Mit einem Trauermarsch trugen die Meler Galgevögel die Fasnacht am Mittwochabend in Möhlin zu Grabe. In Laufenburg setzten die Narren mit der Verbrennung des Bööggs der fünften Jahreszeit ein Ende. Natürlich seien die letzten Tage anstrengend und intensiv gewesen, «aber auch sensationell gut», bilanziert Roman Maier, OK-Vizepräsident der Städtlefasnacht, das grenzüberschreitende bunte Treiben in der Laufenburger Altstadt.

Eine kleine Ausnahme sei der Freitag gewesen. Der Nieselregen am frühen Abend habe den einen oder anderen davon abgehalten, das Guggen-Open-Air zu besuchen. «Es war etwas weniger los als gewöhnlich», so Roman Maier, der nachschiebt, dass das Sicherheitskonzept mit sieben Security-Mitarbeitern auf Schweizer und rund 20 auf badischer Seite gut gegriffen habe. «Es gab keine nennenswerten Zwischenfälle. Überhaupt war die Stimmung sehr friedlich.» Nur vereinzelt hätten die Security-Mitarbeiter Alkoholika und Glasflaschen sicherstellen müssen, welche die Gäste in ihren Taschen auf das Festgelände mitnehmen wollten. Neben dem Sicherheitsdienst hatte auch der Sanitätsdienst an der grenzüberschreitenden Grossveranstaltung auf der Schweizer Seite einen ruhigen Abend. «Einsätze wegen Verletzungen oder übermässigem Alkoholkonsum gab es keine.»

Betrunkener greift Sanitäter an

Einen Einsatz für die Polizei gab es am späten Samstagabend an der Fasnacht in Kaiseraugst auf dem Schulplatz, erzählt Mathias Hassler, Obmann vom Fasnachts-Komitee. «Mehrere Polizisten mussten eingreifen, weil dort ein Besucher Radau gemacht hat.» Bei dem Vorfall handelte es sich um einen Angetrunkenen, der einen Sanitäter angegriffen hatte, sagt Hansueli Loosli, Leiter der Regionalpolizei unteres Fricktal. «Wir haben die Person abführen müssen.» Insgesamt gab es noch zwei weitere Einsätze für die Regionalpolizei über das Wochenende. «In Möhlin wurde eine Person am Auge verletzt, einen anderen Vorfall konnte der Sicherheitsdienst klären», so Loosli, der nachschiebt, dass mit drei Einsätzen die Fasnacht ruhig verlief. In der Nacht von Samstag auf Sonntag führte die Regionalpolizei im Zuge der Verkehrssicherheit Fahrtüchtigkeitskontrollen durch. «Es freut uns, dass sich alle – zumindest diejenigen, die wir kontrolliert haben – an die Gesetze gehalten haben», sagt Loosli.

Gemäss Miriam Crespo, Sprecherin des Gesundheitszentrums Fricktal, ist das Fasnachtswochenende auf den Notfallstationen in Laufenburg und Rheinfelden «sehr ruhig und ohne nennenswerte Zwischenfälle verlaufen».

Frühlingshafte Fasnacht

Etwas überrascht vom regen Besucher-Andrang am Kaiseraugster Fasnachtsumzug am Samstagnachmittag war Hassler schon. Aufgrund der gerade zu Ende gehenden Sportferien im unteren Fricktal nahm er an, dass sich viele noch auf der Rückreise befänden und deswegen dem Umzug fernbleiben würden. «Doch bereits einige Minuten vor dem Umzug gab es keine Plaketten mehr. Das gute Wetter hat sicher dazu beigetragen», sagt Hassler.

Daniel Ryser, Präsident der Meler Galgevögel, ist mit den beiden grossen Umzügen am Sonntag und Dienstag durch Möhlin zufrieden. «Wir hatten an beiden Tagen super Wetter, sodass die Paradestrecke gut besucht war.» Einige Narren seien bei den milden Temperaturen in ihren dicken Kostümen sogar ins Schwitzen gekommen. Schade sei es gewesen, dass während des grossen Guggenkonzerts auf zwei Bühnen an der Hauptstrasse am Montagabend ein Sturm aufkam, der die Zuschauer ins Trockene getrieben habe.

Am Samstag sei es während des Nachtumzugs zum Häxefüür relativ mild gewesen, so Roman Maier. Dies habe dazu geführt, dass es nicht nur viele Besucher in die Laufenburger Altstadt zog, sondern, dass diese auch lange das anschliessende Bühnenprogramm auf dem Marktplatz verfolgten. «Auch am Sonntag beim grenzüberschreitenden Umzug haben wir es gut mit dem Wetter erwischt.» So waren die Plaketten für den Umzug schnell ausverkauft und die Zuschauer standen auf der Paradestrecke lückenlos Spalier. «Nahezu über die ganzen Tage herrschte eine ungewöhnlich frühlingshafte Fasnachts-Atmosphäre, die dafür gesorgt hat, dass die Besucher länger auf dem Areal blieben, wovon auch die einzelnen Stände profitiert haben», sagt Roman Maier.