TV Möhlin
Coach Zoltan Cordas nach dem Unentschieden: «Die Vorbereitung war eine Katastrophe»

Der TV Möhlin belegt nach einem 27:27-Unentschieden gegen die SG Yellow/Pfadi weiterhin Rang 3 in der Tabelle. Im Interview spricht Coach Zoltan Cordas über die Erleichterung nach dem Tor, Verletzungssorgen und die Erwartungen für den Rest der Saison.

Fabio Baranzini
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«Normalerweise bin ich ein Optimist, aber die aktuelle Situation ist schon sehr schwierig.» Zoltan Cordas, Coach TV Möhlin

«Normalerweise bin ich ein Optimist, aber die aktuelle Situation ist schon sehr schwierig.» Zoltan Cordas, Coach TV Möhlin

Foto Wagner

Der TV Möhlin ist mit einem Unentschieden in die Rückrunde der NLB-Saison gestartet. Fünf Sekunden vor Schluss gelang Patrik Vizes gegen SG Yellow/Pfadi Espoirs das Tor zum 27:27 .

Zoltan Cordas, wie gross war die Erleichterung, dass es zum Auftakt doch noch für einen Punkt gereicht hat?

Zoltan Cordas: Ich war sehr froh, dass wir diesen Punkt geholt haben. Es war ein komisches Spiel, bei dem mir in den letzten 20 Minuten im Rückraum die Spieler ausgegangen sind. Florian Doormann kassierte die rote Karte und so mussten Florian Wirthlin und Patrik Vizes am Ende durchspielen, obwohl Vizes zuletzt acht Wochen verletzt ausgefallen war.

Trotzdem: Gegen die SG Yellow/Pfadi Espoirs wollten Sie mehr holen als nur ein Unentschieden.

Ja, ich habe mir ganz klar mehr erhofft. Wir haben phasenweise auch ganz gut gespielt, aber uns wurde zum Verhängnis, dass wir sowohl im Angriff als auch in der Verteidigung kaum wechseln und die Spieler entlasten konnten. Wir haben schlicht zu viele Verletzte.

Patrik Vizes, Karlo Ladan, Sebastian Kaiser, Manuel Csebits – die Liste der Verletzten und Angeschlagenen ist lang. Was liegt unter diesen Bedingungen in der Rückrunde drin?

Normalerweise bin ich ein Optimist, aber die aktuelle Situation ist schon sehr schwierig. Wir sind vor der Meisterschaftspause im Dezember bereits auf dem Zahnfleisch gelaufen, weil wir ein schmales Kader haben. Ich wollte dann eigentlich im Januar die Batterien aufladen und eine saubere Vorbereitung absolvieren. Wegen den vielen Verletzungen konnten wir aber nie komplett trainieren. Die Vorbereitung war eine Katastrophe.

Das klingt nicht so, als ob der TVM seinen dritten Platz verteidigen könnte.

Ich will unbedingt vorne mitspielen und auch die Jungs geben alles dafür. Ich muss jetzt möglichst schnell ein neues Spielkonzept mit nur zwei Rückraumspielern erarbeiten und allenfalls den einen oder anderen Spieler aus der U19 ins Team integrieren, damit die Belastung für die Spieler nicht zu gross wird.

Sie werden den TV Möhlin Ende Saison nach drei Jahren verlassen. Ist diese Rückrunde daher etwas Besonderes für Sie?

Ich denke überhaupt nicht daran, dass ich Möhlin Ende Saison verlassen werde. Das ist derzeit kein Thema – auch nicht in der Mannschaft.

Was waren die Gründe, dass Sie sich entschieden haben, nach zehn Jahren in der Schweiz nach Österreich zurückzukehren?

Ich brauche einen Tapetenwechsel und wollte zurück in meine Heimat.

Sie haben Ihren Abgang bereits Mitte November verkündet. Warum so früh?

Ich wollte dem Verein helfen. Es ist heute nicht mehr so einfach, einen guten Trainer zu finden. Ich habe daher bewusst entschieden, dem Verein möglichst viel Zeit zu geben, um meinen Nachfolger zu finden.