Studie
Credit Suisse-Studie ermittelte Entwicklung und Beschäftigung im Fricktal

Die Credit Suisse veröffentlichte Studie über die wirtschaftliche Entwicklung von Regionen. Im Fricktal floriert zwar die Wirtschaft, aber im Gastgewerbe ist die Beschäftigung in einem Jahr über 20 Prozent zurückgegangen.

Florian Binder
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Die Pharmabranche ist die grösste Arbeitgeberin im Fricktal. In Stein entsteht derzeit eine Anlage für feste Arzneiformen von Novartis.

Die Pharmabranche ist die grösste Arbeitgeberin im Fricktal. In Stein entsteht derzeit eine Anlage für feste Arzneiformen von Novartis.

Walter Christen

Die diesjährige von der Credit Suisse veröffentlichte Studie, in der die wirtschaftliche Entwicklung einer bestimmten Region dargestellt wird, zeichnet ein lichtes Bild der Fricktaler Wirtschaftsregion. Es gibt jedoch auch Schattenseiten.

Auf der einen Seite siedeln sich gerne Unternehmen im Fricktal an, die die überdurchschnittlich hohe Standortqualität der Umgebung zu schätzen wissen. Zu nennen sind hier besonders die steuerliche Attraktivität für juristische Personen sowie die hohe Erreichbarkeit für die Beschäftigten.

Abbau in der Gastronomie

Mit wenigen Ausnahmen liegt seit vielen Jahren die Anzahl der neu gegründeten Unternehmen leicht über dem Landesdurchschnitt. Die hohe Verfügbarkeit von Fachkräften lockt vor allem die Pharmabranche an, die im Fricktal mit 15 Prozent am meisten Menschen beschäftigt. Nach der Pharmabranche sind das Gesundheitswesen, das Ausbaugewerbe und der Detailhandel die grössten Arbeitgeber in der Region.

Auf der Schattenseite steht laut der Studie das Gastgewerbe. In keiner anderen Sparte der Wirtschaft ging die Beschäftigung so drastisch zurück, nämlich um über 20 Prozent. Auch der Bereich der Energieversorgung gehört zu den Verlierern der letzten Jahre.

Bevölkerung wächst weiter

Die wirtschaftliche Attraktivität des Fricktals zeigt sich laut der Credit-Suisse-Studie auch in der Bevölkerungszahl, die konstant seit Jahren wächst. Vor allem der Fakt, dass nach allen Abgaben und Fixkosten vom Lohn ein überdurchschnittlich hoher Betrag zum Leben übrig bleibt, lässt die Menschen ins Fricktal strömen.

Vor allem junge Leute zwischen 20 und 34 Jahren lassen sich hier nieder und versuchen ihr Glück – die Zuwanderer kommen dabei sowohl aus der Schweiz als auch aus dem Ausland. 40 Prozent der Steuerpflichtigen im Fricktal weisen ein Reineinkommen von mehr als 75 000 Franken aus, was auf einen guten Verdienst der Angestellten hinweist.

Viele der Zugewanderten lassen sich in einer der vielen Mietwohnungen nieder, die aktuell gebaut werden, und folgen so dem Trend des Fricktals, wo eher gemietet als gekauft wird. Der Anteil der Eigentumswohnungen ist wie der Anteil der Einfamilienhäuser tief. Wohnungen gibt es im Fricktal mehr als genug, doch nicht alle sind gefragt oder bezahlbar, einige werden leer bleiben.

Dies lässt sich nach Aussagen von Fabian Waltert von der Credit Suisse teilweise damit erklären, dass einige Institutionen und Personen Wohnungen als krisensichere Investitionsmöglichkeiten betrachten. Wie sich der Wohnungsmarkt und sein Überangebot nach dem Ja zur Einwanderungsinitiative entwickeln werden, bleibt abzuwarten.

Als weiteres, noch relativ vernachlässigbares Problem stellt die Studie auch die immer weiter auseinanderklaffende Preis-Einkommens-Schere dar: Das Einkommen wächst nicht im gleichen Masse, wie die Preise für Wohneigentum sich erhöhen.

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