Laufenburg
Das Alterszentrum in Laufenburg wird saniert und vergrössert

Nachdem der „Verein für Altersbetreuung Oberes Fricktal“ (VAOF) in den vergangenen Jahren massiv ins Alterszentrum „Bruggbach“ in Frick investiert hatte, soll nun das Alterszentrum in Laufenburg für 11,4 Millionen Franken saniert und erweitert werden.

Dieter Deiss
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Baut der VAOF ein drittes Alterszentrum im Oberen Fricktal?

Baut der VAOF ein drittes Alterszentrum im Oberen Fricktal?

Dieter Deiss

Die zentrale Aufgabe des VAOF sei letztlich die tägliche Betreuung der Bewohnerinnen und Bewohner in den Alterszentren in Frick und Laufenburg, meinte Präsident Bernhard Horlacher in seinen Begrüssungsworten an der ordentlichen Vereinsversammlung. Dass dies aber nur möglich ist, wenn das nötige Geld vorhanden ist, zeigte sich mit aller Deutlichkeit in den behandelten Geschäften. Eine gute Betreuung erfordert nebst bestens qualifiziertem Personal auch zeitgemässe Gebäude und Einrichtungen.

Tarifwillkür beim Bund

Insbesondere wegen der Inbetriebnahme der Temporärstation in Frick erhöht sich im nächsten Jahr der budgetierte Umsatz um mehr als eine Million Franken auf rund 17,1 Mio. Franken. Da der Voranschlag 2013 mit einem Verlust von 95‘000 Franken rechnet, hätte man eigentlich die Tarife etwas anheben müssen, führte dazu Finanzchef Hansueli Bühler aus. Der Bund habe mehr oder weniger willkürlich eine Reduktion der Einstufungswerte von 6,45% im Pflegebereich verfügt, was letztlich zu dieser Verschlechterung führe. Über Nationalrätin Ruth Humbel habe man jetzt beim Bundesrat interveniert und hoffe auf eine Korrektur.

Gestritten wird aber auch um die Abgrenzung der Kosten zwischen Hotellerie, Betreuung und Pflege, wie VAOF-Geschäftsführer André Rotzetter darlegte. Die Betreuungskosten, welche die Pensionärinnen und Pensionäre, unabhängig von der Pflegebedürftigkeit, zu bezahlen haben, wurden auf Anordnung des Bundes um Fr. 3.50 auf neu Fr. 33.50 erhöht. Demnach ergibt sich eine Tagestaxe pro Person von Fr. 128.50. Zusätzlich bezahlen pflegebedürftige Bewohner maximal Fr. 21.60 pro Tag an die Pflegekosten. Die restlichen Kosten übernehmen Versicherer und Gemeinden.

Demenzstation und Alterswohnung für Laufenburg

Durch eine Aufstockung in Leichtbauweise des Alterszentrums „Klostermatte" sollen rund 20 zusätzliche Betten ermöglicht werden. 15 weitere Betten entstehen im auf die Stadtseite hin geplanten Anbau für eine Demenzabteilung. Damit verfügt man in Laufenburg über rund 125 Betten. Die Kosten dürften sich auf etwa 6,7 Mio. Franken belaufen. Mit dem Ausbau wolle man eine Grösse erreichen, welche aus betriebswirt-schaftlicher Sicht optimal sei, meinte dazu Geschäftsführer Rotzetter. Noch einmal so viel Geld will man zudem in die dringend nötigen Sanierungsarbeiten stecken, wie Leitungssanierung und Gewährleistung der Erdbebensicherheit. So entsteht ein Kreditbedarf von 13,34 Mio. Franken, welcher von der Versammlung nach kurzer Diskussion genehmigt wurde. Die anwesenden Gemeindevertreter durften erfreut zur Kenntnis nehmen, dass die Kommunen dafür nicht zur Kasse gebeten werden.

In Laufenburg prüfe man zudem den Bau von rund 24 Alterswohnungen. Es bestehen dazu konkrete Pläne und man sei zuversichtlich, diese realisieren zu können, fügte Horlacher an.

Bau eines weiteren Alterszentrums

Vor zwei Monaten wurde der VAOF vom Gesundheitszentrum Fricktal informiert, dass damit zu rechnen sei, dass im Regionalspital Laufenburg die Betten für Langzeitpflege bis Ende 2015 aufgehoben werden, da diese für die sogenannte Übergangspflege benötigt würden. Wie Präsident Bernhard Horlacher ausführte, bringe dies den VAOF in Zugzwang, mangle es doch schon in relativ kurzer Zeit an Platz. Im Ausbau der Spitex sieht er eine mögliche Massnahme. Trotzdem fehlen Betten für die Langzeitpflege. Im Vorstand des VAOF mache man sich deshalb ernsthaft Gedanken über den Bau eines dritten Alterszentrums „auf der grünen Wiese". Die Finanzen würden den Bau eines Hauses mit 100 Betten ermöglichen.

Verabschiedung von Marlis Schmid

Verabschiedet wurde die Fricker Zentrumsleiterin Marlis Schmid, welche Ende November vorzeitig in Pension geht. Sie habe sich während ihrer beinahe zehnjährigen Tätigkeit mit zahlreichen Bauprojekten befassen müssen, sei aber insbesondere den Bewohnerinnen und Bewohnern mit viel Wärme und anteilnehmender Güte begegnet, würdigte Präsident Horlacher deren Verdienste. Mit Madeleine Dörflinger habe man eine ausgewiesene Persönlichkeit finden können, welche bisher im Alterszentrum Dagmersellen als Leiterin des Pflegedienstes und stellvertretende Heimleiterin arbeitete.