Der Druck der Politik auf das Gesundheitszentrum Fricktal (GZF) wächst, neben den beiden präsentierten Zukunftsszenarien für den Standort Laufenburg, die beide einen deutlichen Leistungsabbau mit sich bringen, weitere Varianten zu prüfen. Nachdem sich letzte Woche FDP, SVP und SP kritisch zu den Plänen der GZF-Leitung geäussert haben – die SP sprach gar von einem «markanten Vertrauensbruch» – zieht nun die CVP nach.

Wenn auch im Ton moderater als die SP, sind die Forderungen ebenso klar: «Das Spital Laufenburg darf nicht geschlossen werden», schreiben Bezirksparteipräsident Martin Steinacher und Grossrat Werner Müller. Als zweiter Standort habe neben Rheinfelden auch Laufenburg seine Berechtigung und sei «ein sehr wichtiger Faktor für die Bevölkerung im oberen Fricktal». Nicht nur genügend Hausärzte und ein gut funktionierender Notfalldienst seien nötig, auch kurze Wege und die Nutzung der vorhandenen Infrastruktur müssten für die Gesundheitsversorgung der Region mit beachtet werden.

Wie die SP, welche die Bildung einer «konstruktiven Gruppe zusammengesetzt aus Experten, lokalen Hausärzten und Politikern» verlangt, fordert auch die CVP den Einbezug weiterer Kreise aus Politik, Gemeinden und Organisationen im Gesundheitsbereich, «damit weitere Lösungen diskutiert werden können».

Auch die CVP bezweifelt wie schon SVP und SP, dass die beiden Szenarien, welche die GZF-Leitung vor gut zwei Wochen öffentlich vorgestellt hat, die einzigen Optionen sind. Zwischen den Zeilen schimmert klar hindurch, dass die CVP diese beiden Varianten nicht für das Gelbe vom Ei hält. Die Mittepartei versteht nicht, weshalb nur zwei Varianten, die beide für Laufenburg einschneidende Auswirkungen hätten, aufgezeigt wurden. Das sei «nicht nachvollziehbar». Es lohne sich, weitere Möglichkeiten zu prüfen, «denn es wurden über die Jahre viele Steuergelder in beide Spitäler investiert und das Spital Laufenburg hat sicher auch seinen Teil an der Deckung der Kosten und dem weiteren Ausbau des GZF beigetragen.»

Zeitfahrplan kritisiert

Kritisiert wird von der CVP auch der Fahrplan. Bereits bis Ende Juni will das GZF die Abklärungen getroffen haben und entscheiden, welches Szenario umgesetzt wird. «Wir lassen uns keinen zeitlichen Druck aufsetzen und fordern das GZF auf, mit Politik, Hausärzten und anderen Organisationen nach weiteren Lösungen zu suchen.» Die Zeit dränge nicht so stark, als dass bis im Juni definitive Entscheide für oder gegen das Spital getroffen werden müssten.

Die Partei erinnert zudem daran, dass die beiden Spitäler Rheinfelden und Laufenburg just vor 20 Jahren fusioniert haben und man den Schritt zu einem Betrieb mit zwei Standorten gewagt habe. «Lange Zeit schien dies ein erfolgreicher Weg zu sein», hält die CVP fest – und traut dem «GZF auch weiterhin zu, den heutigen Herausforderungen standzuhalten». Mit einem Spital in Laufenburg.