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Damals musste er den Stemmbogen noch in der Wohnung üben

Prominente blättern im Weihnachtsalbum. Heute: Jean-Paul Schnegg und seine zweiten Ski.

Marc Fischer
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Jean-Paul Schnegg mit Adventsdekoration in der Stiftung MBF in Stein. Dort hält Weihnachten alljährlich früh Einzug. In den Ateliers werden Waren für den Markt hergestellt. mf

Jean-Paul Schnegg mit Adventsdekoration in der Stiftung MBF in Stein. Dort hält Weihnachten alljährlich früh Einzug. In den Ateliers werden Waren für den Markt hergestellt. mf

Marc Fischer

Jean-Paul Schnegg hat das Bild deutlich vor Augen. Er weiss genau, welches Foto aus der Kindheit er zeigen und welche Anekdote er dazu erzählen möchte. Das Problem: Beim Blättern im Fotoalbum ist das Bild unauffindbar. Auch Schneggs Mutter kann nicht helfen.

«Wenn ich jetzt gut zeichnen könnte, würde ich das Foto nachzeichnen», sagt der Geschäftsleiter der Stiftung für Menschen mit einer Behinderung im Fricktal (MBF) lachend. Das Talent zum Zeichnen fehle ihm aber leider. Die Anekdote aber will er trotzdem erzählen: «Als ich vier Jahre alt war, bekam ich zu Weihnachten meine ersten Ski geschenkt», erzählt Schnegg, der im Jura aufwuchs.

Ski unter dem Weihnachtsbaum

Ausgerechnet im Winter 1963 hatte es jedoch keinen Schnee. Doch Klein-Jean-Paul wollte natürlich seine neuen Ski nützen und Skifahren lernen. Also hat er sie in der Wohnung angezogen und ist im Gang auf und ab gegangen. «Ich habe also quasi in der Wohnung Ski fahren gelernt», sagt Schnegg und lacht ob der Erinnerung.

Im Alter von sieben Jahren erhält Jean-Paul Schnegg zum zweiten Mal Ski. Drei Jahre zuvor musste er mangels Schnee in der Wohnung üben.

Im Alter von sieben Jahren erhält Jean-Paul Schnegg zum zweiten Mal Ski. Drei Jahre zuvor musste er mangels Schnee in der Wohnung üben.

zvg

Jean-Paul Schnegg blättert weiter im Fotoalbum – und findet bei den Fotos von Weihnachten 1966 ein Bild, das ihn mit Ski neben dem geschmückten Tannenbaum zeigt. In den drei Jahren nach dem «Skikurs» in der Wohnung fand also auch noch der Kurs auf verschneiten Hängen statt. Und zwar zumindest so erfolgreich, dass Schnegg ein «Nachfolgemodell» geschenkt bekam.

Heiligabend mit der Familie

Neben den Ski-Geschenken sind Jean-Paul Schnegg die geselligen Familienfeste an Weihnachten in Erinnerung. Nicht nur Eltern und Brüder waren jeweils dabei, sondern auch Tanten, Onkel und Cousinen. Heute feiert der MBF-Geschäftsleiter Heiligabend im etwas kleineren Kreis mit seiner Frau, seinen zwei Töchtern und deren Familien.

Das grosse Familienfest findet allerdings weiterhin statt. «Diese Tradition haben wir bis heute bewahrt», so Schnegg. Aus terminlichen Gründen nicht am 24. Dezember, sondern auch mal ein, zwei Wochen vor Weihnachten. Denn Weihnachten ist bei Jean-Paul Schnegg ohnehin alljährlich früh ein Thema. Jobbedingt.

Der MBF-Weihnachtsmarkt findet bereits im November statt. Und bereits lange im Vorfeld werden in den Ateliers Weihnachtsartikel hergestellt, die dann am Markt verkauft werden. «Spätestens ab dem Markt steigt die Vorfreude bei unseren Klienten spürbar», sagt Schnegg. Unterstützt wird die Adventsstimmung in der MBF durch gemeinsames Singen oder Anlässe: «Jedes Jahr gibt die Novartis-Musik ein Konzert, und dieses Jahr haben wir ein grosses Weihnachtsessen organisiert.»

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