Herznach
Dank Sonnenenergie: AKW-Gegnerin rollt mit Elektromobil durchs Fricktal

Atomkraftgegnerin Iris Frei aus Herznach wirkt beispielgebend bei der Nutzung alternativer Energien. Sie rollt mit einem kleinen, fast geräuschlosen Roadster durch das Fricktal - ein Elektromobil, fährt dank Sonnenergie.

Peter Rombach
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Iris Frei unterwegs im Fricktal mit ihrem ökologischen Roadster vom Ökozentrum in Langenbruck. zvg

Iris Frei unterwegs im Fricktal mit ihrem ökologischen Roadster vom Ökozentrum in Langenbruck. zvg

Energiesparen, Atomausstieg, Solarstrom, Biogas: All das sind Varianten, um den Ölmultis das Pumpen zu vergällen, um unabhängiger zu werden und sich auf eigene Ressourcen zu besinnen. Iris Frei vom Kornberg in Herznach ist eine Atomkraftgegnerin, sorgt sich um Energiestrategien. Und will vor allem beispielgebend wirken.

Mittlerweile rollt sie mit einem kleinen, roten Sportwagen durch das Fricktal. Fast geräuschlos, denn der rassige Roadster ist ein Elektromobil.

Und da sie den Strom, welchen sie für ihr Auto namens Smile braucht, mit Sonnenenergie produzieren lässt, wird ihr Wagen zum sauberen Solarshuttle.

Entwickelt wurde der ökologische Roadster von Mario Vögeli und seinem Team vom Ökozentrum in Langenbruck. Der Energieverbrauch ist mit etwa acht Kilowattstunden auf 100 Kilometern äusserst bescheiden, was etwa knapp einem Liter Diesel entsprechen würde. «Die Energiewende könnte in kurzer Zeit erreicht werden, ohne dabei Spass zu verlieren», lächelt Iris Frei.

Solarstrom für den «Smile»

Beim Kauf des Autos hat sie mit dem Betreiber einer Photovoltaikanlage aus dem Nachbardorf Wölflinswil einen Vertrag für die Lieferung von Solarstrom abgeschlossen. Für 20 Rappen pro Kilowattstunde kauft sie den Solarstrom, welcher für den «Smile» benötigt wird.

Sie rechnet damit, dass sie pro Jahr etwa 5000 Kilometer fährt und dafür rund 500 Kilowattstunden Solarstrom benötigt. Nach der gescheiterten Klimakonferenz war für sie klar: «Der persönliche Co2-Ausstoss muss drastisch gesenkt werden. Ganz nach dem Motto von Mahatma Gandhi, wir selber müssen die Veränderung sein, die wir in der Welt sehen wollen.»

Dann spricht Iris Frei noch ein anderes Thema an, weil sie ihren gesamten Stromverbrauch von etwa 1500 Kilowattstunden pro Jahr vollumfänglich durch Alternativenergie bezieht. Ein Atomausstieg sei auch für die Schweiz rasch möglich, so ihre Einschätzung.

Die veralteten und «hochgefährlichen» Atomkraftwerke Beznau und Mühleberg liessen sich abschalten, wenn die 2008 eingeführte «Kostendeckende Einspeisevergütung» (KEV) bald auf mindestens zwei Rappen pro Kilowattstunde erhöht würde.

Mit Blick auf das Jahr 2013 macht Iris Frei noch eine andere Rechnung: «Die Strom-Jahresproduktion aller bislang eingereichten erneuerbaren Energieprojekte steht nun bereits auf 9,4 Terawattstunden.

Dies würde locker reichen, um die alten Atomkraftwerke zu ersetzen», meint Iris Frei im Gespräch mit der Aargauer Zeitung. «Wir haben Leute, die wollen wirklich in Solar- oder Windenergie investieren.»

Davon profitieren würde das Klein- und Mittelgewerbe, Bauern, Dachdecker, Zimmermänner, Elektriker wichtige Aufträge bekommen, sagt sie. Fördergelder dürften nicht länger blockiert werden. Sonst handle es sich um eine «verpasste Chance für die Wirtschaft».