Rheinfelden

BZF-Initiant: «Ich befürchte ein Ausbluten»

Gemeinsam mit Fricktaler Unternehmern übergab Christoph Grenacher Alex Hürzeler (vorne) im März die Petition. Archiv/Nbo

Gemeinsam mit Fricktaler Unternehmern übergab Christoph Grenacher Alex Hürzeler (vorne) im März die Petition. Archiv/Nbo

Nach dem Berufsschulentscheid des Grossrats fürchtet Petitions-Initiant Christoph Grenacher Konsequenzen für das Berufsbildungszentrum Fricktal.

Das Aargauer Kantonsparlament ist nicht auf die Vorlage zum «Standort- und Raumkonzept Sekundarstufe II» eingetreten. Damit ist eine rund fünfjährige Arbeit für eine Reorganisation der Aargauer Berufs- und Mittelschulen gescheitert.

Christoph Grenacher sieht dadurch das Berufsbildungszentrum Fricktal (BZF) gefährdet. Der Ittenthaler hatte Mitte Februar die Petition «Ja zum BZF» lanciert und Ende März dem zuständigen Bildungsdirektor Alex Hürzeler übergeben. Hinter den rund 280 Unterschriften stehen Fricktaler Unternehmen und Gewerbebetriebe, die insgesamt rund 6500 Mitarbeitende beschäftigen und gegen 500 Lehrlinge ausbilden. Die Petition wurde unterstützt von verschiedenen Gewerbevereinen, der Aargauischen Industrie- und Handelskammer sowie 14 Gemeinden aus dem Fricktal.

Nur kurzfristig ein Vorteil

In einer Mitteilung an die Unterzeichner der Petition bedauert Grenacher nun den Entscheid des Grossen Rates, der «ohne jedwelchen neuen Auftrag an den Regierungsrat erfolgt» sei – zumal die Vorlage zu einer Stärkung des BZF geführt hätte. Vorgeschlagen wurde nicht nur die Weiterführung des BZF, sondern es wurde zur Sicherung einer wirtschaftlich und pädagogisch sinnvollen Schulgrösse auch eine Erhöhung der Schülerzahlen angeregt. Grenacher: «Dieser Ausbau des BZF hätte dafür gesorgt, dass das Fricktal als prosperierende Wirtschaftsregion eine attraktive Ausbildungsstätte für zukunftsfähige Berufe anbieten kann.»

Kurzfristig sei der Entscheid des Grossen Rates möglicherweise ein Vorteil, heisst es in der Mitteilung an die Petitionsunterzeichner weiter. «Schon mittelfristig ist jedoch zu befürchten, dass der latente Spardruck im Bildungsbereich zu einem, wie es auch der zuständige Bildungsdirektor Alex Hürzeler in der Debatte antönte, langsamen Ausbluten der Regionen führt.»

Dass dann den zuständigen Grossräten die jetzt im Hinblick auf die bevorstehenden Erneuerungswahlen des Grossen Rates aufgeschobene regionalpolitische Diskussion nicht erspart bleibe, sei klar – und dass es dann auch politische Vertreter aus der Region brauche, «die mit Tatkraft nicht bloss ‹fait accomplis› abhandeln, sondern ihren gestalterischen politischen Auftrag ernst nehmen», sei ebenso unbestritten, heisst es in der Stellungnahme zum «Nullentscheid zum BZF».

Grenacher will kämpfen

Jetzt aber abzuwarten, was geschieht, wäre «der falsche Weg», schreibt Grenacher. «Wenn die Fricktaler Grossräte in ihrer gemeinsamen Stellungnahme betonen: ‹An uns kommt man nicht so leicht vorbei!›, so sind sie jetzt zum Tatbeweis gefordert: Sie müssten sich mit Vorstand und Rektorat des BZF unabhängig weiterer regierungsrätlicher Entscheide in der Sache darauf verständigen, mit welchen politischen Vorstössen aus der Region der Erhalt und der Ausbau des BZF mit zukunftsfähigen Angeboten gesichert werden können.» Das, und nicht weniger sei auch die Bringschuld gegenüber den Petitionären, die sich engagiert für das BZF eingesetzt haben. «Verschnaufpausen sind jetzt fehl am Platz. In diesem Sinne: Sie hören wieder von mir», verspricht Grenacher. (az)

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