Sie rockte das Hallenstadion und haute die Schweizer vom Sessel – mit ihnen Tennisstar Roger Federer: Am 21. Dezember letzten Jahres sang die zehnjährige Chelsea Fontenel aus Kaiseraugst vor 11 0000 Zuschauern. Und brillierte dananch auch noch im Tennis-Spiel gegen Roger Federer.

Chelseas Auftritt im Zürcher Hallenstadion am «Match For Africa»

Chelseas Auftritt im Zürcher Hallenstadion am «Match For Africa»

Am Mittwochabend war das kleine Multitalent zusammen mit ihrer Mutter Kathleen Fontenel zu Besuch bei Markus Gilli in der Sendung «TalkTäglich».

Gilli zeigte sich beeindruckt von ihren souveränen Auftritten. «Ich habe nie Lampenfieber», sagte die Fünftklässlerin darauf total cool. «Vor dem Tennis-Spielen war ich schon etwas nervös, aber vor dem Singen nicht wirklich. Ich hatte ja schon so viele Auftritte und langsam habe ich mich an die Bühne und an die Zuschauer gewöhnt.»

Naturtalent als «Gottesgeschenk»

Chelseas Talent ist für Kathleen Fontenel ein «Gottesgeschenk». «Weil, wir sind überhaupt nicht musikalisch und woher sie all das hat, ist deshalb eine grosse Frage.»

Chelsea nimmt weder Gesangsunterricht noch kann sie Noten lesen. «Ich mache alles mit meinem Ohr und mit meinem Herz.» Das heisst: Sie hört sich ein Lied genau an und versucht es dann einfach nachzusingen. «Und ich mache dann immer ein kleines Kunstwerk daraus.»

Nebst all dem Talent brilliert Chelsea auch als vorbildliche Tochter. «Sie war immer ein einfaches, normales Kind. Wir hatten nie grosse Probleme», lobt die Mutter. Und: «Sie ist zielstrebig und weiss genau, was sie will.» Die Eltern hätten da nicht viel beitragen müssen: «Sie ist einfach so auf die Welt gekommen.»

Hier fallen die Juroren auf die Knie: Die achtjährige Chelsea mit «Girl On Fire» bei «The Voice Kids» 2013

Hier fallen die Juroren auf die Knie: Die achtjährige Chelsea mit «Girl On Fire» bei «The Voice Kids» 2013

In der deutschen TV-Show «The Voice Kids» schaffte Chelsea den Durchbruch. Nach ihrem Auftritt mit dem Song «Girl On Fire» fielen die Juroren gar auf die Knie vor ihr.

«Mami will nur das Beste für mich»

Gewonnen hat sie trotzdem nicht. Mama Kathleen war erleichtert darüber – so blieb dem kleinen Mädchen der allzu grosse Rummel erspart. Dennoch wurde die Familie mit Medienanfragen nur so überschwemmt.

«Wir mussten Vieles absagen – das ist einfach nicht mehr gegangen, auch dadurch, dass sie daneben ja noch Tennis spielt.» Für die Eltern war es sehr wichtig, dass ihre Tochter weiterhin «ein ganz normales Kind» bleiben konnte.

Auch weiterhin ist für die Eltern das Wichtigste, dass ihre Tochter auf dem Boden bleibt. «Ich sage ihr immer, Bodenständigkeit ist das Wichtigste. So verdient sie auch den Respekt, den sie bekommten sollte.»

Chelsea sagt dazu: «Ich bin gleicher Meinung wie mein Mami. Weil ich weiss, dass s'Mami nur das Beste für mich will.»

Und plötzlich spricht sie Bühnendeutsch

Der neueste Coup: Chelsea amtet als Synchronsprecherin im US-Musicalfilm «Annie». Und das tönt so:

Ausschnitt aus dem US-Musicalfilm «Annie» mit der Synchronstimme von Chelsea Fontenel

Ausschnitt aus dem US-Musicalfilm «Annie» mit der Synchronstimme von Chelsea Fontenel

Was das perfekte Hochdeutsch angeht, ist sie überigens auch ein Naturtalent. Die Mutter staunt selbst: «Wir reden nur Englisch zuhause und Schweizerdeutsch.» Manchmal erkenne sie die Stimme ihrer eigenen Tochter kaum. Das Bühnendeutsch eignete sie sich übrigens an, in dem sie deutsches Fernsehen schaute.

Chelseas grösster Wunsch: Die erste singende Tennisspielerin zu werden. (smo)