Möhlin
Cyan-blauer Sockel nicht erlaubt: Gemeinde schreibt Neuanstrich vor

Aus blau mach grau: Rolf Weidmann war gegen seinen Willen gezwungen, einen Sockel an der Fassade seines Sportgeschäfts grau statt blau anzumalen. Die Gemeinde hat interveniert», sagt Weidmann.

Marc Fischer
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Der Sockel an der Fassade war cyan-blau, doch Rolf Weidmann musste ihn auf Geheiss der Gemeinde umstreichen.

Der Sockel an der Fassade war cyan-blau, doch Rolf Weidmann musste ihn auf Geheiss der Gemeinde umstreichen.

Marc Fischer

Cyan-blau und weiss sollte die Fassade in Möhlin gestrichen werden, das war für Rolf Weidmann klar. «Das sind die Farben unseres Sportgeschäfts», so der Inhaber von Longo-Sport, der im Saal des ehemaligen Gasthauses Adler heute seinen Laden führt. Im vergangenen Jahr begann er deshalb mit der Fassadenrenovation. Die Fassade wurde weiss gestrichen, der Sockel cyan.

Heute allerdings ist der Sockel grau, von der Firmenfarbe Blau ist an der Fassade des Sportgeschäfts einzig noch das Logo des Geschäfts zu sehen. Was ist geschehen? «Die Gemeinde hat interveniert», sagt Rolf Weidmann «und ich musste das Haus umstreichen. Der Grund: Die Liegenschaft steht in der Möhliner Kernzone, wo Bauvorhaben den vorhandenen Dorfcharakter nicht verändern dürfen und das Ortsbild geschützt werden soll. «Ich habe nicht gewusst, dass man für einen neuen Anstrich ein Farbkonzept einreichen muss», sagt Weidmann. Und ergänzt, er habe damit auch seine liebe Mühe. «Ich habe den Eindruck, dass immer mehr behördlich reglementiert wird. Das begreife ich nicht ganz.»

Farbkonzept und Farbmuster

Auch dass das Cyan nicht genehm war, begreift Weidmann nicht. «Es gibt Häuser, die in grelleren Farben gestrichen sind.» Zudem sei die Liegenschaft in seinem Besitz und nicht in jenem der Gemeinde und die Farbgebung sei Geschmacksache. Und schliesslich stört Weidmann auch, dass solche Fragen «typisch schweizerisch» von Ort zu Ort unterschiedlich geregelt seien.

Hinzu kommt ein weiterer Kritikpunkt: die Verfahrensdauer. Das Farbkonzept reichte nämlich nicht. Es folgte ein Augenschein vor Ort. «Und danach musste ich Musteranstriche anbringen und absegnen lassen.» Dabei sei auch das neu vorgeschlagene Grau nicht im ersten Anlauf durchgewinkt worden. Und auch das Weiss der Fassade musste Weidmann schliesslich noch «etwas nachdunkeln», wie er sagt. «Dabei war der ‹Adler› meines Wissens früher weiss.»