Laufenburg
CVP stellt sich gegen Vorschlag für Neubau der Passerelle

Die CVP Laufenburg will den Neubau der Passerelle zurückstellen. Sie sieht im traktandierten Vorschlag des Gemeinderats «keinen abschliessenden Vorschlag» – die FDP kann das Vorhaben nicht nachvollziehen.

Mira Güntert
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Laufenburg will die provisorische Passerelle durch einen definitiven Bau ersetzen. An der Gemeindeversammlung im Juni 2018 ist ein Kredit über 310 000 Franken dafür beantragt.

Laufenburg will die provisorische Passerelle durch einen definitiven Bau ersetzen. An der Gemeindeversammlung im Juni 2018 ist ein Kredit über 310 000 Franken dafür beantragt.

Nadine Böhni

Seit Oktober 2016 führt ein Provisorium die Fussgänger über die Winterthurerstrasse in Laufenburg. Dieser Übergang wurde errichtet, nachdem zwei Wochen zuvor ein zu hoch beladener Sattelschlepper die Passerelle mitgerissen und dabei eine Autofahrerin verletzt hatte.

Kopie von Unfall Laufenburg
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Eine auf einem Anhänger verladene Arbeitsmaschine blieb bei der Durchfahrt an einer Fussgängerbrücke in Laufenburg hängen.
Eine auf einem Anhänger verladene Arbeitsmaschine blieb bei der Durchfahrt an einer Fussgängerbrücke in Laufenburg hängen.

Kopie von Unfall Laufenburg

Kapo AG

Das Provisorium soll nun einem Neubau weichen. So schlägt es der Stadtrat vor. Für die kommende Gemeindeversammlung vom 8. Juni empfiehlt er der Stimmbevölkerung, dem Verpflichtungskredit in Höhe von 310 000 Franken zuzustimmen.

CVP will konkreten Vorschlag

Dass das Projekt nicht überall auf Zustimmung stösst, ist spätestens seit der Mitgliederversammlung der CVP Laufenburg letzte Woche klar. In ihrer Mitteilung schreibt die Parteileitung, dass ihre Mitglieder einstimmig beschlossen hätten, den Neubau der Passerelle zurückzustellen. Man wolle den Gemeinderat beauftragen, bis zur nächsten Gemeindeversammlung einen konkreten Projektvorschlag zum Beschluss vorzulegen.

Will heissen: Die CVP unterstützt grundsätzlich den Ersatz der Passerelle, sieht im traktandierten Vorschlag des Gemeinderats aber «keinen abschliessenden Vorschlag» betreffend Materialisierung und Gestaltung. Auch, weil es in der Umgebung Gebäude mit architektonischer Bedeutung habe, müsse das Erscheinungsbild der neuen Passerelle etwas hergeben. Die möglichen Zusatzkosten, die durch das Zurückstellen entstehen könnten, sieht die CVP als «vertretbar» an. Das Provisorium kostet Laufenburg jede Woche 500 Franken.

Wirft man einen Blick über die Parteigrenzen hinaus, kommt die Idee der CVP ins Stocken. «Ich verstehe ihr Vorhaben nicht. Es wurde politisch nicht zu Ende gedacht», sagt René Leuenberger, Präsident der Laufenburger FDP.

«Ein klarer, sauberer Zweckbau»

«Wenn man jetzt schon einen fixfertigen Vorschlag verlangt, dann geht es noch zwei Jahre, bis eine neue Passerelle steht», sagt Leuenberger. Die Freisinnigen wollen sich deshalb an der Gemeindeversammlung hinter den Stadtrat stellen und dem Verpflichtungskredit zustimmen. «Ein klarer, sauberer Zweckbau würde dem Ganzen eine saubere Linie geben», sagt er.

Leuenberger schätzt, dass bei einer allfälligen Rückweisung des Geschäfts ein Projektierungskredit gesprochen werden müsste. Für den FDP-Präsidenten ginge zu viel Zeit verloren, wenn der Projektierungskredit erst an der nächsten Wintergemeinde zur Abstimmung vorgelegt würde und ein Verpflichtungskredit dann frühestens in einem Jahr zur Abstimmung käme.

Neben dem zeitlichen Aspekt spricht Leuenberger auch die Finanzen an: Einerseits sei das Planen eines konkreten Vorschlags nicht gratis, andererseits «kostet das Provisorium die Stadt jeden Schultag hundert Franken». Es sei nun fehl am Platz, das Projekt noch weiter hinauszuzögern.

Von der SVP Laufenburg war gestern niemand für eine Stellungnahme zu erreichen.

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