Fricktal

Dank Infrarot-Kameras können die Fledermäuse von Sulz beobachtet werden

Im Juni kann in Sulz beobachtet werden, wie die Grossen Mausohren sich auf die Jagd vorbereiten. Archiv

Im Juni kann in Sulz beobachtet werden, wie die Grossen Mausohren sich auf die Jagd vorbereiten. Archiv

Im Kirchturm von Sulz leben mehrere hundert Fledermäuse. Mithilfe von Infrarotkameras können diese nun während eines Abends beobachtet werden

Es sind Einblicke in ein Schattenreich – in eine Welt, die einem sonst verborgen bleibt: Ende Juni findet bei der Kirche in Sulz eine Fledermaus-Show statt.

Infrarotkameras ermöglichen dann eine Live-Übertragung aus der Wochenstubenkolonie der Grossen Mausohren. Diese leben seit Jahrzehnten im Sulzer Kirchturm.

Jungtiere im Juni geboren

Entdeckt wurden sie 1980 von Mitgliedern des lokalen Natur- und Vogelschutzvereins. Die Kolonie umfasste damals erst rund 20 erwachsene Tiere. Unter der Betreuung des Vereins entwickelte sie sich aber zu einer der wenigen grossen Wochenstubenkolonien in der Schweiz. Heute leben im Sulzer Kirchturm über 500 Weibchen und rund 300 Jungtiere (siehe Kontext).

Wobei die Jungtiere in diesem Jahr erst noch kommen: «Sie werden Mitte Juni geboren», sagt Andres Beck vom Fledermausschutz des Kantons Aargau. Jede Fledermaus hat ein Junges. Nach der Geburt werden diese vier bis sechs Wochen von ihren Müttern gesäugt.

Zum Zeitpunkt der Fledermaus-Show haben die Weibchen ihre Jungen also schon geboren. Deshalb kann dann nicht nur beobachtet werden, wie sich die Fledermäuse auf den abendlichen Ausflug vorbereiten, sondern auch, wie sie sich von den Jungtieren verabschieden. Die Kamera filmt vom Aufwachen und dem Putzen bis zum Losfliegen jede Bewegung. In der Nacht gehen die Fledermäuse in der Region auf Jagd. In einem Umkreis von 10 bis 15 Kilometern rund um Sulz fangen sie in Wäldern, über Wiesen und Weiden hauptsächlich flugunfähige Laufkäfer, aber auch Schnaken und Heuschrecken.

Wobei die Fledermäuse für jedes Beutetier auf dem Boden landen und nach dem Verzehr wieder von dort starten. Das ist eine der Eigenheiten der Grossen Mausohren. Andres Beck wird gemeinsam mit Marcel Fierz von der Stiftung Fledermausschutz Einblicke in diese Eigenheiten geben. Die Bilder, welche die Kameras einfangen, werden auf eine grosse Leinwand auf dem Kirchplatz übertragen. Gestört werden die Tiere von den Kameras nicht. «Wir arbeiten mit Infrarotkameras. Dieses Licht sehen die Tiere nicht», sagt Beck.

Live-Übertragung aus der Fledermauskolonie: Samstag, 25. Juni, 21.15 Uhr auf dem Kirchplatz in Sulz. Der Natur- und Vogelschutzverein betreibt ab 20 Uhr eine Festwirtschaft.

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