Fricktal
Dank den gelben Säcken erhalten Kunststoffe ein zweites Leben

16 Fricktaler Gemeinden machen sich stark für Kunststoff-Recycling. Sie lancieren ein Pilotprojekt, das den Anteil der wiederverwerteten Kunststoffe erhöhen soll.

Peter Rombach
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GAF-Präsidentin Gisela Taufer erläutert den Kreislauf der Abfallwirtschaft. ach

GAF-Präsidentin Gisela Taufer erläutert den Kreislauf der Abfallwirtschaft. ach

Heidemarie Rombach 2016;Peter Ro

Kunststoff-Recycling ist ein neues und gross angelegtes Projekt für 16 Gemeinden im unteren Fricktal, vorgestellt an der traditionsreichen, viertägigen Gewerbeschau «MöGa 2016» in Möhlin, die erst am heutigen Sonntagabend schliesst.

Die Initiative vom Gemeindeverband Abfallbewirtschaftung Unteres Fricktal, kurz GAF genannt, gewinnt an ihrem Infostand viel Aufmerksamkeit und zeugt vom Interesse der Bevölkerung, auch Kunststoffe nicht einfach in den Güselsack zu stopfen, sondern einer Weiterverwertung zuzuführen.

GAF-Präsidentin Gisela Taufer aus Zeiningen und ihre Mitarbeitenden zeigen Präsenz, werben für die neue Entsorgungsidee und sind auskunftsfreudig. «Wir streben eine qualitativ hochwertige Sammlung an, die uns eine optimale Recyclingquote ermöglicht», so Taufer mit Hinweis darauf, dass dieses Pilotprojekt auf zwei Jahre angelegt ist und von der Fachhochschule Nordwestschweiz ökologisch und damit wissenschaftlich begleitet wird.

In einem Zwei-Wochen-Takt werden die gelben Säcke, vor den Häusern bereitgestellt, abgeholt. Eine Vorsortierung des Materials erfolgt im Unternehmen «SuperDrecksKëscht» am Standort zwischen Rheinfelden und Möhlin. Mit den «edlen Kunststoffen» geht es schliesslich über den Rhein in eine Anlage zur Wiederverwertung im badischen Rheinfelden, wo als Endprodukt diverse Granulate zur Weiterverarbeitung herauskommen.

«Es dient doch dem Schutz unserer Ressourcen, wenn hochwertige Kunststoffe ein zweites Leben bekommen», betont Gisela Taufer und versichert, dass nur «untaugliches Material», eventuell von Fleisch- oder Käseverpackungen, aus den gelben Säcken direkt in die KVA Basel zur Verbrennung geschickt werde. Sie hofft auf «sauberes Entsorgen», ökologisches Bewusstsein und Akzeptanz in den Haushalten, die anfallenden Kunststoffe in einen Recycling-Kreislauf zu geben. Und nennt Zahlen, um die Motivation zu stärken: «In der Schweiz fallen jährlich rund 790 000 Tonnen Kunststoffmüll an, davon gehen lediglich 90 000 Tonnen ins Recycling.» Die Ziele der GAF-Chefin sind klar: «Wir wollen einen sinnvollen Beitrag zur Rückverwertung leisten.»