Nach regnerischen und kühlen Wochen ist der Sommer da. Das Thermometer zeigt Temperaturen über 30 Grad an. Jedenfalls heute noch. Pünktlich zum Wochenende sagen die Meteorologen zwar kühlere Temperaturen voraus, doch nächste Woche gilt dann wieder: 25 Grad plus.

Während viele sich über das sonnig-heisse Wetter freuen, suchen andere schon Schattenplätze oder Möglichkeiten, um sich abzukühlen. Und während die meisten das (Regen-)Wasser in den letzten Wochen verteufelten, ist es nun als Kühlmittel plötzlich beliebt. Die az hat nasse Kühlmöglichkeiten untersucht.

1. «Rein in den Rhein» könnte bei dieser Hitze ein Motto sein. Doch ist ein Schwumm im Fluss wirklich ratsam?

«Derzeit sicher nicht», macht Walter Rech, Ehrenpräsident der Sektion Fricktal der Schweizerischen Lebensrettungs-Gesellschaft deutlich. «Unter der Rheinbrücke in Laufenburg durchzuschwimmen ist jetzt lebensgefährlich.» Rech führt gleich mehrere Gründe an. Erstens führt der Rhein noch sehr viel Wasser, das, zweitens, auch noch in einer starken Strömung fliesst. Und es lauern noch mehr Gefahren auf potenzielle Wasserratten: «Das Wasser ist trüb und führt auch noch viel Treibholz mit», so Rech. Und es ist für Gfröörli und Warmduscher ohnehin noch zu kalt. In Rheinfelden wurden gestern Nachmittag 17,6 Grad gemessen. In der Hoffnung auf einen sinkenden Wasserpegel fügt Rech noch zwei Warnungen an: «Rheinschwimmen ist nur für geübte Schwimmer und man sollte nie alleine im Fluss schwimmen.»

2. Es heisst also abwarten und Wasser trinken, bis der Rhein weniger Wasser führt. Doch wie steht es eigentlich um die Wasserqualität? Ist der Rhein rein?

«Ja. Von diesem Gesichtspunkt her wäre ein Schwumm im Rhein unbedenklich.» Diese Antwort kommt von Irina Nüesch. Sie ist Sektionsleiterin Trink- und Badewasser beim Amt für Verbraucherschutz – und sie hat gerade diese Woche Wasserproben bei den Strandbädern Rheinfelden und Kaiseraugst vorgenommen. «Das Wasser erreicht die Qualitätsklasse B», so Nüesch. Wer findet, nur Klasse A sei für ihn gut genug, muss wohl lange auf ein Rhein-Bad warten. «Qualitätsklasse B ist die beste, die der Rhein erreicht», sagt Irina Nüesch.

3. Und nun noch eine Frage für Rheinschwimmer, pardon, für Reinspringer. Ist das Springen von Rheinbrücken erlaubt?

«Mir ist kein generelles Verbot bekannt», sagt Werner Bertschi, Polizeichef im oberen Fricktal. Und auch Roger Erdin, Stadtschreiber in Rheinfelden, bestätigt, dass es «nicht offiziell verboten ist». Allerdings, so mahnt Erdin, sei das Springen von Rheinbrücken risikoreich und erfolge auf eigene Gefahr. «In Rheinfelden ist etwa das St.-Anna-Loch lebensgefährlich.» Doch nicht nur die Strömung ist für Rheinspringer gefährlich. «Wer unvorsichtig ist, könnte auch auf einem Schwimmer landen», so Erdin.

4. Also vielleicht doch besser kein Sprung in den Rhein. Sondern eine Abkühlung in einem der zahlreichen Fricktaler Brunnen. Doch ist Planschen hier überhaupt erlaubt?

Ja – und es stört auch niemanden. Jedenfalls nicht in Rheinfelden. «Man sieht oft Kinder, die an Brunnen planschen oder sich anspritzen», weiss Stadtschreiber Erdin. Ein Vollbad oder gar Schwimmzüge in Brunnen gebe es dann aber doch kaum.

5. Für Schwimmzüge gibt es ja auch geeignetere Orte als Brunnen. Der eigene Swimming Pool im Garten etwa. Nur: Braucht der eigentlich eine Baubewilligung?

«Keiner Baubewilligung bedürfen Aufstellschwimmbecken bis zu einer Aufstelldauer von sechs Monaten pro Kalenderjahr», so wiehert der Amtsschimmel in §49 der Bauverordnung. «Plastikbassins für Kinder sind also kein Problem», so André Müller, Bauverwalter Stellvertreter in Stein. «Die grossen Pools bleiben aber meist das ganze Jahr über stehen, dann braucht es eine Baubewilligung.» Laut Müller heisst die Frage jedoch nicht nur: demontierbar oder nicht demontierbar? «Es spielt auch immer eine Rolle, wohin das Abwasser geleitet wird oder ob Chemikalien verwendet werden.» Im Zweifelsfall und um rote Köpfe zu verhindern empfiehlt er deshalb, sich vor dem Aufstellen eines Pools bei der Bauverwaltung zu informieren. Wem ob möglicher Vorschriften bereits der Schweiss auf die Stirn tritt, der kann sich auch anders helfen – und sich zur Abkühlung mit dem Gartenschlauch abspritzen. Das ist erlaubt.

6. Das Gegenteil von Abkühlung erfährt der Körper in der Sauna. Doch vielleicht fühlen sich danach Luft-Temperaturen von über 30 Grad angenehm an?

Ein Anruf im Sole Uno in Rheinfelden bringt keine abschliessende Klärung. «Das ist individuell verschieden», sagt Margaret Hohermuth lachend. Um einen Kühlungstipp ist sie aber dennoch nicht verlegen: «Wir haben auch ein Eisbad.»