Laufenburg
Clara Moreau, ihre Chansons und ihr Akkordeon

Mit lausbubenhaft-charmanter Herzlichkeit begeisterte die Sängerin Clara Moreau bei ihrem Konzert in der Laufenburger Kultschüür das Publikum von der ersten Minute an. Wunderbar ihre Chansons und das Akkordeonspiel.

Ingrid Arndt
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Grossartige Stimme und den Schalk in den Augen: Clara Moreau in Laufenburg. – Foto: ari

Grossartige Stimme und den Schalk in den Augen: Clara Moreau in Laufenburg. – Foto: ari

Fast wie eine liebe Bekannte wurde sie begrüsst, wohnte die Künstlerin Clara Moreau doch auch einige Zeit im Fricktal. Gemeinsam singend stimmten sich alle ein auf das Programm «Trois petites notes de musique» – das Akkordeon war stets dabei. Der Titel des Programms war aber stark untertrieben. Womit Clara Moreau ihre Zuhörer verzauberte, waren nicht nur kleine musikalische Noten, sondern kraftvoll ausdrucksstarke Lieder, dargeboten mit einer dunklen, warmen Stimme, die zugleich aufrütteln und einhüllen konnte wie ein loderndes Feuer. Ihr Gesang war mitreissend, nachdenklich, philosophisch, einfühlsam, getragen von einer grossen Liebe zu den Dingen des Lebens. Sie erzählte kleine Geschichten aus Paris und anderen Städten auf dieser Welt.

Berührend zart das Chanson von den Kindern auf den Strassen in Frankreichs Metropole und einem Spaziergang zu den malerisch verwunschenen Winkeln dort. Keck die Schelmereien aus ihrer eigenen Kindheit, mal witzig-spritzig, mal einschmeichelnd.

Mit Schalk in den Augen und grossem schauspielerischem Talent berichtete die Sängerin heiter und stimmgewaltig etwa vom Hafen in Amsterdam, in dem die Matrosen nach langer Reise an Land gehen und nach monatelanger Abstinenz sich nicht nur dem guten Essen hingeben, sondern auch viel wichtigeren Freuden des Lebens – den «Kater» am nächsten Tag eingeschlossen.

Im Moment wieder sehr aktuell das Lied der Katalanen, gehandelt auch als deren heimliche Nationalhymne, in der es um einen Stock geht, an dem in zwei unterschiedliche Richtungen gezogen wird, bis eine Seite umfällt und so die Unabhängigkeit gewonnen wird.

Clara Moreau sang leidenschaftlich- temperamentvoll von Freud und Leid der einfachen Menschen, wusste, dass eine starke Zigarette über manchen Kummer hinweghilft, spottete über ihren handwerklich total unbegabten Onkel nahm die Besucher mit nach Argentinien, der Heimat der Milonga.

Gekonnt interpretierte sie Lieder von Edith Piaf über Jacques Brel bis hin zu Atahualpa Yupanqui.

Mit einer Liebeserklärung an Paris und ihr Publikum beendete sie das Konzert, natürlich nicht ohne Zugaben.

Nicht zu Unrecht gilt Clara Moreau als die Botschafterin des Chansons in der Schweiz. 1962 in Paris geboren, lebt jetzt in der Nähe von Zürich. Schon sehr früh entdeckte sie ihre Liebe zur Musik. Nach einer musikalischen Ausbildung war sie eine Zeit lang unterwegs als Strassenmusikantin, bewahrte sich immer ihre Vielseitigkeit. 2001 gründete sie ihre eigene Band, ist weltweit unterwegs auf Tourneen.