Weihnachtsbaumverkauf Fricktal

Corona sorgt für hohe und frühe Nachfrage - die Bäume werden im Minutentakt gefällt

Derzeit ist die Motorsäge ein unverzichtbares Arbeitsgerät für Landwirt Wendelin Ebnöther aus Mettauertal.

Derzeit ist die Motorsäge ein unverzichtbares Arbeitsgerät für Landwirt Wendelin Ebnöther aus Mettauertal.

Im Fricktal läuft das Geschäft mit den Weihnachtsbäumen an – Corona sorgt für eine hohe und frühe Nachfrage.

Auf dem Mettauerberg dröhnt die Motorsäge in den Händen von Wendelin Ebnöther. Im Minutentakt fallen auf dem Feld die Nordmanntannen. Es ist Vollmond und damit die beste Zeit, um die Weihnachtsbäume zu schlagen, weiss Ebnöther, denn: «Bei Vollmond sind die Saftbahnen der Bäume mit Nährstoffen gut gefüllt. So nadeln sie auch bis weit nach Weihnachten nicht.»

So hat denn auch Ebnöther gestern Montag rund 200 Bäume gefällt und mit dem Traktor zu sich auf den Hof transportiert. Auf diesem rüstet er sie und bohrt mit seiner Easyfix-Maschine, einem Bohrgerät mit Fusspedal, ein Loch von unten in den Stamm, über das der Baum mit dem Christbaumständer verbunden wird. «So lässt sich der Baum sekundenschnell aufstellen, und man vermeidet das Anspitzen des Stamms, was dazu führt, dass er kein Wasser aufnehmen kann», erklärt er.

Der Baum wird gleich ­aufgestellt und geschmückt

Auch Rolf Stalder, der um den Magdener Dellhof Felder mit rund 5000 Tannenbäumen bewirtschaftet, war gestern mit dem Fällen beschäftigt. Auffällig für ihn ist, dass so manch einer seinen Baum früher als für gewöhnlich kauft. Der Grund hierfür liegt für ihn klar auf der Hand: Corona. «Die Menschen, sind oft zu Hause und wollen es in den eigenen vier Wänden schön haben.» Den Beweis dafür lieferte ihm der Samstag, an dem er den Verkauf einläutete und bereits zwischen 25 und 30 Bäumen absetzte. «Eine Kundin erzählte mir, dass sie den Baum gleich aufstellen und schmücken wird», so Stalder.

Alle Hände voll zu tun hatte Ebnöther in den letzten Tagen mit der Auslieferung von Zweigen an die Landi-Filialen in Eiken und Möhlin. «Seit Mittwoch waren es rund 600 Kilogramm», sagt er. Für ihn ein Zeichen, dass die Leute coronabedingt mehr Zeit für die adventliche Dekoration haben.

Der Verkauf ab Hof beginnt bei ihm ab 12. Dezember. Eine zwei Meter hohe Nordmanntanne in bester Qualität gibt es für 80, eine einen Meter hohe für 40 Franken.

Thomas Tschanz, Geschäftsleiter der Landi Frila – mit Läden in Gipf-Oberfrick, Eiken und Rheinfelden –, redet von einem gut anlaufenden Geschäft. «Wir haben in den ersten Tagen etwa 50 Prozent mehr Bäume verkauft als im letzten Jahr», sagt er.

Das Gros von Stalders Kunden bevorzugt die Nordmanntanne als Weihnachtsbaum in den eigenen vier Wänden – «der Klassiker» sozusagen. Weniger beliebt sei die Blautanne aufgrund ihrer stacheligen Nadeln. Wer den Waldgeruch mag, der ist mit einer Fichte gut bedient. «Sie verströmt einen intensiven Duft», sagt er.

Meistgesehen

Artboard 1