Laufenburg

Cheisacher spielt wichtige Rolle in der Vermessung

Christoph Koch (links) erläutert Vereinspräsident Roger Erdin die Funktionsweise einer Drohne.

Christoph Koch (links) erläutert Vereinspräsident Roger Erdin die Funktionsweise einer Drohne.

Der Cheisacher spielte bereits in den Anfängen der Landesvermessung als Fixpunkt eine bedeutende Rolle – so auch heute noch. Denn bei der Sternwarte ist einer von landesweit 30 Satelliten-Fixpunkten montiert.

Zum Thema «Von der Dufourkarte zum GPS-Landesnetz» zeigte an der Generalversammlung des Trägervereins Cheisacherturm Geometer Christoph Koch vom Ingenieurbüro Koch und Partner in Laufenburg die enorme Entwicklung im Bereich der Landesvermessung auf. Er ging dabei speziell auf die Funktion des Cheisachers ein. Auf dem höchsten Punkt, im heutigen Bereich des Cheisacherturms, wurde etwa 1830 ein grosser Signalstein gesetzt.

1868 wurde dieser durch einen neuen Stein und einen pyramidenförmigen Triangulationspunkt ersetzt. Ein acht Meter hoher Beobachtungsturm löste 1913 die Triangulation ab, musste jedoch bereits 1924 aus Sicherheitsgründen abgebrochen werden.

Fixpunkt Cheisacher

Die Triangulation Cheisacher war bereits 1830 für die Vermessung von grosser Bedeutung, so unter anderem für die Herstellung der Michaelis-Karte. Von 1837 bis 1843 ist so der ganze Kanton Aargau aufgenommen worden. Die Michaelis-Karte bildete die Grundlage für die spätere Siegfried-Karte. Mit der Dufour-Karte wurde sodann die erste amtliche Landeskarte geschaffen. Der Siegfried-Atlas ab 1870 entstanden, enthielt erstmals Höhenkurven. Der dreifarbige Druck und insbesondere die Felsdarstellung fanden internationale Beachtung. Als Vorläufer der heutigen Landeskarten ist der Siegfried-Atlas bis 1949 von der Landestopografie weiter bearbeitet worden.

1935 sind die gesetzlichen Voraussetzungen für topografische und geografische Kartenwerke geschaffen worden. So entstanden ab 1938 die ersten Karten im Massstab 1:50'000. Im Jahr 1952 erfolgte die Erstausgabe einer Karte im Massstab 1:25'000. Seit 2013 sind neue, digitale Landeskarten in Bearbeitung; als erstes Blatt ist Aarau erschienen.

Vom Theodolit zur Drohne

Der Theodolit, ein Winkelmessgerät, diente Jahrzehnte für die Distanzmessung. Die Elektronik hielt ab 1970 Einzug, was einen riesigen Entwicklungsschritt bedeutete. Ein Quantensprung folgte sodann mit der Satellitenvermessung, die seit 1980 stetig weiter verbessert wird. Heute basiert die Vermessung auf dem GPS-Navigationssystem, einem Konzept, das 1974 für militärische Zwecke entwickelt worden ist.

Das der Vermessung zur Verfügung stehende Global Navigation Satellite System (GNSS) stützt sich auf 24 Satelliten ab, die in rund 20'000 Metern Höhe die Erde umkreisen. In der Schweiz sind 30 GNSS-Fixpunkte installiert – der einzige im Aargau befindet sich bei der Sternwarte Cheisacher. «Dieses System erlaubt eine zentimetergenaue Vermessung», sagte Christoph Koch.

Fotogrametrie vor grosser Zukunft

Doch die Entwicklung geht weiter. Mit einem Fotoapparat ausgerüstete Drohnen sind in der Lage, hochaufgelöste Bilder zu generieren und auf einen Laptop zu senden. Mit einem Spezialprogramm werden die Bilder zusammengefügt und liefern so die Grundlage für die Vermessung. Was früher in aufwendiger Feldarbeit mit Theodolit erarbeitet werden musste, schafft heute eine entsprechend ausgerüstete Drohne nicht nur schneller, sondern auch wesentlich genauer.

Koch und Partner ist in diesem Bereich einer der Pioniere. «Die Bildvermessung hat eine grosse Zukunft», zeigte sich Christoph Koch überzeugt. Er wies auf den rasanten Wandel in den Vermessungsmethoden hin. Dennoch ist Koch überzeugt, «dass wir wohl noch länger gedruckte Karten nutzen werden, denn Papier ist beständig».

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