Neben Rheinfelden liegen die Bahnhöfe Frick und Stein auf der Interregio-Linie durch das Fricktal. Nach den grossen Bahnhöfen hat die az Aargauer Zeitung nun auch diese beiden kleineren Stationen im Fricktal getestet. Die Bahnhöfe von Frick und Stein befinden sich beide nicht im Dorfzentrum. Wer vom Steiner Bahnhof ins Dorf will, unterquert die Strasse durch einen lang gezogenen Tunnel. Um die Sicherheit zu erhöhen, ist der Tunnel von der Gemeinde videoüberwacht.

Der Fricker Bahnhof schneidet im Vergleich zu Stein nur leicht besser ab. Obwohl er deutlich besser ausgestattet ist und auch höhere Frequenzen aufweist. Steins Stärke liegt bei den Parkplätzen und den Perrons. Die Parkgebühr ist in Stein deutlich günstiger und an einem normalen Werktag waren viel mehr Parkfelder frei, als gleichentags in Frick.

Alpenlandschaften helfen nicht

Bei den Perrons macht die Farbe die Differenz aus. Die Aufgänge in Stein sind in einem knalligen Rot gestrichen, das die ganze Unterführung heller wirken lässt. Fricks Unterführung hingegen ist alles andere als hell. Die fantasielosen Alpenlandschaften, welche die Wände säumen, verfehlen ihre Wirkung vollends. Sie verstärken den Eindruck, der klassischen ungemütlichen Unterführung vielmehr. Wie in Frick hat es auch in Stein auf den Perrons Warteräume. Im Gegensatz zu den stets warmen Warteräumen in Frick müssen Reisende in Stein die Heizung im Warteraum selbst aktivieren. Bei einer kurzen Wartezeit fährt der Zug ein, bevor man aufgewärmt ist.

Während Stein mit seiner Infrastruktur punktet, hat Frick bei den Serviceangeboten die Nase vorne. Mit seinem SBB-Reisebüro gehört Frick zu den noch verbleibenden rund 200 bedienten Bahnhöfen. Im neueren Nebengebäude befindet sich ein grosser Kiosk, der die Bedürfnisse der Pendler deckt. Davor befinden sich auch Bänke und Stehtische, falls die Dorfjugend den Platz nicht besetzt hat. Des Weiteren verfügt der Bahnhof Frick über Schliessfächer, einen Bancomaten und ein Restaurant auf der anderen Strassenseite. In Stein zwängt sich gerade einmal ein kleiner Kiosk in eine Mauerlücke. Der Bahnhof Stein ist hauptsächlich wegen seiner abgelegenen Lage im Nachteil, doch dank den modernen Perrons macht Stein vieles wett. Dank den vielen Pendlern hat Frick ein gutes Dienstleistungsangebot. Dieses hilft einem auch über die deprimierenden Alpenlandschaften in der Unterführung hinweg.