Seit 1993 holen Philipp Weiss und Martina Welti internationale Blues-Grössen und Nachwuchskünstler ins Fricks Monti. Damals habe der Blues in einer tiefen Krise gesteckt, sei laut Weiss «total in Vergessenheit geraten». Als grosser Bluesfan lag es ihm am Herzen, dieser Musik wieder eine Bühne zu geben. Warum genau Blues? «Ich hätte ja auch ein Jazzfestival gründen können, Jazz mag ich auch», sagt Weiss.

Das Besondere am Blues ist für ihn aber, dass sich dieser Musikstil über die Jahre immer weiterentwickelt hat: «Die Szene hat sich sehr positiv entwickelt. Es gibt so viel Nachwuchs, auch im Publikum. Eben nicht wie im Jazz, der zum Beispiel beim Dixieland in der Entwicklung komplett stehen geblieben ist.» Mittlerweile gibt es in der Schweiz über 20 Blues-Festivals. Weiss freuts, für ihn ist aber klar: «Damals haben wir den Blues in der Schweiz als Erste wiederbelebt.»

Unzuverlässige Künstler

Für Weiss und Welti ist ein ausgeglichenes Programm wichtig: Schweizer Musiker sollen genau so vertreten sein wie Frauen und Bands mit Gesang. Speziell ist auch, dass die Musiker im Aargau exklusiv nur am Fricker Bluesfestival auftreten. Dazu verpflichten sie sich vertraglich. Dass aber auch ein Vertrag manchmal nichts nützt, das musste Weiss auch schon feststellen: Wenige Wochen vor Beginn des Festivals musste er eine Absage von zwei bereits gebuchten Künstlern hinnehmen. Beide Male waren die Gründe finanzieller Natur. «Ein Künstler hatte ein Angebot von einem Festival in Frankreich bekommen – die konnten mehr zahlen als wir, also ist er bei uns abgesprungen.» Im zweiten Fall wusste der Agent des Künstlers nichts von dem Engagement in Frick und hat doppelt gebucht.

Solche Vorfälle seien natürlich ärgerlich, die Qualität des Festivals leide darunter aber nicht, findet der Organisator. Sein persönliches Highlight dieses Jahr ist das Quartett «Morblus» aus Italien. Sänger und Gitarrist Roberto Morbioli ist für Weiss, der hobbymässig selber gerne Saiten zupft, «ganz klar ein Gitarrengott». Dass er nach einem dreitägigen Bluesfestival deprimiert sein könnte, davor hat Weiss keine Angst: «Blues kann ja auch sehr fröhlich sein!»