Nach fünf Amtsperioden als Gemeindeammann stellte sich das Münchwiler Polit-Urgestein Willy Schürch nicht mehr zur Wiederwahl. Gestern haben die Stimmberechtigten Schürchs Nachfolger bestimmt. Nach vier Jahren im Gemeinderat wurde Bruno Tüscher zum Ammann gewählt.

Da es in Münchwilen keine Ortsparteien gibt, treten alle Kandidaten parteilos an. Tüscher ist aber in der regionalen und kantonalen Politik kein Unbekannter. Er ist Präsident der FDP des Bezirks Laufenburg und in der Geschäftsleitung der kantonalen FDP. Tüscher war der einzige Kandidat für das Amt und erhielt 153 der 233 gültigen Stimmen bei der Ammann-Wahl.

«Ich bin sehr zufrieden», sagte der neue Ammann unmittelbar nach der Wahl. Auch dass er bei der Ammann-Wahl deutlich weniger Stimmen erzielt hat als bei der Gemeinderatswahl (214), sei kein Wermutstropfen. «Das war so zu erwarten. Ich bin alles andere als enttäuscht.» Nun müsse er schauen, dass er die «grossen Fussstapfen» von Willy Schürch füllen könne, so Tüscher.

Sisslerfeld und Finanzen

Beschäftigen werde den Münchwiler Gemeinderat in den kommenden Jahren sicherlich die Thematik Sisslerfeld, sagt Tüscher. «Daneben gilt es auch die Gemeindefinanzen im Auge zu behalten.» Derzeit sei Münchwilen wegen dem abgeschlossenen Schulhausneubau und der anstehenden Sanierung der Kantonsstrasse in einer Phase der Überschuldung. «Dies sollte sich aber in den nächsten Jahren wieder einpendeln», ist Bruno Tüscher überzeugt.

Erfreut ist der neue Münchwiler Gemeindeammann, dass der Gemeinderat bereits nach dem ersten Wahlgang komplett ist. «Es ist ein gutes Zeichen. Das Stimmvolk hat klar und deutlich Stellung bezogen», so Tüscher. Dieses klare Statement helfe dem Gemeinderat in seiner künftigen Arbeit.

Für eine weitere Amtsperiode gewählt wurden neben Bruno Tüscher auch Vizeammann Sabrina Keller und Gemeinderat Roland Oeschger. Neu im Gremium Einsitz haben werden Fabian Bianchi, der den Bisherigen Roland Oeschger hinter sich liess und Dieter Zimmermann.

Jacqueline Otten nicht gewählt

Nicht geschafft hat die Wahl die neue Kandidatin Jacquelin Otten. Sie verpasste mit 83 Stimmen das absolute Mehr um gut 30 Stimmen und lag auch deutlich hinter den anderen Kandidaten. «Für sie ist es sicherlich schade, dass es nicht gereicht hat», so Tüscher. «Doch zu einer demokratischen Wahl gehören neben den Gewinnern eben auch Verlierer.» Und es sei doch ein positives Signal, dass die Stimmberechtigten eine Auswahl gehabt hätten.