. Auch Roland Schraner und Rahel Buchmann haben beschlossen, für ihre Weinbaugebiete solche Netze anzuschaffen. Da es sich aber um eine grosse Investition handle, werden die Rebstöcke nach und nach damit ausgestattet.

Lese beginnt wohl früher

Die Weinbauern gehen derzeit davon aus, dass sie in diesem Jahr einige Tage früher als sonst üblich mit der Lese beginnen können. Rund 20 Tage seien es im Rebberg in Magden, sagt Peter Gutzwiller. Und auch im oberen Fricktal sind die Weinstöcke schon weiter entwickelt. «Wir sind rund zwei Wochen eher dran», sagt Schraner. Er stellte sich darauf ein, dass die Lese der ersten Sorten schon Anfang oder Mitte September beginnen wird.

Eine genaue Prognose über die Qualität der Trauben und des daraus hergestellten Weins möchten die Weinbauern noch nicht abgeben. Der Start ist gut verlaufen, ja, aber: «Zum jetzigen Zeitpunkt lässt sich über die Qualität und Menge noch nicht viel sagen», sagt Buchmann. «Die entscheidende Phase steht noch bevor.»

Entscheidende Phase im Herbst

Denn für die Anzahl Oechsle, die der Wein aufweist, ist vor allem die Witterung kurz vor der Lese wichtig. «20 bis 25 Grad, viel Sonne und kühle Nächte», wünscht sich Buchmann für diese Wochen. Aber auch hier kann noch einmal einiges schiefgehen. Wird der Herbst etwa zu nass, droht in den Reben Fäulnis. «Wir haben einen mehr als guten Start erlebt – jetzt hoffen wir, dass es ebenso gut weitergeht», sagt deshalb Peter Gutzwiller. «Dann können wir uns auf eine tolle Ernte freuen, was Menge und Qualität angeht.»