Fachleute haben herausgefunden, dass sich der Etzgerbach als Lebensraum für den Lachs eignen würde, wären da nicht zwei unüberwindbare Hindernisse. Deshalb wurden diesen Herbst die beiden sogenannten Abstürze (Schwellen) durch fischgängige Blockrampen ersetzt.

Nur wenige geeignete Seitenbäche

Im Aargauischen Abschnitt weist der Hochrhein nur wenige für den Lachs geeignete Seitenbäche auf. Einer davon ist der Etzgerbach. Von der Mündung in den Rhein aufwärts bis nach Mettau weist er mehrere gut geeignete Laich- und Jungfischhabitate auf. Im Unterschied zu anderen Jurabächen trocknet der Etzgerbach in der warmen Jahreszeit zudem nicht aus.

Der Lachsaufstieg im Etzgerbach war in zwei Abschnitte unterteilt. Die Schwelle im Mettauertaler Ortsteil Etzgen wurde nun durch eine aufgelöste Blockrampe ersetzt. Der Höhenunterschied beträgt rund 3,3 Meter, die Länge etwa 100 Meter und das durchschnittliche Gefälle liegt bei 3,4 Prozent. In der Aussenkurve werden die Böschungsverbauungen verstärkt.

«Im Mai werden Lachse eingesetzt»

«Im Mai 2014 werden wieder Junglachse eingesetzt. Eventuell nehmen wir dieses Ereignis zum Anlass, die beiden Blockrampen einzuweihen. Die Lachse werden auf der ganzen Länge des Etzgerbachs, von der Mündung bis zum letzten grossen Absturz, eingesetzt.»

Dies erfuhr die Aargauer Zeitung auf Anfrage von Christian Tesini, Fachspezialist Jagd und Fischerei beim Departement Bau Verkehr und Umwelt, Sektion Jagd und Fischerei des Kantons Aargau in Aarau.

Denn der Lachs soll in den Aargau zurückkehren. Nach rund 50 Jahren Abwesenheit ist der Besatz mit Junglachsen auch im Etzgerbach geplant, wo durch die Beseitigung der Hindernisse die Rückkehrer des Wanderfisches aus dem Meer an seinen Ursprungsort ermöglicht werden soll.

Bis ins 20. Jahrhundert gab es noch viele Lachse in der Gegend, denn der Rhein galt als grösster Lachsfluss in Europa. Mit der Industrialisierung und dem Bau von Wasserkraftwerken mit grossen Wehranlagen wurde die Lachspopulation immer mehr dezimiert, bis sie in den 1950er-Jahren praktisch völlig verschwand.

Doch die Wiederansiedlung dieses Edelfisches im (Hoch-)Rhein ist das Ziel der Internationalen Kommission zum Schutz des Rheins (IKSR). Mit den Programmen «Lachs 2000» und «Lachs 2020» soll die Rückkehr dieser Fische in die verschiedenen Abschnitte des Rheins und dessen Seitenbäche ermöglicht werden.

Der Kanton Aargau unterstützt dieses internationale Programm, indem er sich für optimale Wanderkorridore und Lebensräume einsetzt sowie besonders geeignete Stellen mit Junglachsen besetzt.