Bezirksgericht Rheinfelden

Bulgarische Drogenkuriere müssen hinter Gitter – auf der Autobahn wurden sie mit Crystal Meth erwischt

Crystal Meth geschmuggelt: Gefängnisstrafe für zwei Bulgaren

Crystal Meth geschmuggelt: Gefängnisstrafe für zwei Bulgaren

Vor über einem Jahr versuchten zwei Bulgaren Crystal Meth in die Schweiz zu schmuggeln. Kurz nach der Grenze wurden sie allerdings von der Grenzwache gestoppt. Heute mussten sich die beiden vor dem Bezirksgericht in Rheinfelden verantworten. Sie wurden zu einer Gefängnisstrafe verurteilt.

Das Rheinfelder Bezirksgericht verurteilte zwei Männer aus Bulgarien zu Haftstrafen. Beide wurden zuvor auf der Autobahn angehalten, während sie rund 990 Gramm «Crystal Meth» transportierten. Die Staatsanwaltschaft schreibt in der Anklage von einem «schweren Fall».

Viel sagten die beiden Männer nicht, als sie am Mittwochmorgen kurz nacheinander vor dem Bezirksgericht in Rheinfelden antraben mussten. Vorgeworfen wurde den beiden Bulgaren die qualifizierte Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz, konkret: der Transport, die Einfuhr und der Besitz von Methamphetamin, besser bekannt als «Crystal Meth».

Doch der Reihe nach: Am 16. September 2019, kurz nach Mitternacht, hatte eine Patrouille der Schweizer Grenzwacht auf der Autobahn bei Rheinfelden einen blauen Mercedes mit bulgarischen Kennzeichen gestoppt. Fahrer und Beifahrer, 45- und 34-jährig, gaben an, von Freiburg (D) nach Zürich unterwegs zu sein, um dort einen Freund zu besuchen.

Fünf Pakete mit rund 990 Gramm Methamphetamin

Die Beamten durchsuchten daraufhin zunächst die beiden Männer und danach auch deren Fahrzeug – und fanden dabei prompt Hinweise auf Drogen. So ergaben sowohl ein Drogenschnelltest im Kofferraum als auch im Handschuhfach und im Motorraum positive Resultate auf Crystal Meth, wie es in der Anklageschrift heisst.

Unter der Heckklappenabdeckung des Kofferraums fanden die Grenzwächter schliesslich fünf Pakete. Inhalt: rund 990 Gramm Methamphetamin. Die forensisch-chemische Untersuchung ergab einen Reinheitsgehalt von 100 Prozent. Der Wert der transportierten Drogen bewegt sich somit in der Höhe von mehreren hunderttausend Franken.

Die Vakuumiersäcke lagen schon bereit

In der Befragung durch die Kantonspolizei erklärte der ältere der beiden Männer, die Drogen Tage zuvor in der bulgarischen Hauptstadt Sofia übernommen und in den Kofferraum eingebaut zu haben. Mit seinem Kollegen sei er daraufhin über Rumänien, Ungarn, Österreich und Deutschland in Richtung Schweiz gefahren. In Freiburg trafen sich die beiden mit einem Komplizen, dem in Zürich wohnhaften «Freund».

Seine genaue Rolle blieb in den beiden Verfahren vom Mittwoch unklar. Der Mann muss sich in einem separaten Gerichtsverfahren verantworten. Wobei die Staatsanwaltschaft davon ausgeht, dass er als Auftraggeber oder zumindest als Abnehmer der Drogen fungierte. Aus der Anklageschrift geht hervor, dass der «Freund» in Befragungen angab, von einem Unbekannten einen Hinweis auf den Drogentransport bekommen zu haben.

Er solle die Haupteingangstür an seiner Wohnadresse offenlassen und für die beiden Kuriere eine Waage und Vakuumiersäcke in den Keller stellen. Der jüngere der beiden Drogenkuriere will seinerseits erst beim Zwischenhalt in Freiburg vom eigentlichen Grund der Fahrt erfahren haben. Trotzdem begleitete er seinen Kollegen weiter, weil dieser angeblich Angst hatte, alleine weiterzufahren. Bis nach Zürich schafften es die beiden allerdings nicht.

Es handelt sich um ein schweres Drogendelikt

Zu ihren Verhandlungen am Mittwoch – beide hatten ein abgekürztes Verfahren beantragt – wurden die Angeklagten in Fussfesseln in den Saal geführt. Bereits beim Besitz von zwölf Gramm Crystal Meth kann davon ausgegangen werden, dass damit die Gesundheit vieler Menschen gefährdet wird und somit ein schweres Drogendelikt vorliegt. Das hat das Bundesgericht in einem Urteil im vergangenen Jahr festgehalten. Die Staatsanwaltschaft schreibt in der Anklage der beiden Bulgaren denn auch von einem «schweren Fall».

Das Gericht folgte schliesslich den Anträgen der Staatsanwaltschaft. Es verurteilte den 45-Jährigen zu einer teilbedingten Freiheitsstrafe von 34 Monaten, wovon er 16 absitzen muss. Der 34-Jährige kassierte eine Freiheitsstrafe von 30 Monaten, wovon 13 Monate unbedingt sind. Beide haben eine Probezeit von vier Jahren und werden für zehn Jahre des Landes verwiesen.

«Ich anerkenne die Strafe. Es tut mir leid, dass ich gegen die Schweizer Gesetze verstossen habe», sagte der ältere der beiden Männer. Es blieb der einzige gesprochene Satz der Drogenkuriere an diesem Mittwochmorgen.

Autor

Nadine Böni

Nadine Böni

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