Möhlin
Chipperfield kann Wallbacher Cup-Triumph nicht verhindern

Am Donnerstagabend war Derby-Zeit: Auf dem Steinli trafen der FC Möhlin und der FC Wallbach aufeinander – ausgerechnet im Viertelfinale des Basler Cups. Am Ende jubelten die Gäste. Daran konnte auch Ex-FC Basel-Star Scott Chipperfield nichts ändern.

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Die Spieler des FC Wallbach machen nach dem Cup-Fight die Welle mit den Fans.

Die Spieler des FC Wallbach machen nach dem Cup-Fight die Welle mit den Fans.

Nadine Böni

Zum Schluss schrien es die Wallbacher Fans noch einmal, euphorisiert und laut: «Heimspiel in Möhlin, mir singe Heimspiel in Möhlin!» 6:1 hatte ihr FC Wallbach gerade gewonnen und das nicht in irgendeinem Spiel – nein: im Derby, beim Rivalen aus dem Nachbardorf, im Viertelfinale des Basler Cups. Und während die Rotweissen mit ihren Fans feierten, schlichen die Blauweissen mit hängenden Köpfen vom Platz.

Wo ist Scott Chipperfield?

Viel war dem FC Möhlin zuvor im Spiel nicht gelungen. Ein wegen Offside – wohl zurecht – aberkanntes Tor in den Startminuten. Dann: Fehlpässe, verlorene Zweikämpfe, individuelle Fehler, Pech. Wie in der 17. Minute: Nach einem Eckball fällt der Ball dem Wallbacher Fabian Böni vor die Füsse. Und der staubt trocken ab. 0:1. Drei Minuten später holt der Stürmer einen Penalty heraus, verwandelt ihn gleich selber, 0:2.

Auf der Sportanlage Steinli kehrt Ernüchterung ein. Die Möhliner unter den rund 400 Fans beginnen zu hadern – und sich zu fragen: Wo ist eigentlich Scott Chipperfield?

Erst vor wenigen Wochen verpflichtet, macht der ehemalige Star des FC Basel sein zweites Spiel für den FCM. Aber auch Chipperfield kann nicht verhindern, dass Wallbach noch vor der Halbzeit auf 0:3 (Eric Spähni) und kurz nach dem Seitenwechsel auf 0:4 (Yannik Hunkeler) erhöht.

Das Spiel ist da längst gelaufen, daran ändert auch Gzim Krasniqis sehenswerter Treffer zum 1:4 nichts. In der Schlussphase gelingen Tobias Kaufmann und Yannick Hasler gar noch zwei weitere Treffer für die Wallbacher.

«Toller Abend für das Fricktal»

Den Möhlinern blieb nach dem Spiel nichts, ausser die Enttäuschung. «Die Mannschaft hat sich viel vorgenommen, konnte aber nicht umsetzen, was sie im Kopf hatte», sagte Sportchef Stefano Di Pasqua. Die ersten fünf Minuten seien gut gewesen. «Danach war Wallbach cleverer. Sie haben verdient gewonnen.»

Alles mochte er aber nicht schlecht reden: «Solche Niederlagen tun zwar weh, aber sie können einer so jungen Mannschaft in der Entwicklung helfen.» Und dann war da ja auch noch der Rahmen, in dem dieses Cupspiel stattfinden konnte: «So viele Zuschauer auf dem Steinli – das hat es schon lange nicht mehr gegeben. Von daher war es ein toller Abend für das Fricktal, wenn auch nicht für uns», sagte Di Pasqua.

«Absolut ungewohnt, aber grossartig» sei es gewesen, vor so vielen Zuschauern zu spielen, befand auch der Wallbacher Sportchef Dominik Metzger. «Es ist einfach einmalig im Fricktal, was bei diesem Derby abgeht.» Dann ging es für Metzger und die anderen Wallbacher heim ins eigene Clubhaus. Gefeiert wurde bis spät in den Karfreitag hinein. Mit dabei ein Spruchband der Fans: «S’Fricktal isch rotwiss!»