Gipf-Oberfrick

Christoph Simon am Kul’tour-Anlass: Wortwitz und Humor im Gewölbekeller

Christoph Simon in Gipf-Oberfrick.

Christoph Simon in Gipf-Oberfrick.

Mit Wortakrobatik, unerwarteten Wendungen im Text und viel Humor zog Christoph Simon das Publikum im Gewölbekeller von Charlotte und Judith Häseli in seinen Bann. Kein Auge blieb trocken während der neusten Etappe von Kul’tour in Gipf-Oberfrick.

Nebst Edelbränden und Naturabeef züchten Häselis seit eineinhalb Jahren Fische, und zwar Zander. Für Kul’tour öffnete die Familie ihren geräumigen Gewölbekeller. Vieles war schon in diesem Keller, doch bestimmt noch nie ein ehemaliger Poetry-Slam-Schweizer-Meister samt Publikum.

Als Vagabund und Strassenmusiker wird Christoph Simon in seinem Stück von Frau Fink, einer erfolgreichen Vermögensverwalterin, mit Kaffee bekleckert und erfährt darauf im Waschsalon von ihrem Herzschmerz nach einer gescheiterten Beziehung mit dem vermeintlichen «Mann fürs Leben».

Die Plüschtiere sammelnde Frau Fink tickt ganz anders als der freiheitsliebende Strassenmusiker. Ihm geht es um Begegnung und Trennung, bevor es weh tut. Frau Fink dagegen sucht den idealen Mann und sie hat ihre klaren Vorstellungen. Der Vagabund hat Mitleid mit ihr und beschliesst, ihr den «Richtigen für fast alles» zu suchen, den perfekte Freund, Vater, Liebhaber, kurz und gut einen «All in One».

Er selber betrachtet sich mehr als «One for All». «Ich bin wie ein Hemdknopf: Wenn es mir zu eng wird, spickt es mich davon», sagt er von sich selber. Auf der Suche nach einem Mann für Frau Fink begegnet der Vagabund seinen eigenen Sehnsüchten und Widersprüchen. Und während dem Suchprozess halten sich Frau Fink und der Strassenmusiker gegenseitig den Spiegel vor. Bis sich das Blatt wendet und wahre Liebe möglich wird.

Christoph Simon beschloss nach der Jazzschule Bern und einigen Lehr- und Wanderjahren, als Kabarettist, Autor und Slam Poet sein Geld zu verdienen. Er gewann mehrere Preise, unter anderem den Salzburger Stier. Während dem grossen Applaus wurde ihm durch Vorstandsmitglied Martin Schmid ein weiterer Preis verliehen: Das lederne «K» von Kul’Tour Gipf-Oberfrick. (AZ)

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