Der närrische Zug, angeführt von Béa Bieber, Präsidentin der Fasnachtsgesellschaft Rheinfelden (FGR) und Michael Birlin, Pendant der Fasnächtler von Badisch-Rheinfelden, setzte sich um 14.11 Uhr am Obertorplatz in Bewegung. Entlang von Geissgasse und Marktgasse säumte das närrische Volk die Umzugsstrecke, möglichst nah dran am Geschehen – immer in der Hoffnung auf Süssigkeiten, aber auch in der ständigen Furcht vor plötzlichen Konfetti-Attacken. Rund 2500 Hästräger aus 66 Formationen beiderseits des Rheins, zehn Sujetwagen, zwei davon, mit den Ruederwaggis und den Querschlägern besetzt, aus Schweizer Produktion, zahlreiche Gugge und Musikvereine: Was die Zuschauer gestern zu sehen bekamen, spiegelte die ganze Vielfalt der regionalen Fasnacht wider – bunt, schräg und lautstark.

Die Moschtbirekönigin

Die grösstenteils aus Badisch-Rheinfelden stammenden Sujetwagen, für deren Sicherheitsüberprüfung und technische Abnahme erstmals die Narren selbst verantwortlich waren, nahmen das lokale Geschehen aufs Korn, boten den Fasnächtlern aber auch Schutz vor der Nässe. Von manchen flogen nicht nur Bonbons und Popcorn herab, sondern sogar Regenschirme. Und entlang der Umzugsstrecke waren vor allem die überdachten Plätze gut frequentiert.

Auf dem Wagen der Narrenzunft Karsau, mit allein 231 Hästrägern die grösste Formation im Zug, grüsste Moschtbirekönigin Monika I. ihre Untertanen und bedachte sie mit allerlei Dickmachern. Die Dinkelberg-Hexen, mit 49 Mitlaufenden auch stark präsent, begeisterten mit spontanen Pyramiden und sonstigem Schabernack, den sie natürlich auch mit den umstehenden Zuschauern trieben. Zahlenmässig nicht so stark und dennoch optisch ein Blickfang: die inzwischen schon legendären Latscharis aus Badisch-Rheinfelden. Ihr Markenzeichen: das Schräglaufen. Es erinnert an die an die Wand lehnende Figur des herumlungernden Arbeitslosen.

Umzug Rheinfelden

Grossanlass fordert alle Kräfte

Gar nicht arbeitslos waren die obersten Fasnächtler der beiden Städte im vergangenen halben Jahr – der Vorbereitungszeit für den grenzüberschreitenden Umzug. Cliquen anschreiben, Rückmeldungen abwarten, Aufstellung planen, Catering, Sicherheit, Parkieren: So ein närrischer Grossanlass fordert stets alle Kräfte.

Nach einem Beinaheunfall im vergangenen Jahr haben die Organisatoren reagiert und am Friedrichplatz in Rheinfelden/Baden ein Absperrgitter aufgestellt. Dort geht es seit jeher eng zu, weil in diesem Bereich der Umzugssprecher seinen Stand hat. René Wendelspiess, der Sprecher auf Schweizer Seite, hatte auf der Tribüne am Albrechtsplatz einen guten Überblick und konnte die Besucher über die Cliquen, Guggen und Hästrägern aufs Beste informieren.

Nach dem Umzug musste aber niemand gleich das närrische Städtchen verlassen, das bunte Treiben ging weiter. Mit Trauertüchern verhüllt nahmen die Fasnächtler am Abend schliesslich Abschied von Frau Fasnacht, die erstmals nicht, wie traditionell am Obertor hing, sondern am Zähringerplatz – näher im Zentrum des fasnächtlichen Trubels.