Rheinfelden
Damit die Wärme aus der Bierbrauerei kommen kann, muss der Bunker weg

Damit die Leitungen des Wärmeverbundes verlegt werden können, muss der Bunker unter der Rheinfelder Kapuzinerkirche weichen. Mit dem Rückbau des Relikts aus dem Zweiten Weltkrieg wurde jetzt begonnen. Die Arbeiten dauern etwa zwei bis drei Wochen.

Walter Christen
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Teilrückbau des Bunkers bei der Rheinfelder Kapuzinerkirche.

Teilrückbau des Bunkers bei der Rheinfelder Kapuzinerkirche.

Walter Christen

Seit mehr als 70 Jahren befindet sich ein Bunker der Gemeinde Rheinfelden unter der Kapuzinerkirche. Die befestigten Räume müssen wegen des Leitungsbaus des Wärmeverbundes Rheinfelden Mitte abgebrochen werden. Die dicke Betondecke des Bunkers wurde in drei 16 Tonnen schwere Teile aufgetrennt, mit einem Pneukran gehoben und abgeführt.

Verlad eines 16 Tonnen schweren Bunkerbetonstücks
12 Bilder
Verlad auf den Lastwagen
Material aus dem Bunker wird mit dem Kran geborgen
In die richtige Position gebracht
Graben für die Leitung des Wärmeverbunds wird ausgehoben
Herauslösen eines weiteren Betonteils aus der Bunkerdecke bei der Rheinfelder Kapuzinerkirche
Ein Betonelement der Bunkerdecke wird herausgehoben
Erdmaterial wird verteilt
Die Decke des Bunkers ist weg
Alter Bunker bei der Kapuzinerkirche in Rheinfelden
Der Autokran an der Arbeit
Die Baustelle an der Kapuzinergasse im Überblick

Verlad eines 16 Tonnen schweren Bunkerbetonstücks

Walter Christen

Bunker vermutlich von 1942/1943

Die ehemalige Kapuzinerkirche befindet sich in der Rheinfelder Altstadt und wird für Theater, Konzerte und Vorträge genutzt. Der Veranstaltungsraum ist im ersten Stock. Im Untergeschoss befinden sich das Foyer mit Garderobe und Toilettenanlage – und noch ein Stockwerk weiter unten ist der Bunker, vermutlich in den Kriegsjahren 1942 bis 1943 errichtet.

Die Bunkeranlage liegt zum grossen Teil direkt unter der Kapuzinerkirche und umfasst eine Alarmzentrale, einen Entgiftungsraum, einen Melderaum und zahlreiche Gruppenräume. Von den ungenutzten Kammern ragen einige im Untergrund bis in die Kapuzinergasse hinaus. Ein Fluchtstollen ist teilweise bereits zugeschüttet und mündet ebenfalls unter der Gasse.

Keine militärische Anlage

Da nun für den Wärmeverbund Rheinfelden Mitte auch in der Kapuzinergasse Leitungen verlegt werden müssen, um Liegenschaften anzuschliessen, entschied sich die Stadt für den teilweisen Rückbau des Bunkers. Die Anlage wurde mit Vertretern der Armee und dem Zivilschutz besichtigt, und dabei stellte sich heraus, dass es sich um keine militärische Anlage handelt.

Das Bauwerk gehört nicht der Armee, sondern der Stadt, welche die Anlage damals als Schutzbunker errichten liess und nun für den teilweisen Abbruch, der in den nächsten Tagen weitergeht, mit Kosten in der Höhe von etwa 200 000 Franken zu rechnen hat. Weil nämlich zur Verhinderung von Erschütterungen bei der Kapuzinerkirche keine schweren Geräte eingesetzt werden können, müssen die teilweise bis 75 Zentimeter dicken Wände mit Betonschneidmaschinen zerteilt werden.

Die Bauarbeiten für den Wärmeverbund geraten durch den Bunkerrückbau bei der Kapuzinerkirche nicht in Verzug; der Leitungsbau kommt gut voran, sodass dereinst die Abwärme aus der Brauerei Feldschlösschen genutzt werden kann, um Liegenschaften im Zentrum von Rheinfelden zu beheizen.

Erste Kunden seit März am Netz

Seit März dieses Jahres können im Zähringerstädtchen erste Wärmekunden von der Anlage Wärme beziehen. Laufend werden weitere Liegenschaften im Perimeter Rheinfelden Mitte, bestehend aus der neuen Überbauung Salmenpark, dem Gebiet Schifflände und Teilen der Altstadt, an das Netz angeschlossen. Ein Grossteil der gemeindeeigenen Liegenschaften soll ebenfalls mit umweltfreundlicher Wärmeenergie versorgt werden. Als Wärmeträger wird primärseitig enthärtetes und entgastes Wasser eingesetzt.