Hornussen

Bürger kritisieren Vorgehen des Gemeinderats bei der Versteigerung des Klein-Areals

Die Herzog Hornussen AG hat das ehemalige Klein-Areal in Hornussen ersteigert. Die Parzelle dient vorderhand den neuen Eigentümern als strategische Reserve. Der Mietvertrag mit der Firma Waser läuft noch bis Ende 2019.

Die Herzog Hornussen AG hat das ehemalige Klein-Areal in Hornussen ersteigert. Die Parzelle dient vorderhand den neuen Eigentümern als strategische Reserve. Der Mietvertrag mit der Firma Waser läuft noch bis Ende 2019.

Die Gemeinde hat beim Klein-Areal nicht mitgeboten. Nun nutzt die Firma Waser das Land als Entsorgungs-Center. Für die Käuferin ist das Areal eine Reserve. Das Nachsehen haben die Anwohner. Die Parzelle bleibt in der Gewerbezone.

Im Rahmen des Konkursverfahrens ist das heute von der Firma Waser als Entsorgungs-Center genutzte Areal der Firma Klein AG versteigert worden. Den Zuschlag erhielt die Firma Herzog Hornussen AG für 1,6 Millionen Franken. Interesse am Areal hatte auch die Gemeinde, die sich zuvor von der Gemeindeversammlung die Kompetenz zum Kauf der 10'168 Quadratmeter grossen Parzelle geben liess. Als oberste Grenze wurde auf Antrag des Gemeinderats ein Kaufpreis von zwei Millionen Franken festgelegt.

Aufgrund zweier externer Schätzer kam der Gemeinderat zur Ansicht, dass er keinesfalls den Betrag von zwei Millionen Franken ausreizen darf. Zu viele Unbekannte wie mögliche Altlasten, ungelöste Erschliessung und künftige Nutzung bewogen den Gemeinderat, maximal ein Gebot von 1,4 Millionen Franken zu wagen. Da das erste Steigerungsangebot jedoch auf 1,5 Millionen Franken lautete, verzichtete der Gemeinderat auf ein Mitbieten. Dieses Verhalten bildete am Einwohnerforum vom Mittwoch den Schwerpunkt des Abends.

Zukunftssicherung für lokale Firma

Dem Gemeinderat wurde unter anderem vorgeworfen, er habe den Auftrag der Gemeindeversammlung nicht umgesetzt. «In der Sache ist dies eine Katastrophe für die Gemeinde», sagte Alt-Gemeindeammann Karl Wehrli. Anwohner der Schulstrasse beschwerten sich über den Verkehr zum Entsorgungsunternehmen Waser. Die anwesenden Gemeinderäte anerkannten das Verkehrsproblem, wiesen jedoch darauf hin, dass keine alternative Erschliessung möglich ist. Die Entsorgungsfirma verfüge aus rechtlicher Sicht zudem über eine Besitzstandsgarantie. 

Heiner Herzog, als Vertreter der Käuferschaft Herzog Hornussen AG, umriss die Beweggründe zum Kauf des Areals: Die hauptsächlich im Agrarsektor tätige Firma stosse auf ihrem Areal an Grenzen, sagte Herzog. Die Gewerbeparzelle Klein sei eine strategische Reserve für die Weiterentwicklung des Unternehmens. «Wir benötigen für unsere Firma Gewerbeland», sagte Herzog. In der kurzen Zeit seit dem Kauf sind noch keine konkreten Projekte entwickelt worden, zumal der Mietvertrag der Firma Waser noch bis Ende 2019 läuft.

Parzelle bleibt in Gewerbezone

Gemeindeammann George Winet machte klar, dass die Parzelle aufgrund ihrer wenig komfortablen Schattenlage realistischerweise in der Gewerbezone verbleiben werde, was auch bei einer späteren Nutzung für ein gewisses Mass an Verkehr auf der Schulstrasse sorgen werde. Die Verbesserung der Situation auf der Schulstrasse, wie eine neue Anbindung an das übergeordnete Strassennetz, ist seit längerem ein Anliegen des Gemeinderats – Lösungen scheitern indessen an den Rahmenbedingungen wie Bachabstand oder Wald. Fazit aus der ergiebigen Gesprächsrunde: Man wird sich wohl mit kleineren baulichen Verbesserungen bescheiden müssen.

Fusion als zweites Thema

Weniger kontroversen Gesprächsstoff lieferte die geplante Fusion der Gemeinde Hornussen mit Bözen, Effingen und Elfingen. Vizeammann Guy David erläuterte die wichtigsten Eckpunkte des Zusammenschlusses. In acht Arbeitsgruppen sind die verschiedenen Teilbereiche bearbeitet worden, die nun zum Fusionsvertrag geführt haben. Zu reden gab der künftige Wasserpreis, der aktuell in Hornussen sehr tief ist und nach Einschätzung des Gemeinderats steigen dürfte. Bevor es zu den Fusionsabstimmungen in den vier Gemeinden kommt, finden in jeder Gemeinde Informations- und Diskussionsabende statt.

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