Fricktal

Bussen zeigen Wirkung: Weniger Lenker missachten Fahrverbot

Ohne Bussen geht es nicht: Nur so werden Fahrverbote ernstgenommen.

Ohne Bussen geht es nicht: Nur so werden Fahrverbote ernstgenommen.

Die Regionalpolizei Unteres Fricktal präsentiert in ihrem Geschäftsbericht die wichtigsten Kennzahlen aus dem vergangenen Jahr.

In Zeiten des Corona-Virus ergreift auch die Regionalpolizei Unteres Fricktal Massnahmen. Die sonst übliche Medienkonferenz zur Präsentation des Geschäftsberichts 2019 etwa wird abgesagt, der Bericht stattdessen schriftlich verschickt. Und Hansueli Loosli, Chef der Regionalpolizei, gibt per Telefon dazu Auskunft. Er spricht von einem «insgesamt ruhigen Jahr» mit kaum aussergewöhnlichen Vorfällen. «Eine besondere Herausforderung aber stellte die Expo in Rheinfelden als Grossanlass dar», so Loosli.

Trotz ruhigem Jahr gibt es einige Zahlen, die im Geschäftsbericht auffallen. So wurden durch die Repol 8281 Verkehrsbussen erfasst – Bussen aus Geschwindigkeitskontrollen nicht eingerechnet. Das sind deutlich weniger als im vergangenen Jahr. 2018 wurden noch 9477 Verkehrsbussen verteilt. «Das ist ein Rückgang um rund 13 Prozent», sagt Loosli.

Hansueli Loosli, Leiter der Polizei Unteres Fricktal.

Hansueli Loosli, Leiter der Polizei Unteres Fricktal.

Fahrverbote werden mit Videokamera überwacht

In der Statistik zu Buche schlägt dabei vor allem der Bereich «Nichtbeachten Fahrverbot für Motorwagen». Erwischten die Beamten der Regionalpolizei 2018 noch 1515 Lenker in einem Fahrverbot, so waren es 2019 nur noch 848 – ein Rückgang von beachtlichen 44 Prozent. Loosli führt dies unter anderem auf die in der Vergangenheit verteilten Bussen zurück. 100 Franken kostet ein Vergehen gegen ein Fahrverbot. «Offenbar ist das für viele doch zu teuer, als dass sie eine solche Busse riskieren wollen», sagt Loosli.

Gerade an jenen Strecken, wo das Fahrverbot oftmals missachtet wird, setzt die Regionalpolizei seit einiger Zeit eine mobile Videokamera ein, um die Missetäter zu überführen. So etwa am Langammelweg zwischen Zeiningen und Wallbach. Das hat vielerorts zu einer Verbesserung geführt. Besonders bei den Fahrverboten in Kaiseraugst am Linerweg und in der Rinaustrasse, in Rheinfelden bei der alten Rheinbrücke und im Zentrum Augarten sowie eben auf dem Langammelweg sei nun ein «markanter Rückgang» zu verzeichnen, so Loosli.

Dahingegen erwischte die Polizei 2019 mehr Lenker, die zu schnell unterwegs waren als im letzten Jahr. Die Anzahl der Messungen sowie die Anzahl der gemessenen Fahrzeuge lagen zwar leicht unter den Vorjahreswerten. Die Anzahl der Übertretungen aber stieg um rund 13 Prozent von 12636 auf 14254. Die Übertretungsquote erhöhte sich somit leicht von 1,1 auf 1,3 Prozent. Insgesamt wurden während 178 Geschwindigkeitskontrollen fast 1,12 Millionen Fahrzeuge gemessen. Die meisten Übertretungen bewegten sich im Bereich zwischen einem und fünf Stundenkilometern. Über 16 km/h zu schnell waren 188 Lenker.

Beamte waren mehr auf Patrouille als im Vorjahr

Gesteigert hat die Regionalpolizei die sichtbare Polizeipräsenz auch ausserhalb der ordentlichen Öffnungszeiten. Die ausgewiesene Polizeipräsenz betrug im vergangenen Jahr 9953 Stunden. Das sind 370 Stunden oder vier Prozent mehr als 2018 und gar 1133 Stunden oder knapp 13 Prozent mehr als 2017. «Die Polizeipräsenz ist ein wichtiges Element zur Prävention von Straftaten», sagt Hansueli Loosli. Dabei denkt er unter anderem an Einbrüche oder Vandalenakte. «Daneben können während einer Patrouille unter anderem auch Verkehrs- oder Baustellenkontrollen durchgeführt werden», so Loosli.

Der Ertrag fiel mit rund 1,4 Millionen Franken deutlich höher aus als budgetiert. Dem entgegen steht ein Aufwand von knapp 2,5 Millionen Franken. «Die Kosten pro Einwohner liegen demnach in der Grössenordnung der Vorjahre», sagt Loosli.

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Autor

Nadine Böni

Nadine Böni

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