Rheinfelden
Da kullerten die Tränen

Die Hüttenstadt auf dem Robinson-Spielplatz ist total niedergebrannt. Wie das Feuer entstehen konnte, ist noch nicht bekannt. Die Kinder und Leiterinnen, die regelmässig zum Spielen auf ihren Robi-Spielplatz gingen, sind entsetzt.

Peter Rombach
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Susanna Schlittler uind Barbara Schneider stehen ebenso fassungslos wie die Kinder auf dem Brandplatz

Susanna Schlittler uind Barbara Schneider stehen ebenso fassungslos wie die Kinder auf dem Brandplatz

Aargauer Zeitung

Barbara Schneider steht im Haupthaus neben der Küchentheke, kämpft wacker gegen ihre eigenen Tränen an. Immer wieder kommen Kinder herein, alle mit ernsten Gesichtern; oft kullern Tränen über die Wangen.

Gewaltiges Feuer

An diesem Nachmittag ist alles anders auf dem Robinson-Spielplatz im Augarten, im Volksmund nur Robi genannt. «Barbara, was machen wir jetzt?», wird die Leiterin fast monoton immer mit der gleichen Frage gelöchert. Sie schliesst jedes Kind in ihre Arme, wirkt tröstend und beruhigend. Und dann gehts in Gruppen zu jenem schwarzen Fleck auf dem Robi, wo einst die originelle, im Laufe von 15 Jahren mühevoll zusammengebastelte Hüttenstadt stand.

Am Montagabend vernichtete sie ein gewaltiges Feuer, Flammen schlugen zeitweise bis zu dreissig Meter hoch, eine Rauchsäule war weithin sichtbar.

Um 17.22 Uhr erhielt die Rheinfelder Feuerwehr die Alarmmeldung und war flugs am Unglücksort. Trotz enormer Strahlungshitze schafften es die Mannen, das Feuer schnell unter Kontrolle zu bringen.

Lösch- und Rettungszug aus Basel

Weil dem angrenzenden Bahnkörper Gefahr drohte, war auch der Lösch- und Rettungszug aus Basel angefordert worden, der immerhin 50000 Liter Wasser mit sich führt. «Die waren um 17.40 Uhr schon vor Ort und leisteten wichtige Hilfe beim Löscheinsatz», bestätigt der Rheinfelder Feuerwehrkommandant Rainer Porschien.

Brand Robinson
6 Bilder
Brand im Augarten
Der Robinson-Spielplatz in Rheinfelden nach dem Brand
Robsinson-Spielplatz in Rheinfelden brannte

Brand Robinson

AZ

Susanna Schlittler, Präsidentin des Vereins für Schüler-, Jugend- und Kinderkultur (Schjkk), zum dem der Robi als «Betrieb» gehört, blickt ungläubig auf verbranntes Geschirr und Werkzeug, steht auf einem dicken, schwarzen Holzkohlenteppich. Mehr ist von der geliebten Hüttenstadt nicht übrig geblieben. «Es geht weniger um den Sachschaden, hier
sind viele tausend Arbeitsstunden und Emotionen verbrannt.» Dass die Flammen nicht auf das nebenstehende Holzschiff, die Kletteranlagen und Gebäude des Robi übergriffen, empfindet Susanna Schlittler als Glück im Unglück. Wie das Feuer entstehen konnte, weiss im Moment noch niemand.

Aktion für Neuaufbau

Nach dem ersten Schrecken schöpfen die Kinder schon wieder Mut, wollen eine Aktion starten, um Hilfe für den Neuaufbau der Hüttenstadt zu ergattern. Spontan haben
sie ein Flugblatt erarbeitet. Barbara Schneider, seit zwanzig Jahren für den Robi verantwortlich, lässt keine Zweifel aufkommen: «Wir brauchen Unterstützung.» Zunächst will sie
im Team das Geschehen aufarbeiten und dann Perspektiven aufzeigen.