Brauchtum
Fricktaler Narren wollen Fasnacht durchführen – doch alles steht im Moment unter Vorbehalt

Die Fricktaler Fasnächtler fahren auf Sicht. Zwar planen die regionalen Zünfte, Fasnachtsgesellschaften und Comités das «normale» Programm. Was davon aber wirklich umgesetzt werden kann, steht in den Sternen. Was geht und was nicht, wird sich auch Mitte der Woche klären, wenn der Bundesrat festlegt, was an Coronamassnahmen nach dem 24. Januar gelten soll.

Hans Christof Wagner
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Das Programm am dritten Faissen 2020 in Laufenburg fand noch im gewohnten Rahmen statt.

Das Programm am dritten Faissen 2020 in Laufenburg fand noch im gewohnten Rahmen statt.

Dennis Kalt (20. Februar 2020)

2022 ist bereits die zweite Corona-Fasnacht. Aber zumindest soll mehr gehen als 2021, als die Fricktaler Fasnachtshochburgen Möhlin, Laufenburg, Rheinfelden, Kaiseraugst und Kaisten der Reihe nach vor dem Virus kapitulierten und sämtliche Anlässe absagten.

«Unser gemeinsames Ziel für die Fasnacht 2022 ist, den Besucherinnen und Besuchern sowie den aktiven Fasnächtlerinnen und Fasnächtlern im Rahmen der geltenden Bestimmungen ein attraktives und möglichst einschränkungsarmes Fasnachtserlebnis bieten zu können. Entsprechend wird die Fasnacht in Laufenburg 2022 stattfinden», schreibt das OK der Laufenburger Städtle-Fasnacht auf seiner Website.

Auf der Website noch das normale Programm aufgeschaltet

Aufgeschaltet ist darauf das «normale» Programm, wie es noch 2020 über die Bühne ging, inklusive Salmanlandung, Open-Air-Guggen-Festival, Häxefüür und Umzug. Auch die Fasnachtsgesellschaft Rheinfelden präsentiert online das übliche Programm – von Rumpelfäscht mit Livemusik am «I. Schmutzige» bis zur Usbrüelete am 27. Februar.

Was davon tatsächlich stattfinden kann, ist derzeit aber unklar. Der Laufenburger OK-Präsident Martin Schmid sagt auf Nachfrage:

«Alles steht im Moment unter Vorbehalt. Was definitiv läuft und was nicht, wird Ende Januar 2022 entschieden. Auf irgendeine Weise wird Fasnacht stattfinden.»

Kommt es zu seiner Lockerung durch die Politik, könne der eine oder andere Programmpunkt umgesetzt werden. Zum jetzigen Zeitpunkt will Schmid zwar «nichts ausschliessen.» Er schränkt aber ein:

«Umzüge mit Zertifikatspflicht werden wohl nur schwer zu organisieren sein.»

Erschwerend kommt in Laufenburg hinzu, dass der dortige Umzug grenzübergreifend stattfindet, was die Auflagen noch verschärfen dürfte. Schmid berichtet, dass die deutschen Narrenkollegen von der badischen Seite ebenso verunsichert seien. Auch dort stehe Ende Januar eine Neuausrichtung der Corona-Schutzpolitik an. Zumindest für den Hauptbott der Narro-Altfischerzunft 1386 am «1. Faisse» seien die Einladungen schon verschickt. Für das Häxefüür und das Open-Air-Guggen-Festival hätten teilnehmende Gruppen teils schon von sich aus abgesagt. Andere warteten noch auf den Entscheid des Laufenburger OK.

In Rheinfelden steht das Programm ab dem 13. Januar

Auch in Rheinfelden verläuft der Umzug über den Rhein hinweg. Dort will die Fasnachtsgesellschaft die Bundesratssitzung am Mittwoch abwarten. «Am Donnerstag, 13. Januar, steht fest, was läuft und was nicht», kündigt Präsident Roger Wendelspiess an.

«Wir sind in der Planung für eine weitgehend komplette Fasnacht», sagt Steve Krebs, Zunftmeister der Möhliner Fasnachtzunft Ryburg. So sei man, je nachdem was im Februar möglich sein wird, bereit. Bezüglich des Umzugs tönt Krebs aber pessimistisch. Unabhängig ob 3G, 2G oder gar 2G-plus gelte, 2,5 Kilometer Umzugsstrecke einzuzäunen, sei in jedem Fall praktisch unmöglich.

Dorffasnachten in Kaisten und Kaiseraugst mit der grössten Flexibilität

Noch am flexibelsten sehen sich die Narren in den eher dörflich ausgerichteten Fasnachtsanlässen in Kaisten und Kaiseraugst. «Etwas Närrisches wird es mit Sicherheit geben», sagt Kaistens Narrenvater Marco Zaugg. Noch bis Anfang Februar abwarten kann das Kaiseraugst Fasnachtscomité – noch rechtzeitig genug für die teilnehmenden Cliquen. «Aber die Vorbereitungen laufen», sagt Obmann Mathias Hassler.

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