Frick
Brandgefährlich: Aargau verzichtet auf Ikea-Häuser im Asyldorf

Aufgrund der Ergebnisse eines Brandtestes der Ikea-Häuser muss der Kanton sein Plan, die sogenannten «Shelters for Refugees» in einem Werkhof in Frick aufzustellen, absagen. Flüchtlinge sollen jedoch trotzdem in den A3-Werkhof kommen.

Fabian Hägler
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In der Messehalle in Zürich waren sie schon aufgestellt und wurden gestern Freitagmorgen den Medien präsentiert: Ikea- Häuser, sogenannte «Shelters», in denen künftig Flüchtlinge leben sollten.

Ursprünglich stammte die Idee aus dem Aargau, in zwei Hallen in Frick wollte der Kanton insgesamt 60 Ikea-Häuser aufstellen. In diesem «Asyldorf« sollen bis zu 300 Flüchtlinge untergebracht werden.

Doch daraus wird nichts, denn gestern hat ein Brandtest der kantonalen Gebäudeversicherung Zürich ergeben: Die Shelters sind im wahrsten Sinn des Wortes brandgefährlich.

«Nach momentanem Kenntnisstand wäre die Sicherheit der Bewohnerinnen und Bewohner der Halle bei einer Verwendung der Shelters nicht gewährleistet», teilte die Medienstelle der Stadt Zürich mit. Damit wurde eine «brandschutzfachliche Bewertung» des deutschen Bundesministeriums der Verteidigung in Bonn bestätigt.

Innenansicht: 60 Ikea-Häuser will der Kanton im ehemaligen A3-Werkhof in Frick für Flüchtlinge aufstellen.
19 Bilder
Regierungsrätin Susanne Hochuli und Andreas Flückiger, Leiter Abteilung Militär und Bevölkerungsschutz, Ende Oktober 2015 in einem IKEA-Shelter.
Ein Ikea-Haus von Aussen.
Impressionen vom A3-Werkhof in Frick.
Impressionen vom A3-Werkhof in Frick.
Susanne Hochuli zeigt den Medien, wie die Ikea-Häuser im Innern aussehen.
Ein Ikea-Haus im Innern.
Asyldorf in Frick mit Ikea-Häusern
Susanne Hochuli verlässt eines der Ikea-Häuser.
Blick in ein Ikea-Haus.
Impressionen vom A3-Werkhof in Frick.
Impressionen vom A3-Werkhof in Frick.
Impressionen vom A3-Werkhof in Frick.
Impressionen vom A3-Werkhof in Frick.
Impressionen vom A3-Werkhof in Frick.
Impressionen vom A3-Werkhof in Frick.
Impressionen vom A3-Werkhof in Frick.
Impressionen vom A3-Werkhof in Frick.

Innenansicht: 60 Ikea-Häuser will der Kanton im ehemaligen A3-Werkhof in Frick für Flüchtlinge aufstellen.

Alex Spichale

Darauf reagiert der Kanton Aargau umgehend: «Das Departement Gesundheit und Soziales hat aufgrund der vorliegenden Informationen beschlossen, auf den Indoor-Einsatz der ‹Shelters for Refugees› in Frick zu verzichten», hält Balz Bruder, der Sprecher der zuständigen Regierungsrätin Susanne Hochuli, in einer Mitteilung fest.

Dies, obwohl die Aargauische Gebäudeversicherung den Einsatz der Wohneinheiten «aufgrund der Spezifikation des Materials – jedoch ohne Brandtest – zu einem früheren Zeitpunkt nicht als bedenklich eingestuft hatte», wie Bruder schreibt. Er führt aus, im Vordergrund stehe die Sicherheit der Flüchtlinge.

Dennoch verfolgt der Kanton seine Pläne im ehemaligen A3-Werkhof in Frick weiter. Bruder hält fest, bei den Hallen handle es sich um eine geeignete Infrastruktur, um Flüchtlinge unterzubringen handelt. Bruder sagt, in den nächsten Tagen werde der Kanton eine Lösung für «in jeder Hinsicht unbedenkliche Wohneinheiten» suchen.

Im Hinblick auf das geplante Asyldorf in Frick hat der Kanton bereits rund 100 Ikea-Häuser gekauft. Was passiert nun mit diesen «Shelters»? «Das Departement Gesundheit und Soziales wird sie künftig im Freien und nicht in Hallen zum Einsatz bringen», sagt Bruder.

Dies sei bei der Beschaffung der Häuser auch so geplant gewesen. Der Plan, die Shelters in der Halle in Frick aufzustellen, sei erst durch «veränderte Herausforderungen bei der Unterbringung von Asylsuchenden und mit Blick auf den Wintereinbruch» entstanden.

Bei der Realisierung der Unterkunft in Frick geht der Kanton nicht von grösseren Verzögerungen aus. Zwar wird das Baugesuch nicht mehr vor Weihnachten, sondern erst im Januar eingereicht, dennoch geht Bruder davon aus, dass sich der Zeitplan nicht entscheidend ändern wird.