Laufenburg
Brief aus der Fischergasse: Ein Poller für eine autofreie Altstadt-Gasse?

Anwohner der Fischergasse sind an den Stadtrat gelangt. Sie wünschen sich eine Gasse ohne Autoverkehr. Die heutige Situation sei gefährlich, sagen sie.

Marc Fischer
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Anwohner Patrick Bacher: «Die Fischergasse ist die schmalste Laufenburger Gasse, Fussgänger können nicht ausweichen.»

Anwohner Patrick Bacher: «Die Fischergasse ist die schmalste Laufenburger Gasse, Fussgänger können nicht ausweichen.»

Alex Spichale; Nadine Böni

Patrick Bacher führt am Laufenburger Marktplatz das Kafi Mokka. Unmittelbar neben seinem Lokal beginnt die rund 60 Meter lange Fischergasse, die vom Marktplatz zum Laufenplatz führt.

Die Fischergasse ist Teil der Begegnungszone in der Laufenburger Altstadt, das Tempolimit liegt bei 20 Kilometern pro Stunde. Diese Tempobeschränkung werde oft nicht eingehalten, sagt Patrick Bacher. «Viele Velofahrer wissen nicht, wie schnell 20 Kilometer pro Stunde sind. Und auch viele Automobilisten sind zu schnell unterwegs.»

Da es in der engen Fischergasse keine Trottoirs gebe, sei dies für die Anwohner besonders gefährlich, sagt Bacher. «Wir wissen, dass wir die Häuser immer mit äusserster Vorsicht verlassen müssen.»

Dennoch komme es immer wieder zu gefährlichen Situationen. Etwa wenn jemand mit einem Hund oder einem Kinderwagen ein Haus verlasse oder wenn Bewohner des Altersheims am Marktplatz mit dem Rollator in der Gasse unterwegs seien.

Brief auf der Kanzlei abgegeben

«Ich hatte deshalb die Idee einer autofreien Fischergasse», so Bacher weiter. Doch bevor er aktiv geworden sei, habe er sich mit den übrigen Hausbesitzern und Anwohnern der Fischergasse unterhalten. «Dabei kam heraus, dass sie alle gleich empfinden wie ich.»

Deshalb wenden sich die «Fischergässler» nun mit einem Schreiben an den Stadtrat. «Wir wünschen uns eine wohnliche Gasse», heisst es im Brief, den Bacher diese Woche auf der Kanzlei abgegeben hat, nachdem er bereits vor zwei Wochen an der Podiumsdiskussion zum Thema öffentlicher Raum angekündigt hatte, aktiv zu werden. Ohne Autoverkehr könnte man im Sommer Tische und Stühle aufstellen und mit den Passanten «einen Schwatz halten».

Die Anwohner sehen Poller eingangs der Gasse als Lösung für die Zukunft. «Feuerwehr, Gemeindefahrzeuge und Anwohner könnten zu- und wegfahren», heisst es im Brief an den Stadtrat, wobei auch betont wird, dass sich der Verkehr der Anwohner «hauptsächlich auf das Be- und Entladen der Autos» beschränke. «Da es aber am Laufenplatz Parkplätze in der Blauen Zone gibt, fahren viele durch die Gasse, die dort parkieren wollen, um schnell zu Fuss nach Deutschland zu gehen», so Bacher.

Der Autoverkehr könne über die Marktgasse umgeleitet werden. Velofahren soll nach dem Willen der Anwohner weiterhin erlaubt sein, eine Schwelle bei der Einfahrt soll aber zu einem gedrosselten Tempo führen.

Ammann kennt Brief noch nicht

«Die Fischergasse ist die schmalste Laufenburger Gasse, Fussgänger können nicht ausweichen», sagt Bacher. Dies spreche dafür, die Gasse im Gegensatz zu anderen Altstadtgassen autofrei zu machen. Er und die übrigen Anwohner hoffen, «dass unser Anliegen nicht auf taube Ohren stösst» und dass ihre Wunschlösung bereits auf den kommenden Frühling hin umgesetzt wird.

Ob dies der Stadtrat auch so sieht, wird sich weisen. Stadtammann Herbert Weiss sagte gestern auf Anfrage, er habe das Schreiben der «Fischergässler» noch nicht gesehen. «Deshalb kann ich dazu auch keine Stellung nehmen.» Der Stadtrat werde es aber sicherlich in einer seiner nächsten Sitzungen thematisieren.