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Circus Nock: Auch die Unterstützung des Kantons konnte das Aus nicht abwenden

Der Circus Nock hat für sein Jubiläumsprogramm 2020 70'000 Franken zugesprochen bekommen. Das Geld wurde nicht ausbezahlt.

Thomas Wehrli
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Mit Bedauern reagiert auch die Abteilung Kultur auf das Aus für den Circus Nock. Damit gehe ein Teil der Aargauer Volkskultur mit langer Geschichte und Verankerung in der Aargauer Bevölkerung und ausserhalb des Kantons zu Ende, sagt Sascha Katja Giger, Mediensprecherin des Departements Bildung, Kultur und Sport, auf Anfrage der AZ.

Für die letztjährige Nock-Produktion «bravo bravissimo» hatte der Regierungsrat einen Swisslos-Fonds-Beitrag von 70'000 Franken gesprochen. Die Abteilung Kultur habe die Schlussabrechnung für das Vorhaben noch nicht erhalten. «Das Vorhaben hat jedoch stattgefunden, insofern ist davon auszugehen, dass es zu keiner Rückforderung kommt», beantwortet Giger eine entsprechende Frage der AZ.

Clown Pio (Pius) Nock ist eines der berühmtesten Mitglieder der Nock-Familie.
16 Bilder
Pio wird als Clown, der über das Hochseil tanzt, berühmt.
Pio begibt sich an der Expo 1964 in Lausanne mit dem Velo aufs Hochseil.
Der Zirkus in Solothurn im Jahr 1961.
Der Zirkus in Solothurn im Jahr 1961.
Der Zirkus in Solothurn im Jahr 1961.
Zirkus Nock in Solothurn, 1961.
Zirkus Nock in Solothurn, 1961.
Zirkus Nock in Solothurn, 1961.
Zirkus Nock in Solothurn, 1961.
Der zauberhafte Clown Pierino führt bei der Premiere des neuen Programms des Zirkus Nock am Samstag, 10. März 2001 in Frick seine Nummer vor.
Der Italiener Redi Cristiani zeigt seine Raubtiernummer im Jahr 2003.
Die russische Akrobatin Elena Tchipokova 2001 in Frick.
Die tschechische Akrobatin Enrica Stauberti 2001 in Frick.
Kindervorführung im Zirkus Nock in Willisau im Jahr 2000. (Archiv LZ)
Die Italienerin Soara Bobba zeigt ihre Zebra-Nummer 2003.

Clown Pio (Pius) Nock ist eines der berühmtesten Mitglieder der Nock-Familie.

ETH-Bibliothek Zürich/ Comet Photo

Auch in diesem Jahr hat der Regierungsrat 70'000 Franken gesprochen – für das Jubiläumsprogramm im nächsten Jahr. Das Geld sei noch nicht ausbezahlt, sagt Giger. Ob das Geld oder ein Teil davon ausbezahlt wird, kann Giger derzeit nicht sagen. «Die Abklärungen zum Stand des Vorprojektes für das Jubiläumsjahr 2020 stehen noch aus, insofern kann dazu noch keine Aussage gemacht werden.»

Klar ist: Das Nock-Aus hat keinen Einfluss auf den Gastauftritt des Kantons Aargau am «Fête des Vignerons» in Vevey am 6. August 2019, der unter dem Motto «Cirque d’ArgoVin» steht und an dem Aargauer Zirkusunternehmen beteiligt sind. Das Programm sei von der «Nock»-Schliessung nicht tangiert, sagt Giger. Was der Kanton Aargau in Vevey bieten wird, will die Regierung in dieser Woche präsentieren.

Auch andere Verpflichtungen oder Verbindungen zwischen dem Zirkus respektive der Familie Nock und der Abteilung Kultur bestehen laut Giger nicht.

Clown Pio ist am 7. März 1993 an der Premiere des Circus Nock in Frick AG in seinem Element.
37 Bilder
Pio (Pius) Nock ist eines der berühmtesten Mitglieder der Nock-Familie. Er tritt auch im Circus Knie oder – wie hier – im Circus Pilatus auf.
Pio ist der Cousin von Franz Nock, dessen Töchter den Circus Nock zuletzt führen. Die Bilder zeigen ihn Mitte der 1950er-Jahre im Circus Pilatus. Er ist mit der Tochter des Pilatus-Direktors verheiratet.
Pio wird als Clown, der über das Hochseil tanzt, berühmt – auch international.
Im US-Film Circus-Welt (1964) hat er einen Auftritt an der Seite von Westernlegende John Wayne. Nock spaziert als Clown-Double auf einem Hochseil über einen Löwenkäfig.
Pio begibt sich im Programm des Circus Knie an der Expo 64 mit dem Fahrrad aufs Hochseil.
Pio stirbt 1997 77-jährig während einer Vorstellung im Winterzirkus "Maskerade" in Dortmund.
Pio war der Grossonkel von Hochseilartist Freddy Nock.
Der Circus Nock ist der älteste Zirkus der Schweiz.
Ab Mitte des 19. Jahrhunderts reist die Familie Nock mit Arena und Zirkus durch das Land.
Die Bilder stammen aus einer Fotoreportage aus dem Jahr 1961 in Solothurn.
Der Zirkus wird Ende des 19. Jahrhunderts auch Bündner Nationalzirkus genannt.
Mit Zelt, eigenem Orchester und Elefanten geht es in die Alpentäler um Davos. Die Passüberquerungen sind teilweise spektakulär.
Auftritt mit einem Esel 1961 in Solothurn. 2018 umfasst der Tierbestand 10 Pferde, 5 Ponys, 2 Esel, 2 Kamele, 2 Lamas und ein Zebra.
Mehrmals wird das Zelt der Nock vom Wind zerstört. Ab 1942 ist der Zirkus zwölf Jahre ohne Zelt unterwegs.
Es folgen weitere Bilder von der Vorstellung 1961 in Solothurn.

Clown Pio ist am 7. März 1993 an der Premiere des Circus Nock in Frick AG in seinem Element.

Keystone