Rheinfelden

Bund will Kreisel durch Ampel ersetzen – doch es herrscht Skepsis

Das Bundesamt für Strassen will den Kreisel bei der Autobahnausfahrt Rheinfelden Ost durch eine Ampel ersetzen. (Archiv)

Das Bundesamt für Strassen will den Kreisel bei der Autobahnausfahrt Rheinfelden Ost durch eine Ampel ersetzen. (Archiv)

Ampel statt Kreisel bei der Autobahnausfahrt Rheinfelden Ost: Die Grünliberalen fordern die Prüfung von Alternativen – eine Einsprache der Gemeinde Magden ist hängig.

Bei der Autobahnausfahrt Rheinfelden Ost in Fahrtrichtung Zürich plant das Bundesamt für Strassen (Astra), den Kreisel durch eine Lichtsignalanlage zu ersetzen (die AZ berichtete). Zudem ist bei der Abzweigung in die MaxWüthrich-Strasse, die in Richtung Feldschlösschen führt, eine zweite Ampelanlage vorgesehen. Als Gründe für das Projekt, das rund 5,7 Millionen Franken kosten soll, nannte das Astra bei der Planauflage im Frühling die «Verflüssigung des Verkehrs» und die «Erhöhung der Verkehrssicherheit».

Der Magdener Gemeinderat wehrt sich gegen dieses Vorhaben. Er hat Einsprache gegen das Projekt eingelegt. Vizeammann Rudolf Hertrich spricht hauptsächlich zwei Gründe an. Einerseits bestehe die Gefahr, dass es bei einer Ampel zu Rückstaus in Richtung Magden komme, da die Grünphasen relativ kurz vorgesehen seien, sagt er.

Andererseits wäre es aus Sicht der Gemeinde Magden möglich, die Einmündung Richtung Rheinfelden zu verbreitern und so zu ermöglichen, dass die Automobilisten, die nach Rheinfelden wollen, gar nicht in den Kreisel hineinfahren müssen. «Diese Variante wäre deutlich günstiger», sagt Rudolf Hertrich. Er befürchtet, dass mit dem vorliegenden Projekt «fast sechs Millionen Franken ausgegeben werden, ohne eine grosse Wirkung zu erzielen». Zudem stellt Hertrich infrage, ob das Verkehrsaufkommen in Richtung Feldschlösschen eine zweite Ampelanlage rechtfertige.

Die Magdener Einsprache gegen das Projekt sei noch hängig, sagt Hertrich. Man habe mittlerweile eine Stellungnahme des Astra erhalten. «Wir werden nun eine Replik formulieren, sodass das Bundesamt für Verkehr die Einsprache behandeln muss.»

«Projekt ist überdimensioniert»

Ähnliche Argumente bringen nun auch die Grünliberalen (GLP) des Bezirks Rheinfelden vor. In einer Stellungnahme stellen sie den Sinn der Lichtsignalanlage infrage. Planerisch scheine das Projekt zwar allen Vorgaben zu genügen, schreiben sie. Aber: «Schiesst man nicht übers Ziel hinaus? Müssen wirklich rund sechs Millionen Steuerfranken verbaut werden, ganz abgesehen von den Folgekosten für den Unterhalt dieser Lichtsignalanlagen?»

Für GLP-Vizepräsident Jon Forrer ist die Antwort klar. «Wir halten das Projekt für überdimensioniert», sagt er. Deshalb fordere die Partei, nochmals alternative Lösungen wie etwa einen Kreisel-Bypass zu evaluieren. Zeit für die Neuevaluation habe man, ist Forrer überzeugt. «Durch die Nutzung des Pannenstreifens als Fahrspur hat sich die Stauproblematik entschärft. Die Dringlichkeit ist nicht mehr so hoch.»

Astra spricht von bester Variante

Seitens des Astra hält Anina Zimmerli fest, dass das vorliegende Projekt «die Bestvariante für die Verkehrsoptimierung» sei. Den Bypass habe man geprüft und anschliessend verworfen, da die Koordination mit der MaxWüthrich-Strasse nicht möglich wäre. Eine Neuevaluation hält Zimmerli vor diesem Hintergrund nicht für realistisch. Der Baustart sei frühestens 2020 vorgesehen.

Die anderen Bezirksparteien haben sich noch nicht vertieft mit dem Projekt auseinandergesetzt. In der CVP will man die Thematik aber in der nächsten Vorstandssitzung diskutieren. Die FDP erwartet laut Präsident Manuel Mauch, «dass das Astra das nötige Know-how hat und das Projekt gut geprüft wurde». Persönlich sei er aber skeptisch, ob die Lichtsignalanlage eine spürbare Erleichterung bringe. Persönlich ebenfalls eher skeptisch sind Andreas Fischer (Grüne) und Désirée Stutz (SVP). Stutz etwa fragt sich, warum man bei der Ausfahrt Eiken genau das Gegenteil mache und die bestehende Ampel durch einen Kreisel ersetze. Die beiden Projekte seien nicht vergleichbar, heisst es beim Astra. «Jeder Anschluss muss separat von Verkehrsexperten aufgrund der vorhandenen Situation beurteilt werden.» Gewählt werde jeweils das System, das den besten Verkehrsfluss ermögliche.

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